Fünftes Filmabenteuer mit dem längst legendären Hannibal Lecter, das von den frühen Tagen des Kannibalen erzählt.

Kinostart: nicht bekannt

Gaspard Ulliel

Gaspard Ulliel
als Hannibal Lecter

Gong Li

Gong Li
als Lady Murasaki

Rhys Ifans

Rhys Ifans
als Grutas

Kevin McKidd
als Kolnas

Dominic West
als Inspektor Popil

Richard Brake
als Dortlich

Richard Leaf
als Vater Lecter

Ingeborga Dapkunaite
als Mutter Lecter

Stephen Walters
als Milko

Ivan Marevich
als Grentz

Handlung

Auf einer mittelalterlichen Burg, errichtet von seinem Vorfahr, erlebt der junge Hannibal Lecter (Gaspard Ulliel) die Gräuel des Zweiten Weltkrieges. Als ausgehungerte Soldaten um Litauen kämpfen, ermorden sie erst seine Eltern kaltblütig und anschließend seine Schwester, deren Leiche sie verspeisen. Hannibal flieht nach Frankreich zu Lady Murasaki (Gong Li), der mysteriösen Witwe seines Onkels, um den Horror zu vergessen. Sie lehrt ihn geduldig Kultur, doch sein Durst nach Rache an jenen, die ihn damals geschunden haben, treibt ihn um.

Der Werdegang des berühmtesten Kannibalen der Filmgeschichte wird im vierten Teil der Saga ums kultivierte Morden eingehend beleuchtet. Nachwuchsmime Gaspard Ulliel ("Mathilde") tritt als dämonischer Serienkiller in die Fußstapfen von Anthony Hopkins.

Im Zweiten Weltkrieg muss Hannibal Lecter in Litauen mit ansehen, wie seine Schwester von ausgehungerten Soldaten ermordet und gegessen wird. Traumatisiert verschlägt es den jungen Mann nach Paris, wo er seine Ausbildung erhält und lernt, sich unliebsamer Menschen auf kultivierte Weise zu entledigen.

Während des Zweiten Weltkriegs erlebt der zehnjährige Hannibal wie seine kleine Schwester von litauischen Söldnern getötet und aufgegessen wird. Dem Jungen bleibt durch Zufall dasselbe Schicksal erspart, und nach langer Odyssee landet er als Teenager in Frankreich, bei seiner Tante Lady Murasaki. Unter deren Obhut beginnt der traumatisierte junge Mann seinen Rachefeldzug gegen die Mörder seiner Schwester, eine blutig-brutale Reise, die ihn nach Litauen, wieder zurück nach Frankreich und schließlich bis nach Kanada führt.

Kritik

Die Biografie des populären Psychopathen ist komplett: Wie der junge Hannibal Lecter seine gute Erziehung vergaß und die Achtung vor dem Leben verlor.

Zum fünften Mal, aber erstmals seit Michael Manns "Blutmond" wieder ohne seine Leibrepräsentanz Anthony Hopkins, gibt sich Lecter auf Breitwand die Ehre. Die Abwesenheit des britischen Vollblutmimen ist ein Schlag für die Fangemeinde, ergibt sich aber zwingend aus der Richtungsanweisung dieses Prequels, das weit zurück in die Kindertage des mörderischen Gourmets führt. Wie schon beim Vorgänger "Hannibal" war auch hier die Romanvorlage von Thrillerspezialist Thomas Harris ein gefundenes Fressen für das enttäuschte Feuilleton, was "Hannibal" jedoch nicht abhielt, gedruckt und verfilmt ein Welthit zu werden. Obwohl die Ursache für die deformierte Persönlichkeit des Serienkillers den Boden menschlicher Abgründe erreicht, lässt sich, wie schon bei "Hannibal", auch hier ein humoristischer Unterton erkennen. Das Leben der litauischen Lecter-Familie nimmt eine verhängnisvolle Wende, als die Eltern 1944 bei einem Flugangriff der Deutschen getötet werden und der 10-jährige Hannibal mit seiner jüngeren Schwester Mischa Schutz in einem Jagdhaus sucht. Ein Szenario wie in einem Grimmschen Märchen, in dem bekanntlich Hexen auch kleine Kinder fressen wollen. Ausgehungerte litauische Söldner, die sich zuvor SS-Truppen angedient hatten, fallen schließlich in die Zuflucht der Kinder ein. Was mit Mischa passiert, traumatisiert Hannibal für ein ganzes Leben, der Jahre später über die Zwischenstation Waisenhaus bei Lady Murasaki (Gong Li), der Witwe seines Onkels, in Frankreich landet. Die elegante Schönheit wird zur bewunderten Hofdame des jungen Neo-Ritters, der ihr den tranchierten Kopf eines Mannes zu Füßen legt, der sie zu beleidigen gewagt hatte. Hier liegt die Gentleman-Attitüde Lecters, sein schwarzer Humor und sein Interesse an der menschlichen Anatomie begründet, das er als Student der Medizin vertieft. Zentrale Triebkraft seines Handelns ist der Plan, sich an den Mördern Mischas zu rächen, um sie das gleiche Schicksal wie seine Schwester erleiden zu lassen. Die kannibalistische Intention führt ihn zurück nach Litauen, im Finale sogar nach Kanada und fordert selbstredend nur Opfer, die den Tod verdient haben: Kriegsverbrecher, Mörder, Frauen- und Waffenhändler. Das ist gute Tradition in bisher allen Fortsetzungen und trägt dem Fakt Rechnung, dass sich das Monstrum längst zum Sympathieträger entwickelt hat. Regisseur Peter Webber, der sich nach seinem exquisiten Debüt "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" hier auf groberes Terrain begeben hat, hätte gut daran getan, das eine oder andere Harris-Klischee, wie etwa den Tod von Murasakis Eltern in Hiroshima, auszumerzen. Trotz solcher Skriptprobleme gefällt "Hannibal Rising" aufgrund seiner ansprechenden Optik, der aristokratischen Präsenz von Gong Li, vor allem aber wegen Frankreichs Jungstar Gaspard Ulliel ("Mathilde - Eine große Liebe"), der mit seinem am Kinn spitz zulaufenden Dreiecksgesicht und seiner diabolischen Balance von Charme und Bedrohung auch eine überzeugende Juniorausgabe von Batmans Nemesis, dem Joker, abgeben würde. kob.

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Info

Plakat des Films: Hannibal Rising - Wie alles begann

Kinostart: nicht bekannt

USA 2006

Länge: 2 h 2 min

Genre: Horror

Originaltitel: Hannibal Rising

Regie: Peter Webber

Drehbuch: Thomas Harris

Musik: Thomas Newman

Produktion: Dino De Laurentiis, Martha De Laurentiis

Kostüme: Anna B. Sheppard

Kamera: Ben Davis

Schnitt: Pietro Scalia

Ausstattung: Allan Starski