Scharfzüngige Komödie über vier wohlhabende Freundinnen in Los Angeles, von denen jede ihre persönlichen Krisen zu meistern hat.

Kinostart: 07.09.2006

Die Handlung von Friends with Money

Franny (Joan Cusack) hat Geld wie Heu, aber Geld allein macht nicht glücklich. Jane (Frances McDormand) designt erfolgreich Sportmode, ist aber vielleicht mit einem Schwulen verheiratet. Christine (Catherine Keener) arbeitet gemeinsam mit ihrem Mann David (Jason Isaacs) an einem Drehbuch, was dem Ehefrieden nicht gut bekommt. Olivia (Jennifer Aniston) wird von Franny mit Mike (Scott Caan) verkuppelt und kann es nicht fassen, als ihr Franny Kredit für eine Geschäftseröffnung verweigert.

Vier Freundinnen aus Los Angeles und ihre kleinen Krisen, gut beobachtet und souverän inszeniert von Nicole Holofcener in einer pointierten Hollywood-Damenkomödie von moderatem Tiefgang.

Franny, Jane, Christine und Olivia sind Freundinnen in einer wohlhabenden Gegend von Los Angeles. Franny ist die reichste von ihnen, während Jane sich mit einem modebewussten Gatten herumschlagen muss, den man gemeinhin für schwul hält, und die Ehe von Christine durch einen bevorstehenden Drehbuchdeal geprüft wird. Die größten Probleme hat Olivia, die ziellos und ohne Mann durchs Leben irrt, bis sie einen Job als Putzfrau annimmt und an einen arroganten Fitnesstrainer gerät.

In Los Angeles lebt ein illustrer, wohl situierter Freundeskreis. Die steinreiche Franny gehört ebenso dazu wie die Designerin Jane, deren modebewusster Ehemann allseits für homosexuell gehalten wird. Dafür gibt es bei ihr nicht halb so viel Streit wie im Hause von Christine, die gemeinsam mit ihrem Gatten Drehbücher verfasst. Doch der größte Problemfall in der Frauenclique ist ausgerechnet die jüngste, Olivia. Sie lebt alleine, hat ihren Lehrerjob verloren und schlägt sich als Hausmädchen durch, bis sie auf den arroganten Mike trifft.

Kritik zu Friends with Money

Vier Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs beobachtet Independent-Regisseurin Nicole Holofcener in dieser hochkarätig besetzten Ensemble-Komödie mit Tiefgang und satirischen Untertönen.

Frauen sind nicht unbedingt was Wunderbares bei Nicole Holofcener, auch wenn sich ihre amüsanten Geschichten um weibliche Marotten, Irrungen und Wirrungen drehen. Aber Frauenfreundschaften sind wunderbar. Das sagen jedenfalls ihre bisherigen Filme "Walking And Talking" und "Lovely And Amazing". Dem Titel "Friends with Money" entsprechend geht es hier um betuchte Ladies, von denen eine leider den Lehrerinnen-Job aufgab und nun den Putzlappen für fremde Leute schwingt. Olivia (Jennifer Aniston) macht den arrivierten Gefährtinnen Kummer, fehlen ihr nicht nur die Moneten, sondern obendrein auch noch der richtige Mann, während die anderen mit dem nötigen Kleingeld bei Benefiz-Galas um sich werfen und verheiratet sind, wie es sich gehört. Aber Geld allein macht in Los Angeles nicht glücklich: Jane (Frances McDormand) pöbelt am liebsten mit fettigen Haaren jeden an, der ihr nicht passt und hadert mit ihren 43 Jahren, während ihr sie liebender Mann der Homosexualität verdächtigt wird, Christine (Catherine Keener) und ihr Gatte beleidigen und verletzten sich, wo sie nur können und stecken ihre Energie in den Anbau des Domizils, und auch bei Franny (Joan Cusack) und Matt lässt trotz Super-Sex die Spannung etwas nach.

Wenn die nicht mehr ganz so jungen Mädels sich treffen und über die schickste Mode, das verführischste Parfum parlieren oder über Männer ablästern, weht ein Hauch von "Sex And the City", einige Dialoge der liebenswert-chaotischen Großstadtneurotikerinnen erinnern an Woody Allen in seinen besten Zeiten. Mit trockenem Witz geht Aniston als Mittdreißigerin durchs Leben, erschummelt sich teure Kosmetikproben in Kaufhäusern, wirft sich für einen Bonsai-Macho ins pseudo-sexy Kammerzofen-Kleid und versucht sich an den Vorteilen eines Vibrators. Holofcener taxiert das alltägliche kleine Unglücklichsein mit mildem Blick, wenn die Reichen und nicht mehr ganz so Schönen vor dem Problem stehen, welcher Wohltätigkeitsorganisation sie diesmal zwei Mio. Dollar spenden, welche Robe sie abends tragen oder welches In-Restaurant sie unsicher machen sollen. Einzig die arme Maid, die den Dollar zweimal umdrehen muss, strahlt lässige Zufriedenheit aus. Und wie im Märchen wird die Pech- zur Goldmarie. Weil sie einem scheinbar arbeitslosen Schlucker zum Billigpreis die Bude in Ordnung bringt, entpuppt der Bube sich als Glücksgriff und wandelt sich wie bei den Gebrüdern Grimm vom Frosch zum Prinzen. Einfach herzerfrischend. mk.

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Info

Plakat des Films: Friends with Money

Kinostart: 07.09.2006

USA 2006

Länge: 1 h 28 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Friends with Money

Regie: Nicole Holofcener

Drehbuch: Nicole Holofcener

Musik: Craig Richey

Produktion: Anthony Bregman

Kostüme: Michael Wilkinson

Kamera: Terry Stacey

Schnitt: Robert Frazen

Ausstattung: Amy Beth Ancona

Website: http://www.friends-with-money.de/