Kriegsdrama von Clint Eastwood über die legendäre Schlacht von Iwo Jima.

Kinostart: 18.01.2007

Ryan Phillippe

Ryan Phillippe
als John "Doc" Bradley

Jesse Bradford

Jesse Bradford
als Rene Gagnon

Adam Beach
als Ira Hayes

John Benjamin Hickey
als Keyes Beech

John Slattery
als Bud Gerber

Barry Pepper
als Mike Strank

Jamie Bell
als Ralph Ignatowski

Paul Walker
als Hank Hansen

Robert Patrick
als Col. Chandler Johnson

Neal McDonough
als Capt. Severance

Melanie Lynskey
als Pauline Harnois

Thomas McCarthy
als James Bradley

Chris Bauer
als Commandant Vandegrift

Judith Ivey
als Belle Block

Joseph Cross
als Franklin Sousley

Handlung

Der 2. Weltkrieg tobt nicht nur in Europa, sondern auch im Pazifik - besonders auf der Insel Iwo Jima, die am 20. Februar 1945 von 30.000 amerikanischen Soldaten unter hohen Verlusten gestürmt wird. Darunter sind Navy-Matrose Bradley (Ryan Phillippe) und die Marines Gagnon (Jesse Bradford), Hansen (Paul Walker), Ignatowksi (Jamie Bell), Indianer Hayes (Adam Beach) und ihr Sergeant (Barry Pepper). Sie hissen auf dem Berg Suribachi die amerikanische Fahne und ihr Bild wird - zum Teil postum - um die Welt gehen und sie berühmt machen.

Nach dem Oscar-Triumph von "Million Dollar Baby" wandeln Clint Eastwood und sein Autor Paul Haggis auf den Spuren von "Der Soldat James Ryan", wenn sie mit Starbesetzung die tragisch-legendäre Schlacht um eine Pazifikinsel realistisch nachzeichnen.

Im Februar 1945 ist der Krieg für Amerika zwar in Europa fast gewonnen, aber im Pazifik sind die brutalsten Schlachten noch nicht ausgefochten. Zu einer besonders kompromisslosen Auseinandersetzung kommt es auf der Insel Iwo Jima, wo fünf Marines und ein Navy-Matrose auf dem Berg Suribachi die amerikanische Fahne hissen. Das Bild geht wenig später um die Welt und macht die Sechs unsterblich - auch wenn einige von ihnen niemals davon erfahren.

Noch während der Kampf um die japanische Insel Iwo Jima tobt, werden der introvertierte John "Doc" Bradley, der leichtlebige Rene Gagon und der traumatisierte Indianer Ira Hayes von der Pazifikfront abgezogen, um zu Hause unter größtem PR-Rummel die Werbetrommel für Kriegsanleihen zu rühren. Denn Krieg kostet Geld. Also reisen die Heroen quer durch die Staaten, stellen unter frenetischem Applaus in Stadien nach, wie sie auf der fernen Insel die US-Flagge hissten. Und am anderen Ende der Welt fallen ihre Kameraden wie die Fliegen.

Kritik

Clint Eastwood betreibt mit seinem ambitionierten Kriegsfilm um die legendäre Schlacht auf der japanischen Insel Iwo Jima anno 1945 sowohl patriotische Geschichtsaufarbeitung als auch kritische Auseinandersetzung mit Heldenverehrung.

