Ambitioniertes Remake von Mike Hodges düsterem Kultklassiker "Jack rechnet ab".

Kinostart: 16.08.2001

Sylvester Stallone

Sylvester Stallone
als Jack Carter

Miranda Richardson

Miranda Richardson
als Gloria

Rachael Leigh Cook

Rachael Leigh Cook
als Doreen

Alan Cumming
als Jeremy Kinnear

Mickey Rourke
als Cyrus Paice

John C. McGinley
als Con McCarty

Rhona Mitra
als Geraldine

Johnny Strong
als Eddie

John Cassini
als Thorpey

Garwin Sanford
als Les Fletcher

Michael Caine
als Cliff Brumby

Gretchen Mol
als Audrey

Handlung

Geldeintreiber Jack Carter kehrt zur Beerdigung seines Bruders in seine Heimatstadt Seattle zurück, wo er von der Witwe und seiner Nichte Doreen nicht gerade mit offenen Armen empfangen wird. Er glaubt, dass sein Bruder ermordet wurde und stellt Nachforschungen an. Diese führen ihn zu seinem ehemaligen Kollegen, der ein Internet-Pornoimperium betreibt, und einem Computer-Milliardär.

Jack Carter, Daumenbrecher im Dienste des Syndikats, kehrt er nach vielen Jahren in seine Heimatstadt Seattle zurück, um dem Begräbnis seines Bruders Richie beizuwohnen. Schnell stellt er fest, dass am vermeintlichen Unfalltod Richies etwas faul war. Von Rachegedanken getrieben, macht er sich mit Hilfe seiner attraktiven Nichte Doreen auf die Suche nach der Wahrheit. Seine Nachforschungen führen Carter schließlich zu einem Computer-Milliardär und zu einem ehemaligen Kollegen, der inzwischen ein Pornoimperium leitet.

Kritik

Drei Jahre nach seiner bemerkenswerten Rolle in der Indie-Crimestory "Copland" meldet sich Sylvester Stallone als gestrauchelter Racheengel in dem Actiondrama "Get Carter" zurück. Dabei handelt es sich um ein Remake von Mike Hodges düsterem Kultklassiker "Jack rechnet ab" aus dem Jahr 1971 mit Michael Caine als Titelantiheld, der hier in einer kleinen Nebenrolle auftritt. Die ambitionierte, jedoch nur bedingt überzeugende Neuadaption bescherte dem angrauenden Action-Rambo in den USA mit 6,7 Mio. Dollar eines seiner bislang schwächsten Openings.

Das Drehbuch von David McKenna ("American History X") basiert auf dem 1970 erschienenen Roman "Jack's Return Home" von Ted Lewis und verpflanzt das Geschehen von der englischen Provinz ins regentriefende Bill-Gates-Country von Seattle. Während der Grundriss des Plots erhalten blieb, wurden die damals als relativ drastisch angesehenen Sexszenen des Originals weitgehend eliminiert und die nihilistische Gewalt in den Hintergrund gedrängt. Titelfigur Jack Carter ist ein schlagkräftiger Geldeintreiber für einen großen Unterweltboss in Las Vegas, der sich zur Beerdigung seines angeblich bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Bruders nach Seattle begibt. In seiner Heimatstadt wird er von der Witwe (Miranda Richardson) und seiner Nichte Doreen (Rachael Leigh Cook aus "Eine wie keine") nicht gerade mit offenen Armen empfangen, da er jahrelang nichts von sich hören ließ. Carter ist davon überzeugt, dass sein Bruder ermordet wurde und stellt umgehend Nachforschungen an. Diese führen ihn zu seinem ehemaligen Kollegen Cyrus Paice (Mickey Rourke im ferngesteuertem Bad-Boy-Modus), der jetzt ein florierendes Internet-Pornoimperium betreibt, und dem Computer-Milliardär Jeremy Kinnear (Alan Cummings einmal mehr als rückgratlose Memme). Carter macht sich im Rundumschlag extrem unbeliebt und hat alsbald auch noch die Schergen seines Arbeitgebers auf dem Hals, da er sich ohne Erlaubnis abgeseilt hat. Doch als er die ganze Tragweite des Todes seines Bruders erfasst, wird er zum "Judge Dredd" im silber glänzenden Designeranzug, zum gnadenlosen Vollstrecker.

Regisseur Stephen Kay ("Mod Squad") nähert sich der wohlbekannten Story vom Berufskriminellen mit harter Schale und weichem Herz, der im Zuge seines Rachefeldzugs mit den Dämonen seiner Vergangenheit konfrontiert wird, mit diversen visuellen Spielereien wie Verzögerungseffekten und unkonventionellen Bildkompositionen, um der "Payback"-Variante ein hippes und modernes Flair zu verleihen. Doch oftmals wirkt gerade das auffallend kalkuliert und verleiht dem schwermütigen Rachethriller im ausgewaschenen Deprolook einen prätentiösen Anstrich. Bei den Actionsequenzen verlässt sich der junge Filmemacher hingegen auf erprobten Routinestandard - er setzt auf rabiate Faustkämpfe (das blutige Match zwischen "Rocky" und dem ehemaligen Profiboxer Rourke bildet ein interessantes Highlight), relativ moderaten Schusswaffengebrauch und die obligatorischen Autoverfolgungsjagden. Die emotionale Interaktion zwischen Stallone und Cook soll dem Film sein gefühlvolles Herzstück geben, doch mutet ihr Rapport bestenfalls seltsam hölzern-hohl an. Die traditionell treueren europäischen Fans werden Stallone vermutlich mit größerer Begeisterung bei seinen Aufräumungsarbeiten begleiten. Inwiefern ein Einspiel auf dem Niveau von "Demolition Man" oder "The Specialist" möglich ist, muss sich zeigen. ara.

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Info

Plakat des Films: Get Carter - Die Wahrheit tut weh
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 16.08.2001

USA 2000

Länge: 1 h 42 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Get Carter

Regie: Stephen Kay

Drehbuch: David McKenna

Musik: Tyler Bates

Produktion: Mark Canton, Elie Samaha, Neil Canton

Kostüme: Julie Weiss

Kamera: Mauro Fiore

Schnitt: Jerry Greenberg

Ausstattung: Charles Wood, Helen Jarvis