Poetisch-bewegendes Jugenddrama über erste Liebe, Lust auf Leben und Angst vor dem Tod.

Kinostart: 15.08.2002

Sophie Rogall

Sophie Rogall
als Nina

Tino Mewes
als Jan

Annette Uhlen

Annette Uhlen
als Lena Borcherts

Hans-Martin Stier
als Hanno Borcherts

Ferdinand Dux
als Opa Borcherts

Angelika Milster
als Angel

Jürgen Tonkel
als Wolf

Thomas Feist
als Roger

Uwe Rohde
als Onkel Dieter

Ellen ten Damme
als Caro

Suzanne Vogdt
als Eva

Adrian Zwicker
als Jonas

Veit Stübner
als Dr. Weishaus

Die Handlung von Fickende Fische

Beim Skateboardfahren stolpern sie buchstäblich übereinander: Nina (Sophie Rogall), die genug hat von der ignoranten Erwachsenenwelt und das spontane Abenteuer sucht, und der 16jährige Jan (Tino Mewes), der vor seiner überprotektiven Mutter am liebsten in eine Unterwasserwelt flüchten würde. Bei einer heimlichen Nacht im städtischen Aquarium will Jan nachsehen, wie denn die Fische Sex haben. Ein wunderschöne Freundschaft bahnt sich an, doch stellt sie Jan auch vor ein Problem: Wie soll er Nina beibringen, dass er HIV-positiv ist?

Wie ein Teeniefilm auch ohne Zoten und Slapstick funktioniert, zeigt Almut Gettos von feinen Hauptdarstellern schwindelfrei getragenes Jugenddrama der poetischen Art.

Jan ist 16. Als Kind infizierte er sich bei einer Bluttransfusion mit HIV. Seine Eltern behandeln ihn mit solcher Vorsicht, dass es ihm gewaltig auf die Nerven geht. Neuen Lebensmut schöpft er, als er die forsche Nina kennenlernt, die darunter leidet, dass ihre Mutter sich abgesetzt hat. Die Frage, "Ficken Fische eigentlich?", bringt sie einander näher.

Der schüchterne Einzelgänger Jan ist 16. Als Kind infizierte er sich bei einer Bluttransfusion mit HIV. Seine Eltern behandeln ihn mit solcher Vorsicht, dass es ihm gewaltig auf die Nerven geht. Seine Krankheit vergessen kann er nur, wenn er seinem Hobby, der Unterwasserwelt, frönt. Neuen Lebensmut schöpft Jan, als er die ebenso spontane wie forsche Nina kennen lernt, die darunter leidet, dass sich ihre Mutter ins ferne Kenia abgesetzt hat. Die Frage "Ficken Fische eigentlich?" bringt die beiden schließlich einander näher.

Kritik zu Fickende Fische

Der Filmtitel provoziert. Doch dahinter versteckt sich ein poetisch-bewegendes Jugenddrama über erste Liebe, Entdeckung der Sexualität, Lust auf Leben und Angst vor dem Tod. Denn der 16jährige Protagonist hütet ein Geheimnis: Als Kind infizierte er sich durch eine Bluttransfusion mit dem HIV-Virus.

Mit 17 hat man noch Träume sang Alt-Barde Udo Jürgens einst inbrünstig. Doch Jan ist erst 16 und hat seine Träume schon längst aufgegeben, weiß er doch nicht einmal, ob er in einem Jahr noch lebt. Seine Mutter kocht zur Unterstützung seiner "Körperpolizisten" gesunde Mahlzeiten, der Vater flüchtet sich in belanglose Sätze, die erstickende Atmosphäre drückt aufs Gemüt. Manchmal möchte der Junge raus aus dem Korsett von Freundlichkeit und Verständnis, verzweifelt pinnt er einen Zettel an die Wand "Alles hat man herausgefunden, nur nicht wie man lebt". Das wahre Leben lernt er durch die forsche Nina kennen. Erst nietet sie ihn mit ihren Inline Skates versehentlich um, beim zweiten Treffen überlebt sein Fisch in der Plastiktüte nicht den Zusammenstoß. Und über die Frage "Ficken Fische eigentlich" kommt das Duo sich näher. Almut Getto inszeniert nicht einen dieser elend langweiligen Teenie-Plotten, sondern eine zarte Liebesgeschichte zwischen zwei jugendlichen Außenseitern und vergisst dabei auch die nötige Portion Humor und Poesie nicht. "Fickende Fische" ist kein Aids-Film, sondern eine äußerst sensible Betrachtung scheuer Annäherung und starker Gefühle. Wie schon in ihrem Kurzfilm "Spots & Stripes" geht es um Randfiguren, die ihren Platz suchen: Nina leidet unter dem Vakuum in der Rumpffamilie (die Mutter setzte sich nach Afrika ab), Jan flüchtet sich in die stille Unterwasserwelt der Fische. Gemeinsam brechen sie aus dem Alltag aus und genießen für einen kurzen Moment die Leichtigkeit des Seins, tauchen ein in ein kleines, nasses Paradies voller Fische, das nur ihnen gehört. Doch als Sex ins Spiel kommt, reagiert Jan hilflos, verletzt durch seine schroffe Abweisung das Mädchen zutiefst. Trotz des ernsten Themas gleitet diese bezaubernde Love-Story nie in Larmoyanz ab, sondern macht - nicht nur Pubertierenden - Mut zur Zärtlichkeit und Rigorosität. Den beiden unverbrauchten und überzeugenden Hauptdarstellern Tino Mewes und Sophie Rogall möchte man endlos lange zusehen. Und wenn Jan sagt, es sei beschissen, auf den Tod zu warten und Nina feststellt, es sei genau so beschissen, auf das Leben zu warten, spürt man einen kleinen Kloß im Hals. "Fickende Fische" wurde beim Max-Ophüls Festival ausgezeichnet und gewann auf dem FilmKunstFest Schwerin den Publikumspreis. Jugendliche sollten diesen ehrlichen, emotional spannenden und manchmal märchenhaften Film lieben, kommt er doch ihren Sehnsüchten sehr nahe. mk.

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Info

Plakat des Films: Fickende Fische
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 15.08.2002

Deutschland 2002

Länge: 1 h 45 min

Genre: Drama

Originaltitel: Fickende Fische

Regie: Almut Getto

Drehbuch: Almut Getto

Musik: Tom Deininger, Sten Servaes

Produktion: Herbert Schwering

Kostüme: Ute Paffendorf, Sandra Fuhr

Kamera: Andreas Höfer

Schnitt: Ingo Ehrlich

Ausstattung: Peter Menne

Website: http://www.was-machen-die-fische.de