Das historische Foto der fünf Soldaten und des Navymatrosen, die das Sternenbanner auf Mount Suribachi hissten, inspirierte im Zweiten Weltkrieg eine ganze Generation und evoziert für Amerikaner noch heute tiefsten Nationalstolz. Die Definition von Gut und Böse, Held und Übeltäter ist jedoch von jeher realistisch gesehen nicht mit idealistischer Schwarzweißmalerei zu bewerkstelligen. Dies vermeidet Eastwood, der sich 20 Jahre nach "Heartbreak Ridge" erstmals wieder dem Kriegsfilm zuwendet, auch tunlichst. In Abweichung seines generell eher geradlinigen Stils erzählt Eastwood komplex und verschlungen in chronologisch hin- und herspringenden Flashbacks von der höllischen Schlacht (mit etlichen beeindruckenden CGI-Aufnahmen) und der folgenden bombastischen Publicitytour, die zur Verkaufsankurbelung von Kriegsanleihen organisiert wurde. Eingeklammert wird die Story zudem mit Szenen vom gealterten Kriegsveteran John "Doc" Bradley und später seinem recherchierenden Sohn James. Auf seinem Tatsachenbuch beruht das Skript von Paul Haggis ("Million Dollar Baby") und William Brayley Jr.("Jarhead"). Letzterer hatte den ersten Entwurf für Steven Spielberg geschrieben, der ursprünglich die Rechte erworben hatte und nun als Produzent auftritt. Folglich erinnern die Gefechtsszenen, die in monochromatisch dunkel-dreckiger Farbpalette ein höllisches Pandemonium schildern, nicht von ungefähr an Spielsbergs Genremeilenstein "Der Soldat James Ryan". Ebenso schonungslos sind die von Kameramann Tom Stern eingefangenen Details: zerfetzende Schusswunden, abgerissene Gliedmaßen, brennende Körper, hervorquellende Gedärme, von Panzern überrollte Tote und Verwundete. Von den Männern, die die Fahne gehisst hatten, überleben drei: der introvertiert-stille Bradley (Ryan Phillippe fungiert als sympathische Identifikationsfigur), der charmant-opportunistische Rene Gagnon (Jesse Bradford) und der sein emotionales Trauma in Alkohol ertränkende Indianer Ira Hayes (Oscar-Buzz für Adam Beach aus "Smoke Signals"). Sie werden vorzeitig von der Front abgezogen und dem Volk als verehrungswürdige Helden verkauft - auch wenn dies tatsächlich nicht bedingungslos der Fall ist und ihnen der Medienzirkus selbst (abgesehen von Gagnon) mehr als peinlich ist. Ihr Werdegang nach dem Krieg wird ebenfalls angeschnitten und rundet das zur Nachdenklichkeit anregende Kriegsdrama ab.

Eastwood, der wie gewohnt auch die Musik komponierte, liegt daran zu zeigen, dass es letztendlich keine Helden, wie sie im Volksmythos gerne kreiert werden, gibt. Er skizziert sie (insbesondere im Fall von Hayes) als tragische Figuren, die über menschliche Attribute sowie Ecken und Kanten verfügen. Dabei wird die Erinnerung an sie persönlich selbstverständlich in keiner Weise angegriffen, dies bleibt geldgierigen Politikern, die scheinheilig auf flammenden Patriotismus pochen, vorbehalten. Damit schlägt der zweifache Oscargewinner eine recht unverkennbare Gedankenbrücke zur aktuellen Situation im Irak, was den teils auf Island gedrehten Film nicht nur für nostalgische Kriegsveteranen relevant machen sollte. Erwähnenswert ist zudem, dass die lebende Legende bereits "Letters From Iwo Jima" abgedreht hat, worin die Ereignisse aus japanischer Sicht erzählt werden. Dirty Harry weiß eben wie man explosive Geschütze auffährt. ara.

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Info

Plakat des Films: Flags of Our Fathers
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 18.01.2007

USA 2006

Länge: 2 h 11 min

Genre: Drama

Originaltitel: Flags of Our Fathers

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: William Broyles, Paul Haggis

Musik: Clint Eastwood

Produktion: Steven Spielberg, Robert Lorenz, Clint Eastwood, Robert Lorenz

Kostüme: Deborah Hopper

Kamera: Tom Stern

Schnitt: Joel Cox

Ausstattung: Henry Bumstead

Website: http://www.flagsofourfathers.de

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