Starbesetzte Satire im Stil von "American Beauty" über das langsam zerbröckelnde Leben in einer amerikanischen Vorstadt.

Kinostart: 05.10.2006

Jamie Bell

Jamie Bell
als Dean Stiffle

Justin Chatwin

Justin Chatwin
als Billy

Camilla Belle

Camilla Belle
als Crystal Falls

Lou Taylor Pucci
als Lee Parker

Glenn Close
als Carrie Johnson

William Fichtner
als Dr. Bill Stiffle

Ralph Fiennes
als Mayor Michael Ebbs

Caroline Goodall
als Mrs. Parker

John Heard
als Officer Lou Bratley

Jason Isaacs
als Mr. Parker

Rory Culkin
als Charlie Stiffle

Carrie-Anne Moss
als Jerri Falls

Rita Wilson
als Terri Bratley

Thomas Curtis
als Charlie Bratley

Tim DeKay
als Mr. Peck

Lauren Holly
als Boutiquenbesitzerin

Richard Gleason
als Vater

Allison Janney
als Mrs. Stiffle

Josh Janowicz
als Troy

Handlung

Teenager Dean Stiffle (Jamie Bell) lebt mit seinen Eltern in einer besseren Vorstadtgegend, wo heile Fassaden einen ebensolchen Eindruck vom Leben dahinter vermitteln wollen. Doch das vermeintliche Idyll gerät ins Wanken, als der Tod eines jugendlichen Dealers und besten Freundes von Dean eine Kette von fatalen Ereignissen in Gang setzt. So wollen kriminelle Mitschüler Dean zu Kurierdiensten zwingen, indem sie seinen kleinen Bruder entführen. Doch die Clique um Rowdy Bill (Justin Chatwin) erwischt das falsche Kind.

Abgründe hinter Spießerfassaden auszuloten und vom ganz normalen Wahnsinn zu erzählen ist das Ziel eines stargespickten Mittelklassedramas in der Tradition von "American Beauty", "Donnie Darko" und "Desperate Housewives".

Der mit seinem Leben unzufriedene Teenager Dean lebt in einer südkalifornischen Trabantengemeinde. Er muss die endlosen Belehrungen seines Selbsthilfeguru-Vaters ertragen, entdeckt die Leiche seines besten und einzigen Freundes Troy und wird von dem Rowdy Billy und dessen Bande unter Druck gesetzt, Drogen beizuschaffen. Als Dean sich weigert, wollen sie seinen jüngeren Bruder entführen, erwischen aber den falschen Jungen, dessen Mutter so mit den Vorbereitungen ihrer Hochzeit beschäftigt ist, dass sie gar nicht merkt, dass er nicht mehr da ist. Und das ist nur der Anfang eines Tages, in dem der Zusammenhalt der kleinen Gemeinde auf eines schwere Probe gestellt wird.

Dean lebt mit seinen Eltern in der Vorhölle Suburbia und muss nicht nur das ständige Selbsthilfe-Psychogeschwätz seines Vaters mit anhören, sondern auch noch den Selbstmord seines besten Kumpels Troy verarbeiten. Zuhause gibt es zwar für jede Sorge eine kleine Pille, doch als Troys Freundin Crystal mit ihrer Clique den überforderten Dean dazu drängt, Troys verschollenes Drogenarsenal zu bergen, gerät die Situation endgültig außer Kontrolle: Um den Druck auf den armen Dean zu erhöhen, soll sein kleiner Bruder entführt werden.

Kritik

Leichtfüßige, aber nicht leichtfertige Satire auf Wohlstandsvorstädte, wo Erwachsene hemmungslos nach Perfektion und Selbstverwirklichung streben und darüber den Kontakt zu ihren Kindern verloren haben.

In Sundance kam die mit fantastischen Elementen angereicherte Entlarvung des poliert-verlogenen Vorstadtamerikas bestens an, was an Newcomer Arie Posins Talent, dem tragikomischen Ton, der Ader fürs Besinnliche und einer bis in die kleinste Nebenrolle prominenten Top-Besetzung liegen dürfte.

Und an diversen Schockwellen, deren erste den kontaktarmen Dean (Jamie Bell) derart verstört, dass er vergisst, den anderen vom Selbstmord seines einzigen Freundes Troy zu erzählen. Wem auch? Die Eltern hören ohnehin nicht auf ihre Sprösslinge, und wenn, dann nur, um sie für den eigenen Selbsthilfe-Bucherfolg zur Grundlagenforschung heranzuziehen. Wie Deans Vater Bill (William Fichtner), der ihn ständig mit neuen Psychopharmaka ruhigstellt. So ist die mit Medikamenten erwirkte Trabantenstadtidylle des Sonnenstaates Südkalifornien von groben Verwerfungen zerrissen.

Dean trifft Troys Freundin Crystal (Camilla Belle), die der Bande um Rowdy Billy (Justin Chatwin) angehört. Sie haben es auf Troys von der ganzen Schule gebrauchte Drogensammlung abgesehen. Dean soll sie beschaffen. Damit er es auch tut, entführen sie seinen jüngeren Bruder, erwischen jedoch den falschen. Dessen Mutter ist so mit ihrer bevorstehenden Hochzeit (zeitgleich zu Troys Trauerfeier) beschäftigt, dass sie sein Fehlen nicht mal bemerkt. Als sich die Geiselsituation zuspitzt, platzt Dean der Kragen.

Jeder ist ein Junkie, ob nach Antidepressiva, Erfolg, Sex, Videogames (wie Deans Bruder, der permanent ein wüstes Metzelspiel namens Chumscrubber bedient) so glossiert Posin. Vermutlich würde diese "Prozac Nation" ohne Medikamente sogleich an ihrer suburbanen Entfremdung und dem gezielten aneinander Vorbeileben eingehen - eine wahre Parallelgesellschaft von Erwachsenen und Jugend. Zunächst entwirft Posin ein "American Beauty"-Panorama mit diversen verzweifelten Hausfrauen, streut aber fortlaufend kleine Irritationen ein. Die surrealen Intermezzi kulminieren nach Fasson von "Donnie Darko" und leisten besinnlichen Augenblicken Vorschub, die das Ensembledrama um komische, tragische und nachdenkliche Aspekte bereichert. tk.

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Info

Plakat des Films: Glück in kleinen Dosen
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 05.10.2006

USA 2005

Länge: 1 h 48 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Chumscrubber

Regie: Arie Posin

Drehbuch: Zac Stanford

Musik: James Horner

Produktion: Lawrence Bender, Bonnie Curtis

Kostüme: Mary Claire Hannan

Kamera: Lawrence Sher

Schnitt: Arthur Schmidt, William Scharf

Ausstattung: Patti Podesta

Website: http://www.glueck-in-kleinen-dosen.de/

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