Bewegender Antikriegsfilm ohne Schlachtgetümmel und Familiendrama über einen Mann, der den Tod seiner Frau im Irak nicht verkraften kann.

Kinostart: 28.08.2008

John Cusack

John Cusack
als Stanley Phillips

Alessandro Nivola

Alessandro Nivola
als John Phillips

Shélan O'Keefe
als Heidi Phillips

Gracie Bednarczyk
als Dawn Phillips

Doug Dearth
als Captain Riggs

Doug James
als Chaplain Johnson

Marisa Tomei
als Frau am Pool

Dana Gilhooley
als Grace Phillips

Mary Kay Place
als Frau bei Beerdigung

Handlung

Stan Philipps (John Cusack) betreibt in Minnesota einen kleinen Laden und hütet die beiden jungen Töchter Heidi (Shélan O'Keefe) und Dawn (Gracie Bednarczyk). Seine Frau Grace dient als Sergeant im Irak. Als ihn die Nachricht von ihrem Tod ereilt, bringt es Stan nicht fertig, seinen Kindern die Wahrheit zu sagen. Spontan fährt er mit ihnen quer durch die USA zu Grace's Lieblingsort in Florida. So lernt sich die Familie zum ersten Mal richtig kennen.

Abermals klagt ein bewegendes Drama von Trauer und Verlust amerikanischer Bürger, die sie durch den Irak-Krieg erlitten haben - wie unlängst "Im Tal von Elah". James C. Strouse konnte für sein Debüt zahlreiche renommierte Preise einstreichen. Clint Eastwood steuerte den Soundtrack bei.

Stanley Phillips ist ein amerikanischer Jedermann aus Minnesota. Er arbeitet im Baumarkt und kümmert sich liebevoll um seine beiden Töchter, zwölf und acht Jahre alt. Da bekommt er eine schreckliche Nachricht: Seine Frau, Soldatin im Irakkrieg, ist gefallen. Er bringt es nicht über sich, es seinen Kindern zu sagen und unternimmt stattdessen mit ihnen einen Ausflug in einen weit entfernten Freizeitpark in Florida. Im Lauf des Trips werden seine Trauer und Verzweiflung immer größer.

Stanley Phillips ist ein amerikanischer Jedermann aus Minnesota. Er arbeitet im Baumarkt und kümmert sich liebevoll um seine beiden Töchter, zwölf und acht Jahre alt. Da bekommt er eine schreckliche Nachricht: Seine Frau, die als Soldatin im Irak stationiert war, ist gefallen. Er bringt es nicht über sich, seinen Kindern die schreckliche Wahrheit zu sagen und unternimmt mit ihnen stattdessen einen Ausflug in einen weit entfernten Freizeitpark in Florida. Im Laufe des Trips wird seine Trauer und Verzweiflung immer größer.

Kritik

Bewegender Antikriegsfilm ohne Schlachtgetümmel und Familiendrama über Verlust und Trauer mit John Cusack, der den Tod seiner Frau im Irak nicht verkraften kann.

Eine ganz normale amerikanische Familie im Mittleren Westen, nur dass statt des Mannes die Frau im Irak als Soldatin kämpft. Stanley Phillips, früher selbst in der Army und wegen schlechter Augen ausgemustert, arbeitet im Baumarkt und kümmert sich liebevoll um seine beiden Töchter, zwölf und acht Jahre alt. Und dann stehen sie vor seiner Tür, zwei Uniformierte und überbringen ihm routiniert die Nachricht vom Tod seiner Frau, Beileid inklusive. Die Tragik des Krieges hat ihn eingeholt. Statt den Mädchen die Wahrheit zu sagen, schiebt er diesen Moment immer weiter vor sich her, begibt sich mit ihnen von Minnesota aus quer durch das Land auf eine Fahrt in den Freizeitpark "Enchanted Gardens" im fernen Florida. Je länger der Vater mit ihnen unterwegs ist, um so mehr empfinden sie sich als Familie, aber um so schwieriger wird es auch, den Kindern das Schreckliche zu erklären - die Verdrängung nimmt überhand. Die Ältere ahnt, dass da etwas nicht stimmt, die jüngere genießt naiv den Trip.

John Cusack spielt den Trauernden, der nach außen fröhlich scheinen muss und dabei innerlich verzweifelt und selbst Trost sucht, überzeugend in seiner Zerrissenheit und Verlorenheit. Er verweigert sich der schmerzhaften Konfrontation, obgleich sein Leid mit jedem Tag zunimmt, bis zur emotionalen Katharsis. James C. Strouse zeigt das Leben im Mittleren Westen aus der Perspektive derer, die dort leben, lässt nicht eine Sekunde Überheblichkeit spüren. So ist Stanley der Durchschnittsmensch aus der gepflegten Vorstadt, dessen Grundfesten zusammenbrechen. Ein Befürworter des Irakkrieges im Gegensatz zu seinem Bruder, einem erklärten Gegner (wobei der politische Streit zwischen den Brüdern etwas gekünstelt wirkt). "Grace is Gone" bewegt durch seine einfache Erzählweise, die Reduzierung auf das Notwendige. Wenn das Trio auf der Highway an sich immer wiederholenden Fast-Food-Restaurants und Shopping-Malls vorbeifährt, in den üblichen Motels übernachtet, so unterstreicht der Blick auf diese Alltäglichkeiten, die alltägliche Entfremdung. Die männliche Hauptfigur repräsentiert aber auch die Mehrheit seiner Landsleute, die nichts vom Irakkrieg wissen wollen, die das Grauen wegschieben und nur aus dem nationalen Koma erwachen, wenn es sie persönlich betrifft. Da passt es, dass das in geringer Kopienzahl gestartete Drama in USA - wie auch andere Irak-Filme von der Heimatfront wie "Im Tal von Elah" oder "Badland"- auf wenig und ambivalente Resonanz stieß. Was seine Qualität nicht schmälert. mk.

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Info

Plakat des Films: Grace Is Gone
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 28.08.2008

USA 2007

Länge: 1 h 25 min

Genre: Drama

Originaltitel: Grace Is Gone

Regie: James C. Strouse

Drehbuch: James C. Strouse

Musik: Clint Eastwood

Produktion: John Cusack, Daniela Taplin Lundberg, Galt Niederhoffer, Celine Rattray, Grace Loh

Kostüme: Ha Nguyen

Kamera: Jean-Louis Bompoint

Schnitt: Joe Klotz

Ausstattung: Susan Block

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