Eine Art "Uhrwerk Orange" für das Millennium, in der der Untergang der männerbestimmten Gesellschaft heraufbeschworen wird.

Kinostart: 11.11.1999

Brad Pitt

Brad Pitt
als Tyler Durden

Edward Norton

Edward Norton
als Erz

Helena Bonham Carter

Helena Bonham Carter
als Marla Singer


als Robert Paulsen

Jared Leto
als Angel Face

Ezra Buzzington
als Techniker

Handlung

Ein junger, von Schlaflosigkeit geplagter Yuppie lernt den charismatischen Tyler Durden kennen und findet bei ihm Unterschlupf, als seine Wohnung in die Luft gejagt wird. Gemeinsam gründen sie den Fight Club, in dem sich Männer gegenseitig vermöbeln - und gestärkt wieder in den Alltag gehen. Wie ein Virus befällt das Konzept ganz Amerika - doch für Tyler ist der Kampfverein nur die erste Stufe in seinem Plan, Amerika in die Knie zu zwingen.

Ein Yuppie findet beim charismatischen Tyler Durden Unterschlupf, nachdem seine Wohnung in die Luft gejagt wird. Ein Gerangel zwischen den beiden entwickelt sich zu einer Schlägerei, die mit der Erkenntnis endet, dass man sich nach einer ordentlichen Portion Prügel einfach besser fühlt. Der "Fight Club" ist geboren. Immer mehr Männer versammeln sich, um sich zu schlagen - und gestärkt in den Alltag zu gehen. Wie ein Virus greift das Konzept um sich, doch für Tyler ist der Kampfverein nur die erste Stufe, um die USA in die Knie zu zwingen.

Im "Fight Club" versammeln sich Männer, um sich zu schlagen - und gestärkt in den Alltag zu gehen. Wie ein Virus greift das Konzept um sich, doch für Tyler, den charismatischen Gründer des Clubs, ist der Kampfverein nur die erste Stufe, um die USA in die Knie zu zwingen. Das visuell aufregende, inhaltlich beklemmende und mit Brad Pitt, Edward Norton und Helena Bonham Carter erstklassig besetzte Drama sorgte beim Kinostart für hitzige Diskussionen.

Kritik

"Rede nicht über den Fight Club!" So lautet die erste (und zweite) Regel des "Fight Club". Spätestens ab 15. Oktober, dem US-Starttermin, dürfte sie gebrochen werden, denn an David Finchers viertem Spielfilm werden sich die Gemüter erhitzen wie einst an Stanley Kubricks Gewaltsatire "Uhrwerk Orange". Mit einem Rundumschlag gegen die Götzen der modernen Konsumgesellschaft läßt der Regisseur in dem vermutlich mutigsten Studiofilm des Jahrzehnts buchstäblich die Säulen der Zivilisation einstürzen, um in den Trümmern nach der Ruine Mensch zu forschen. Was Fincher zu Tage fördert, ist nicht hübsch, aber packend, kolossal unterhaltsam und nicht zuletzt dank der Mitwirkung der Stars Brad Pitt und Edward Norton hochkommerziell.

David Fincher bleibt seiner Faszination für düstere Stoffe treu, aber so konsequent und komplex wie in seiner Verfilmung des subversiven Romans von Chuck Palahniuk hat er seine Vision von einer dem Untergang geweihten Zivilisation noch nie formuliert. Am nächsten steht "Fight Club" sicherlich seinem kalten Thriller "The Game". Da federte er die Downward Spiral eines seiner Identität und aller Besitztümer beraubten Mannes noch mit Netz und doppeltem Boden ab. In seinem neuen Film macht Fincher keine Gefangenen mehr: Das wird bereits in der ersten Einstellung des Films deutlich, in der die namenlose, von Edward Norton gespielte Hauptfigur mit einer Pistole im Mund bedroht wird. Unmittelbar danach springt der Film sechs Monate zurück, um von den Ereignissen zu berichten, die zu der lebensbedrohlichen Situation führten. Es ist der Startschuß für einen Spießrutenlauf durch alle erdenkbaren Auswüchse und Krankheiten der Zivilisation - inklusive ihrer Bekämpfung. Die Symptome - chronische Schlaflosigkeit, Sucht nach Labelluxus, Gewaltbereitschaft, Amokläufe etc. - werden als Schutzschild entlarvt, hinter denen sich der moderne Mann verschanzt, um seine hinfällig gewordenen Jägerinstinkte unter Kontrolle halten zu können - bis der Druck zu hoch wird.

Der Erzähler lernt den charismatischen Seifenhersteller Tyler Durden (Brad Pitt als lässigster Bastard der Filmgeschichte) kennen, das Gegenteil von ihm. Bei Tyler findet er Unterschlupf, nachdem seine Wohnung bei einem vermeintlichen Unfall in die Luft gejagt wird. Ein Gerangel zwischen den beiden entwickelt sich zu einer Schlägerei, die mit der Erkenntnis endet, daß sich beide nach den Hieben viel besser fühlen. Fight Club ist geboren: Immer mehr junge, erfolgreiche Männer versammeln sich, um sich gegenseitig zu vermöbeln - und gestärkt wieder in den Alltag zu gehen. Wie ein Virus greift Fight Club um sich, doch für Tyler ist der Kampfverein nur die erste Stufe in seinem Plan, Amerika in die Knie zu zwingen.

Unklar bleibt, ob alles nur eine von Insomnia bedingte Einbildung des Erzählers ist. In einer Abfolge gleichzeitig real und surreal wirkender Szenen apostrophiert Fincher in seiner provokativen Komödie das Ende der Welt, wie wir sie kennen, und zwingt den Zuschauer zur Identifikation mit seinem nihilistischen Heldenduo. Deren Coolness ist, wie vieles in diesem hinterfotzigen Film, allerdings auch nur eine Fassade, eine falsche Fährte. Denn der Segen ist auch Fluch, aus Freiheit erwächst hier Faschismus, weil nur Konformität und Gehorsam die Leiden des Individuums lindern kann. "Fight Club" hält keine einfachen Antworten bereit, sondern dem Zuschauer einfach den Spiegel vor. Er ist kontrovers, widersprüchlich und ganz schön krank. Wenn Fincher seine mutigen Stars lachend in die Kreissäge marschieren läßt, dann will er die Konfrontation - und das kann wehtun wie eine Keilerei im "Fight Club". Sicher ist, daß man sich danach besser fühlt. ts.

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Info

  • FSK ab 18/Keine Jugendfreigabe

FSK: ab 18

Kinostart: 11.11.1999

USA 1999

Länge: 2 h 19 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Fight Club

Regie: David Fincher

Drehbuch: Jim Uhls

Produktion: Art Linson, Cean Chaffin, Ross Grayson Bell

Kostüme: Michael Kaplan

Kamera: Jeff Cronenweth

Schnitt: James Haygood

Ausstattung: Alex McDowell, Chris Gorak

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