Fortsetzung zum Animationsspaß „Findet Nemo“, in der Doktorfisch Dorie ihre Eltern sucht – und dabei selbst verlorengeht.

Kinostart: 29.09.2016

Handlung

In der Fortsetzung des Kult-Hits „Findet Nemo“ schwimmen der vergesslichen Dorie im Ozean viele Freunde zu.

Seit Nemo mit Dories Hilfe seinen Vater wiedergefunden hat, driftet die blaue Doktorfisch-Dame ohne Kurzzeitgedächtnis mit den beiden durchs Korallenriff.

Bis sie sich plötzlich daran erinnert, dass sie eine Familie hat, die in den Tiefen des Ozeans vielleicht nach ihr sucht! Zusammen mit den beiden Clownfischen taucht sie ab ins Abenteuer ihres Lebens.

Die Suche nach den Eltern führt Dorie vom australischen Great Barrier Reef bis ins Meeresbiologische Institut in Kalifornien, wo sie schillernde Persönlichkeiten wie den mürrischen Oktopus (beziehungsweise Septopus) Hank trifft, der nur noch sieben Tentakel hat, Beluga Bailey, der glaubt, dass sein Echolot kaputt ist, und den extrem kurzsichtigen Walhai Destiny.

Dories neue Freunde haben vielleicht gewisse Handicaps, aber sie lassen die vergessliche Fisch-Dame nicht im Stich ...

Das erste Fischabenteuer „Findet Nemo“ gilt zurecht als einer der besten Animationsfilme aller Zeiten. Die Fortsetzung 13 Jahre später spielt in derselben Liga. Die Unterwasserwelt ist dank weiterentwickelter Technik bunt und realistisch wie ein Tauchgang am Korallenriff.

Vor allem aber geht Dories Suche nach ihren Wurzeln so richtig ans Herz. Das liegt auch an der hervorragenden deutschen Synchro mit Anke Engelke als Dorie, Christian Tramitz als Marlin, „Tatort“-Kommissar Udo Wachtveitl als Surflegende Crush, Schwimmstar Franziska van Almsick als Lautsprecherstimme des Meeresbiologischen Instituts sowie den Youtube-Stars Aaron Troschke, Julian Hannes und Amir Yarahi als drei Poolbewohner.

Also Taucherbrille und Taschentücher bereithalten!

Kritik

Pixars zweiter Tauchgang mit friedlichen und fröhlichen Meeresbewohnern kreuzt harmonisch zwischen Komik, Rührung und Pädagogik.

Im Fokus der Fortsetzung auf einen der populärsten Pixar-Hits stehen wieder Suche und Familienzusammenführung, wobei die Protagonisten des Vorgängers, Clownfisch Nemo und Vater Marlin, nun Begleiterrollen übernehmen und Fanfavorit Dorie das Rampenlicht überlassen. Der blaue Paletten-Doktorfisch leuchtet mit seinem Memento-Dilemma, das Erinnerungen über einen Zeitraum von mehr als einer Minute unmöglich macht, unverändert als zuverlässiger Gag-Lieferant, wird hier aber von einem anfangs griesgrämigen, aber tarnlustigen Oktopus in den Schatten gestellt.

"Findet Dorie", erneut inszeniert von Andrew Stanton, der mit seinem Realfilm "John Carter: Zwischen zwei Welten" zu Unrecht von Kritik und Publikum abgestraft wurde, beginnt mit einem Rückblick, der einmal nicht die Komik, sondern die Tragik von Dories Dilemma ausarbeitet. In wenigen Minuten surft der Film durch Dories Kindheit, zeigt die große Liebe der Eltern, aber auch ihre Verzweiflung über das nicht vorhandene Kurzzeitgedächtnis, das Dorie durch Orientierungsverlust und verhinderten Erfahrungsspeicher real gefährdet und auch für die Trennung der Familie verantwortlich zu sein scheint. Ein Moment völliger Vereinsamung ist eines dieser klassischen, visuell grandiosen Pixar-Highlights, die zu Herzen gehen, bevor Dorie ihre ziellose Suche im Ozean antritt, die mit einer Kollision mit Nemos Vater endet.

Im Umfeld dieser neuen Familie, etwa ein Jahr nach den Ereignissen des Vorgängers, beginnt sich der Doktorfisch, an seine Eltern zu erinnern, werden im Laufe des geradlinigen Plots immer wieder Bruchstücke aus dem Gedächtnis freigesetzt, während Dorie und die beiden Clownfische vom Great Barrier Reef vor Australien von Schildkröten und Strömungen an die kalifornische Küste getragen werden. Hier, in einem Meeresbiologischen Institut, vermutet Dorie ihre Eltern, leben auch die neuen Freunde des Doktorfischs, die meist ein natürliches Defizit behindert. Ein Belugawal mit gestörter Echoortung und ein kurzsichtiger Walhai spielen im Actionfinale eine wichtige Rolle, doch der heimliche Held ist ein Oktopus mit sieben Tentakeln, bei dessen verblüffenden Tarnqualitäten sich die Pixar-Humoristen austoben dürfen - zu Wasser und zu Land.

Wie im Vorgänger stehen Familie, Freundschaft und die Befreiung aus menschlicher Gefangenschaft motivisch im Vordergrund. Auffallend ist dabei ein ausgeprägtes didaktisches Moment, das die Lust am Abenteuer von der Notwendigkeit des Lernens dominieren lässt, und die Reduzierung wirklicher Bedrohung, die sich hier auf einen gefräßigen Polypen beschränkt. Davon abgesehen, geht man ausgesprochen freundlich um in der Welt der Meeresbewohner, dürfen sich die jüngeren Zuschauer über viel Slapstick und die älteren über einige absurd-komische Momente freuen. Darunter fallen ein Running-Gag mit Sigourney Weaver und eine Actionsequenz, die über den Niedlichkeitsfaktor von Seeottern dramaturgisch spottet. Wer will, kann auch eine Hommage an "Lawrence von Arabien" entdecken, wenn sich in einem Algenwald Figuren aus der Unschärfe des Hintergrunds materialisieren, sowie sporadisch frechen, Grenzen überschreitenden Witz, wie etwa Dories Kurzaufenthalt in einem Eimer voll toter Fische, der von ihrem Einzeiler über die Schwierigkeit lange geöffneter Augen hinreißend begleitet wird. Es ist eine Menge Leben in dieser visuell beeindruckenden Fortsetzung, die trotz der Dominanz von Repetition über Originalität dem Vorgänger alle Ehre macht und an den amerikanischen Kinokassen einen neuen Rekord aufstellte. kob.

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Info

Kinostart: 29.09.2016

USA 2016

Länge: 1 h 37 min

Genre: Animation

Originaltitel: Finding Dory

Regie: Andrew Stanton, Angus MacLane

Drehbuch: Victoria Strouse, Andrew Stanton

Musik: Thomas Newman

Produktion: Lindsey Collins

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