Coming-of-Age-Komödie und Roadmovie um drei Freunde aus der bayerischen Provinz, die ihr erstes Mal in einem tschechischen Bordell erleben wollen.

Kinostart: 18.08.2005

Henriette Richter-Röhl
als Alicia

Oliver Korittke
als der kleine Smetana

Götz Otto
als der gro

Dana Vávrová
als Helena

Saskia Vester
als Frau Schlittmeier

Johann Schuler
als Herr Schlittmeier

Bettina Redlich
als Frau Schilcher

Johannes Herrschmann
als Herr Schilcher

Jürgen Tonkel
als Herr J

Stefan Betz
als Freier 1

Martin Weinek
als Freier 2

Peter Rappenglück
als Freier 3

Sebastian Kalhammer
als Barkeeper Jack

Martin Wangler
als Grenzbeamter

Die Handlung von Grenzverkehr

Wong (Andreas Buntscheck), Schilcher (Ferdinand Schmidt-Modrow) und Hunter (Joseph M'Barek), drei aufgeweckte Knaben aus der ostbayrischen Provinz, träumen von wilden Liebesnächten. Doch einstweilen wollen die Dorfschönheiten von den pubertierenden Jünglingen noch nichts wissen. Auf ins benachbarte Tschechien, lautet daher die Devise, denn da warten bekanntlich käufliche Damen auf solvente Entdecker. Doch statt amouröser Abenteuer steht mächtiger Ärger auf dem Reiseprogramm, haben doch die jugendlichen Sextouristen nicht mit üblen Gaunern, ungnädigen Zuhältern und der Tücke des Objekts gerechnet.

Womöglich eigene Erfahrungen und Beobachtungen aus der grenznahen Heimat bei Vilsbiburg verarbeitet Newcomer Stefan Betz in seinem ersten abendfüllenden Spielfilm, der bajuwarischen Antwort auf den Coming-of-Age-Klamauk aus Hollywood.

Ein 16-jähriger Ministrant aus der niederbayerischen Provinz und seine zwei Freunde wollen in einem tschechischen Bordell ihr erstes Mal erleben, ihr Plan geht allerdings gehörig daneben. Nur einer von ihnen kommt überhaupt zum Zug, bevor alle vor den Handlangern des Zuhälters flüchten und zu guter Letzt auch noch einer Schwangeren bei der Entbindung behilflich sein müssen.

Ihren Freund Ralf, der mit dem Mofa verunglückt ist, haben Wolfgang, Hunter und Schilcher gerade beerdigt - dabei hat er's trotz fester Freundin noch nicht einmal "getan". Schrecklich! Damit sich so etwas nicht wiederholt, muss postwendend die eigene Unschuld dran glauben. Und weil sich die heimischen Mädels blöderweise lieber den PS-stärkeren Fiesta- und Golffahrern an den Hals werfen, planen die geplagten Mofafahrer einen Trip ins benachbarte Tschechien. Die käufliche Liebe ist dort angeblich preiswert und leicht zu finden.

Kritik zu Grenzverkehr

"Her mit den kleinen Tschechinnen", denken sich drei Freunde aus der tiefen bayerischen Provinz und fahren über die nahe Grenze, um ihre Unschuld zu verlieren. Was natürlich gehörige Probleme nach sich zieht, wie Nachwuchsregisseur Stefan Betz in seinem Langfilmdebüt humorvoll vor Augen führt. Mit "Grenzverkehr" treffend betitelt, zielt die Mischung aus Initiations-Komödie und Roadmovie eher aufs Teenpublikum, das sich auch in vielen Szenen leicht wiederfinden kann.

Zuerst stehen sie am Grab, der Wolfgang, wegen seiner Nahkampfkünste Wong genannt, und seine Kumpels Hunter und Schilcher. Ihren Freund Ralf, der mit seinem Mofa verunglückt ist, haben die drei Ministranten gerade beerdigt - dabei hat er's trotz fester Freundin noch nicht einmal "getan". Ein wahrhaft schreckliches Los. Damit sich so etwas nicht wiederholt, muss postwendend die eigene Unschuld dran glauben. Und weil sich die heimischen Mädels blöderweise lieber den PS-stärkeren Fiesta- und Golffahrern an den Hals werfen, planen die geplagten Mofafahrer einen Trip ins benachbarte Tschechien.

Wieder mal "das erste Mal". Ob kleine Französinnen, amerikanische Teen-Queens oder leichte tschechische Mädchen, der zu beseitigende pubertäre Hormonstau taugt immer wieder zum Kinostoff - schlüpfrige Witze inklusive. Dabei hält sich Spielfilmdebütanten Stefan Betz in Sachen schneller Sex und platte Zoten angenehm zurück und lenkt mehr Augenmerk auf die alltäglichen Sorgen und Nöte seiner heranwachsenden Protagonisten. In der bayerischen Provinz nimmt die von ihm verfasste Geschichte ihren Anfang. Terrain, das der im nahen Landshut geborene Filmemacher gut kennt. Entsprechend sorgfältig und liebevoll zeichnet er seine Figuren, nutzt seine Ortskenntnisse um reichlich Lokalkolorit einzufangen. Sind die Personen einmal etabliert, verwandelt sich sein etwas anderer, von Kameramann Alexander Fischerkoesen versiert auf Super-16 gebannter "Heimatfilm" zum Roadmovie.

Die Mofas werden heimlich gegen schnellere Mopeds "getauscht" - praktisch, dass Schilchers Vater im Nebenerwerb Zweiräder verkauft - und schon geht's ab in den (reichlich trostlosen) "Temple of Love". Hier heißt's Hosen runter - zumindest für den einen -, während beim anderen der zu schnell konsumierte Bailey partout nicht im Magen bleiben will. Was zwei Zuhälter auf den Plan ruft, die 500 Euro zwecks Schadenbeseitigung fordern und als "Pfand" die fahrbaren Untersätze nebst Klamotten kassieren. Wie jetzt nach Hause kommen? Wie den ahnungslosen Eltern die missliche Lage erklären, wie der gerade noch an der Grenze aufgelesenen, hochschwangeren Alicia (sympathisch: Henriette Richter-Röhl) helfen?

Einmal im Bordell angekommen - die Chefin gibt Dana Vávrová, ihre willfährigen Helfer spielen in launiger Laurel-und-Hardy-Manier Götz Otto und Oliver Korritke -, wandelt sich Betz' Stil noch einmal. Slapstick ist angesagt, turbulente Comedy mit klassischen Verfolgungsjagden, Verwechslungen und Verletzungen. War das Tempo zunächst gemächlich, sprich bayerisch-gemütlich, ist es jetzt hoch. Die Pointen kommen schnell und die zunächst etwas kantig wirkenden Jungs -Andreas Buntscheck, Ferdinand Schmidt-Modrow und Joseph M'Barek - gehen voll in ihren Rollen auf. Als Zuschauer leidet man mit den gebeutelten Helden mit, Identifikation findet statt, der Funke springt über. Mehr kann man von einem Erstling nicht erwarten. geh.

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Info

Plakat des Films: Grenzverkehr
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 18.08.2005

Deutschland 2005

Länge: 1 h 31 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Grenzverkehr

Regie: Stefan Betz

Drehbuch: Stefan Betz

Musik: Joe Mubare, Manuel Lopez

Produktion: Uli Aselmann, Robert Marciniak

Kostüme: Walter Schwarzmeier

Kamera: Alexander Fischerkoesen

Schnitt: Manuela Kempf

Ausstattung: Anne Haselhorst

Website: http://www.movienetfilm.de/grenzverkehr/