Wotan Wilke Möhring wehrt sich als Alt-Punk Fussel gegen die Arbeit und landet als Burnout-Patient in einer Therapieklinik.

Kinostart: 27.04.2017

Wotan Wilke Möhring

Wotan Wilke Möhring
als Fussel

Anke Engelke
als Alexandra

Michael Wittenborn

Michael Wittenborn
als Günther

Julia Koschitz
als Merle

Kostja Ullmann
als Datty

Torben Liebrecht
als Anatol

Ulrike Krumbiegel
als Dr. Gunst

Victoria Trauttmansdorff
als Frau Linde

Kathrin Angerer
als Rosi Röhn

Leslie Malton
als Petra

Marleen Lohse
als Nelly

Die Handlung von Happy Burnout

Schlagfertig, witzig, originell: Wotan Wilke Möhring mischt als Fussel eine Burnout-Klinik auf.

Es gibt sie noch, die Systemverweigerer aus Überzeugung. Fussel (Wotan Wilke Möhring) ist ein charmanter Lebenskünstler, der meist ohne Stress und Arbeit, dafür aber immer mit einem frechen Spruch durchkommt.

Damit wickelt er auch seine Sachbearbeiterin im Arbeitsamt (Victoria Trauttmansdorff) ein – bis eine interne Prüfung das angenehme Leben ins Wanken bringt. Fussel soll sich eine Arbeit suchen, meint das Amt. Aber nicht mit ihm!

Mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung samt Burnout-Diagnose kriegt er erstmal die Kurve, landet aber zur stationären Therapie in einer Klinik.

Klar, dass Fussel den Laden gehörig aufmischt und insbesondere Psychologin Alexandra (Anke Engelke) in den Wahnsinn treibt. Aber er bringt auch neue Sichtweisen mit für die echten Burnout-Patienten, wie den Sonnenstudiobesitzer (Michael Wittenborn), den Kinder-Entertainer (Kostja Ullmann) oder die ausgepowerte Mutter (Julia Koschitz). Doch auch bei Fussel setzt ein Umdenken ein, und plötzlich verwischen die Grenzen darüber, wer hier eigentlich Hilfe braucht.

André Erkau ("Das Leben ist nichts für Feiglinge") schafft mit dieser originellen Komödie um existenzielle Krisen 102 Minuten Therapie für die Lachmuskeln! Nicht immer politisch korrekt, dafür umso lustiger, und außerdem mit Tiefgang und ganz viel Herz.

Kritik zu Happy Burnout

Gelungene Komödie über einen Punker, der bei einem Aufenthalt in einer Burnout-Klinik mit Verantwortung konfrontiert wird.

Immer wieder kann man gar nicht anders, als an "Einer flog übers Kuckucksnest" zu denken. Zu offenkundig sind Parallelen bei der Prämisse, bei der Personenkonstellation, bei der Hauptfigur. Entscheidend ist in diesem Fall aber, was an dem neuen Film von André Erkau anders ist als bei Milos Formans legendärem Anti-Establishment-Meisterwerk. Der Feind des vermeintlich so unangepassten Helden ist hier nämlich nicht ein unmenschliches System, sondern er selbst: Er selbst ist es, der sich und seiner Selbstverwirklichung im Weg steht. Weshalb Erkau und seine bewährten Mitstreiter des überraschend erfolgreichen und nachhaltigen Arthouse-Hits "Das Leben ist nichts für Feiglinge" - Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring (aktuell im Kino auch in "Lommbock" zu sehen), Drehbuchautor Gernot Gricksch, Produzent Michael Eckelt, Kameramann Ngo The Chau - ihren Stoff auch als Fish-out-of-Water-Komödie erzählen können, als gebührend ernste, aber augenzwinkernde Charakterstudie eines 40-jährigen Chaoten, dem es gelungen ist, zahllose Überlebensstrategien zu entwickeln, um nicht erwachsen werden zu müssen und um Himmels Willens niemals Verantwortung zu übernehmen. Fussel, so nennt sich Alt-Punk Andreas Proschka immer noch, schummelt sich durchs Leben in seinem Kiez in Hamburg, was der Film mit einer furiosen Plansequenz gleich zu Beginn des Films etabliert. Bis ihn nicht einmal mehr die heimlich in ihn verliebte Dame von der Behörde decken kann: Um nicht aufzufliegen, schickt sie Fussel in ein Sanatorium für Burnout-Kranke, wo der vermeintlich tiefenentspannteste Mann der westlichen Welt urplötzlich auf Menschen trifft, die an ihrer Existenz verzweifeln. Daraus entwickeln sich komische und kuriose Szenen und auch ein filmisch virtuoser Moment, wenn sich alle diese Fremdkörper beim Spiel in aufblasbaren Bällen auf einmal näher kommen, als ihnen lieb ist. Vor allem aber kann die Hauptfigur in diesem Umfeld ihre egozentrische Weltsicht nicht mehr aufrecht erhalten: Fussel kann einfach nicht anders, als vom Schicksal der anderen berührt zu werden. Worauf etwas in ihm freigesetzt wird, was den Film dramaturgisch in eine völlig neue Richtung katapultiert: Wenn schließlich Tränen fließen, so ist das ehrlich verdient. ts.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 27.04.2017

Deutschland 2017

Länge: 1 h 42 min

Genre: Drama

Originaltitel: Happy Burnout

Regie: André Erkau

Drehbuch: Gernot Gricksch, André Erkau

Musik: Daniel Hoffknecht

Produktion: Michael Eckelt

Kostüme: Susann Bollig, Sarah Raible

Kamera: Ngo The Chau

Schnitt: Uta Schmidt

Ausstattung: Iris Trescher-Lorenz

Website: http://happyburnout-derfilm.de