Das perfekte Geheimnis - auf KINO&CO

Politthriller von Claude Chabrol, der in groben Zügen auf dem Skandal um den Mineralölkonzern Elf Aquitaine beruht.

Kinostart: 20.07.2006

Isabelle Huppert

Isabelle Huppert
als Jeanne

François Berléand

François Berléand
als Humeau

Patrick Bruel
als Sibaud

Robin Renucci
als Philippe

Marilyne Canto
als Erika

Thomas Chabrol
als F

Jean-François Balmer
als Boldi

Pierre Vernier
als President Martino

Jacques Boudet
als Descarts

Philippe Duclos
als Hol

Jean-Christophe Bouvet
als Anwalt Parlebas

Roger Dumas
als Ren

Yves Verhoeven
als Gerichtsschreiber

Stéphane Audran
als Rosa

Die Handlung von Geheime Staatsaffären

Jeanne Charmant (Isabelle Huppert) ist die neue Untersuchungsrichterin im Tribunal de grande instance und als solche für einen aufsehenerregenden Fall von Wirtschaftskriminalität zuständig, bei dem unter anderem Staatsbedienstete Vorteile aus hohen Wirtschaftskreisen empfangen haben sollen. Nach ein paar Wochen auf Jeannes Grill ist auch der gestern noch geachtete Humeau (François Berléand) weichgekocht. Manchem aber geht der Ermittlungsstil der eisernen Lady zu weit.

Mit viel schwarzem Humor spinnt der französische Meisterregisseur Claude Chabrol ein Thriller-Szenario, das nicht von ungefähr an den historischen Skandal um den Mineralölkonzern Elf Aquitaine erinnert.

Richterin Jeanne Charmant ermittelt in einem Aufsehen erregenden Fall, in dem es um Veruntreuung und die Zweckentfremdung öffentlicher Finanzmittel geht, um unlautere Beziehungen zwischen Politikern und einem Industriekonzern. Immer mehr wird Jeanne sich im Verlauf ihrer Ermittlungen ihrer Macht bewusst, um gleichzeitig festzustellen, dass ihr Privatleben in eine Krise schlittert.

Jeanne Charmant-Killman macht ihrem Namen alle Ehre: Die eloquente Dame mittleren Alters ist als Untersuchungsrichterin für Korruptionsaffären zuständig. In ihrem neuesten Untreuefall geht es um den Mega-Bonzen Michel Humeau, der sich für Privatreisen aus der Firmenkasse bedient haben soll. Der Skandal verhilft Jeanne zu ungeahnter Popularität, doch sie merkt sehr schnell, dass in der Welt des Big Business andere Regeln gelten als in der Justiz - und auch ihr Mann Philippe hält wenig von der neuen Berühmtheit seiner Frau.

Kritik zu Geheime Staatsaffären

Süffisant prangert Claude Chabrol Korruption in Politik, Wirtschaft und Justiz an. Isabelle Huppert lehrt als Untersuchungsrichterin der bösen Bagage das Fürchten.

Sie hat einen Namen, der auf der Zunge zergeht. Jeanne Charmant Killman, ihres Zeichens Untersuchungsrichterin. So richtig charmant ist sie aber nur in den wenigsten Fällen. In dem neuen Fall über undurchsichtige Finanztransfers und Schmiergeldzahlungen auf höchster Wirtschaftsebene räumt sie rigoros im Saustall der Oberen Zehntausend auf. Als erstes gerät der arrivierte und an einer Allergie leidende Humeau in ihre Fänge, der bald nicht mehr im Luxus schwelgt, sondern in einer kargen Zelle sitzt. Nach und nach entwirrt Madame das Netz aus Lügen und Männer-Bündelei, legt sich mit den Herren im teuren Tuch an und sorgt in den Vorstandsetagen für Verunsicherung. Sie dreht den Spieß um, ist diejenige, die fragt und in die Enge treibt, die Macht ausübt. Eine Konstellation, die ihr gefällt und bei der sie nicht merkt, wie ihre Ehe zerbricht. Sie glaubt an die Unabhängigkeit der Justiz, ein naiver Fehler, wie sich am Ende herausstellt. Denn der Klebstoff der Politik, Wirtschaft und Justiz zusammen und am Laufen hält, heißt Machterhalt mit allen Mitteln. Claude Chabrol geht es um zwei Fragen: Wie weit kann man persönliche Macht ausweiten, ohne an die Grenzen zu stoßen? Inwieweit kann die menschliche Natur dem Machtrausch widerstehen? Der augenzwinkernden Ankündigung, eine Ähnlichkeit mit lebenden Personen sei rein zufällig, sollte man keinen Glauben schenken, auch wenn Wirtschaftsdelikte manchmal als Kavaliersdelikte gelten. Im Verlauf des Aufsehen erregenden Verfahrens stellt der Altmeister immer wieder das quasi öffentliche Büro der Richterin ihrer Intimsphäre in den vier Wänden gegenüber, das Rollenverhalten als Staatsdienerin dem als Privatperson. Interessant die Konfrontation zwischen Klägerin und Angeklagten, die zwar auf verschiedenen Seiten stehen, aber doch etwas gemeinsam haben - beide sind keine Absolventen der "Grandes Ecoles", dem französischen Karriere-Türöffner, sondern schafften es aus eigener Kraft auf gehobene Position. Der Schwerpunkt liegt auf verbalen Duellen, so exquisit und psychologisch ausgefeilt, wie sie nur Chabrol gelingen, der hier zur Intensität seiner frühen Werke zurückfindet. Wenn bei diesem spannenden Katz- und Mausspiel einer wie immer großartigen Isabelle Huppert zwischen Erotik und Härte langsam die Zügel entgleiten, wird das gesellschaftliche zum individuellen Drama. mk.

Wertung Questions?

FilmRanking: 25441 -1774

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Geheime Staatsaffären

Kinostart: 20.07.2006

Deutschland/Frankreich 2006

Länge: 1 h 50 min

Genre: Thriller

Originaltitel: L' ivresse du pouvoir

Regie: Claude Chabrol

Drehbuch: Claude Chabrol, Odile Barski

Musik: Matthieu Chabrol

Produktion: Patrick Godeau

Kostüme: Mic Cheminal

Kamera: Eduardo Serra

Schnitt: Monique Fardoulis

Ausstattung: Catherine Pierrat