Brit-Comedy um zwei lebenslustige Schwägerinnen. Mit frischen Alltagshumor made in England.

Kinostart: 05.11.1998

Handlung

Die rüstigen Schwägerinnen Dawn und Jackie versüßen sich die Akkordarbeit in einer Telefonteilfabrik mit Witzeleien und danach mit Bingo-Nächten. Mit einem stattlichen Lotteriegewinn machen sie sich auf ins Spielerparadies nach Las Vegas, um zum ersten Mal - und für die krebskranke Dawn zum letzten Mal - ihr Leben zu genießen. Jackie findet in einem alternden Rodeoreiter sogar eine neue Liebe.

Brit-Comedy um zwei lebenslustige Schwägerinnen. Mit frischen Alltagshumor made in England.

Kritik

Ob es am Optimismus Tony Blairs liegt, daß das britische Kino zur Zeit eine erfolgreiche Renaissance erfährt, sei dahingestellt, aber auffällig ist schon, daß man mit beinahe jeder neuen Produktion auf gelungenen Kurs gehen kann. Der zweite Spielfilm von Nick Hurran schöpft wie "Ganz oder gar nicht" und "Brassed Off" in seinen Szenen aus dem Vollen des Alltagswitzes der Arbeiterklasse, zieht alle Register beim Bingo-Night-Fever und gönnt sich, als es dramatisch wird, eine Frischzellenkur in Las Vegas, wohin die mit großem Lotteriegewinn aufgebrochenen Schwägerinnen Dawn (Brenda Blethyn, "Lügen und Geheimnisse") und Jackie (die unverwüstliche Julia Walters, seit "Rita will es endlich wissen" ein Dauer-As) ziehen, um als "Thelma & Louise" im Rentenalter das Leben noch einmal in vollen Zügen zu genießen.

Die erste Hälfte, die in dem nordenglischen Nest Rawtenstall spielt, fängt die ungleichen Schwägerinnen bei der Akkord-Arbeit an Mobiltelefonteilen ein, wo sie mit schlagfertigem Instant-Pointen-Witz Jackies den Vorarbeiter bremsen, sich bei den urbritischen Bingo-Veranstaltungen die titelgebende Nacht der kleinen Freiheiten im großen Schuldenhaufen gönnen, wo Jackie ihren Affären nachgeht und Dawn mit Taubenkot vom Dach beglückt wird. Als gleichzeitig Dawns Krebskrankheit ausbricht und der Geldgewinn ansteht, ändern sie radikal die Richtung, blühen in den USA im Spielerparadies und auf einer Ranch auf und kehren erst zurück, als Dawn sterben will.

Trotz dieses ernsten Themas hält der Film geschickt die Balance, die sich daraus ergibt und gesteht Jackie ein sanftes Happy-End mit Rodeo-Mann Cody zu, den Kris Kristofferson ähnlich präsent wie in John Sayles' Meisterwerk "Lone Star" spielt, wo er noch die sardonische "grim viper" war. Diesem Trio zuzusehen und sich an den Sperrfeuerdialogen sattzuhören, ist allein den Eintritt wert. Für die Briten-Humor-Fraktion in mittleren Häusern eine Garantiepartie. ger.

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Info

Plakat des Films: Girls' Night - Jetzt oder nie
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 05.11.1998

Großbritannien 1997

Länge: 1 h 43 min

Genre: Drama

Originaltitel: Girls' Night

Regie: Nick Hurran

Drehbuch: Kay Mellor

Musik: Edward Shearmur

Produktion: Bill Boyes

Kamera: David Odd

Schnitt: John Richards

Ausstattung: Taff Batley