Frisches und witziges Roadmovie über einen Mann, der nach Marseille reist, um seinen Vater zu finden.

Kinostart: 02.11.2000

Die Handlung von Felix

Der HIV-positive Halbmarokkaner Felix verliert seinen Job und bricht von Dieppe nach Marseille auf, um seinen Vater zu finden, den er nie kennen gelernt hat. Er wählt nicht den kürzesten Weg. Bei seinen Fahrten per Anhalter trifft er auf abgelegenen Landstraßen Menschen, die ihm wie eine Familie sind. Er wird aber auch mit dem alltäglichen Rassismus konfrontiert.

Felix, ein schwuler Franzose arabischer Herkunft, lebt mit seinem Freund in einem Städtchen im Norden Frankreichs. Als er, gerade arbeitslos geworden, zufällig auf die Adresse seines Papas stößt, den er noch nie gesehen hat, fasst er den Plan, diesen in Marseille aufzusuchen. Da er aber ein schwärmerischer Träumer ist, verzichtet Felix auf den Zug und wandert zu Fuß los, um per Anhalter in den Süden zu gelangen. Dabei macht er einige seltsame, komische aber auch bezaubernde Bekanntschaften und findet so auf dem Weg zum Vater eine ganze Familie.

Der HIV-positive Felix, Franzose arabischer Herkunft, verliert seinen Job und bricht nach Marseille auf, um seinen nie kennen gelernten Vater zu suchen. Warmherziges Road Movie, das ohne Klischees auskommt.

Kritik zu Felix

Felix, ein schwuler Franzose arabischer Herkunft, will seinen unbekannten Vater kennenlernen und begibt sich auf eine Reise von der Normandie nach Marseille, trifft "on the road" die unterschiedlichsten Menschen. Ein heiterer Film, leicht wie eine Feder, trotz sozial schwerer Themen wie Arbeitslosigkeit, Außenseiter und Rassismus.

Bei einem deutschen Film ähnlichen Inhalts würde wahrscheinlich die Last der Welt auf den Schultern der Zuschauer abgeladen. Hier verlässt man frohgestimmt das Kino. Olivier Ducastel und Jacques Martineau erzählen in diesem warmherzigen Road-Movie von Felix, der mit seinem Freund Daniel in einer festen Beziehung lebt, und sich eines Tages entscheidet, den unbekannten Vater in Marseille aufzusuchen. Vom Norden Frankreichs macht er sich auf den Weg in den Süden, "leiht" sich mal ein Auto oder fährt per Anhalter. Der Film ist in Kapitel unterteilt: Mein kleiner Bruder, meine Großmutter, mein Cousin, meine Schwester. Die Menschen, die er auf dem Trip um sich schart, bilden die Familie, die er in Wirklichkeit nie hatte. Er lässt sich auf die Figuren ein, verweilt einen Moment bei ihnen, um dann mit neuen Erfahrungen weiterzuziehen - da ist der 17jährige Jules, der ihn als Gangster verehrt und sich in ihn verliebt, die ältere Dame, die ihm ihr Herz ausschüttet, der Gleichaltrige, mit dem er Sex hat, und die junge Frau, der er sein Innerstes öffnet. Felix ist schwul und HIV-positiv, kein Problem, sondern ein Faktum. Im Wartezimmer des Arztes unterhält man sich ganz selbstverständlich über Bi-, Tri- und sonstige Therapien. Auch das Thema Rassismus - obgleich roter Handlungsfaden - wird nicht mit dem Holzhammer, sondern beiläufig verabreicht. Felix als Zeuge eines rassistisch motivierten Mordes traut sich nicht zur Polizei ("einem Araber glaubt man sowieso nicht") oder wird von einem LePen-Anhänger zusammengeschlagen. Auch die an sich harmlose Bemerkung, Trampen sei für jemandem seines Aussehens im Süden Frankreichs schwierig, reicht als Andeutung.

Die beiden Regisseure inszenieren humorvoll und in brillanten Bildkompositionen (Cinemascope) einen unkonventionellen Selbsterfahrungstrip, an dessen Ende das Wiedertreffen mit Daniel in Marseille steht. Oft muss man eben eine lange Reise machen, um zu Hause anzukommen. Der "Teddy"-Preisträger der diesjährigen Berlinale sollte ein junges Publikum, egal mit welchen sexuellen Vorlieben, begeistern können. mk.

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Info

Plakat des Films: Felix
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 02.11.2000

Frankreich 2000

Länge: 1 h 35 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Drôle de Felix

Regie: Olivier Ducastel, Jacques Martineau

Drehbuch: Olivier Ducastel, Jacques Martineau

Produktion: Philippe Martin

Kostüme: Juliette Chanaud

Kamera: Matthieu Poirot-Delpech

Schnitt: Sabine Mamou

Ausstattung: Louis Soubrier