Tragikomödie aus der Sicht eines Teenagers auf das bröckelnde Familienidyll - das Langfilmdebüt von Regisseurin Ulrike von Ribbeck entsteht innerhalb der ZDF-Redaktion Das kleine Fernsehspiel.

Kinostart: nicht bekannt

Kritik

Selten ließ sich der Inhalt eines Films so prägnant auf den Punkt bringen: 14, weiblich. Und sehr viel mehr passiert in der Geschichte dieses Langfilmdebüts auch nicht; das aber in aller gebotenen Tragik, denn wenn man 14 ist, bietet sich gerade die Welt der Gefühle als eine Kette extremer, gern auch widersprüchlicher Erfahrungen an. Da die meisten erwachsenen Zuschauer das alles schon mal mitgemacht, aber auch hinter sich gelassen haben, kann sich Nora von vornherein eines gewissen Mitgefühls sicher sein. Ein kleiner Besetzungs-Coup führt dazu, dass das auch für den Film gilt: Nora wird von der jungen Lola Klamroth verkörpert, die wiederum die Tochter von Peter Lohmeyer ist; und der spielt ihren Vater.

Dieses Detail ist beinahe interessanter als der Film, denn bei aller Faszination für das gern in extremer Nahaufnahme und ohnehin permanent ins Bild gesetzte Gesicht der Hauptdarstellerin hat Regisseurin Ulrike von Ribbeck vergessen, ihrer eigentlich reizvollen Geschichte (Buch: von Ribbeck und Katharina Held) auch eine packende Verpackung zu geben. So hübsch die immer wieder poetischen Bilder (Kamera: Sonia Rom) auch anzuschauen sind: Der Film plätschert ohne erkennbare Dramaturgie vor sich hin. Über weite Strecken lebt er allein vom knochigen Reiz der unfertigen Hauptfigur, die sich als Tochter gutsituierter Eltern im Berliner Villenvorort während der Sommerferien in einen neuen Nachbarn (Harald Schrott) verliebt. Ihren Erzeugern ist der Mann allerdings alles andere als unbekannt: Thomas, derzeit arbeitsloser Schauspieler, hatte einst was mit Noras Mutter (Beata Lehmann), was Vater Uwe ihm noch heute nachträgt. Als Uwe rauskriegt, dass dem verhassten Nachbarn Noras Gefühle sogar entgegenkommen, weil er offenbar auf junge Mädchen steht, rastet er aus.

Das Drehbuch würzt die überschaubare Erzählung mit allerlei Seitensträngen, die das Eheleben vertiefen oder die Reaktionen der Eltern erklären sollen: Mutter Anette beginnt wieder zu studieren und lässt sich auf die Avancen eines heftig verliebten, aber viel jüngeren Kommilitonen ein; Uwes Partner steigt ohne Vorwarnung aus dem gemeinsamen Küchenhandel aus. Aber letztlich dreht sich alles nur um Nora. Lola Klamroth verhält sich vor der Kamera sehr natürlich, was im Wesentlichen heißt: Falls sie sich nicht gerade in stiller Schwärmerei ergeht, wirkt sie entweder traumverloren oder verunsichert. Das ist mitunter hübsch anzuschauen, wenn die Kamera Nora in einem Regen von Flaumfedern umkreist, aber oft auch einfach nur langweilig. tpg.

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Info

Plakat des Films: Früher oder später

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2007

Genre: Drama

Originaltitel: Früher oder später

Regie: Ulrike Ribbeck

Drehbuch: Katharina Held

Produktion: Steffi Ackermann, Beatrice Kramm

Kostüme: Bettina Weiß

Kamera: Sonja Rom

Schnitt: Natali Barrey

Ausstattung: Ina Timmerberg

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