Das perfekte Geheimnis - auf KINO&CO

Unkonventioneller Politthriller über den brisanten Fall der Botschafterehefrau Valerie Plame, deren Status als geheime CIA-Agentin von konservativen Medien als Rache gegen die Bush-feindliche Haltung ihres Mannes aufgedeckt wurde.

Kinostart: 25.11.2010

Sean Penn

Sean Penn
als Joe Wilson

Szenenbild aus Fair Game mit Naomi WattsNaomi Watts

Naomi Watts
als Valerie Plame

Sam Shepard

Sam Shepard
als Sam Plame

Die Handlung von Fair Game

Vier Monate nach der US-Invasion im Irak veröffentlicht der ehemalige Botschafter Joseph Wilson im Juli 2003 einen flammenden Meinungsartikel in der "New York Times": Die CIA habe die Nachrichtenlage verzerrt, um es so aussehen zu lassen, dass Saddam Hussein eine Gefahr für die USA darstelle. Tage später wird Wilsons Ehefrau Valerie Plame von dem konservativen Autoren Robert Novak als geheime CIA-Agentin entlarvt. Startschuss für einen Spießrutenlauf für die Wilsons, an dessen Ende es zu Entlassungen in der Bush-Administration kommt.

Vier Monate nach der US-Invasion im Irak veröffentlicht der ehemalige Botschafter Joseph Wilson im Juli 2003 einen Meinungsartikel in der "New York Times": Die CIA habe die Nachrichtenlage verzerrt, um es so aussehen zu lassen, dass Saddam Hussein eine Gefahr für die USA darstelle. Tage später wird Wilsons Ehefrau Valerie Plame von dem konservativen Autoren Robert Novak als geheime CIA-Agentin entlarvt. Startschuss für einen Spießrutenlauf für das Paar, an dessen Ende es zu Entlassungen in der Bush-Administration kommt.

Kritik zu Fair Game

Prickelnder Politthriller von "Mr. & Mrs. Smith"-Macher Doug Liman über die skandalöse Enttarnung der CIA-Agentin Valerie Plame und deren Folgen.

"Was ich nicht in Afrika gefunden habe" ist der Titel eines Meinungsartikels, den der ehemalige Botschafter Joseph Wilson im Juli 2003, vier Monate nach dem Beginn des Irakkrieges, in der New York Times veröffentlichte. Zuvor war er auf Anraten seiner als verdeckte CIA-Agentin arbeitenden Frau Valerie Plame vom Geheimdienst nach Niger geschickt worden, um herauszufinden, ob etwas an den Gerüchten dran sei, aus dem armen afrikanischen Land sei im großen Stil angereichertes Uran in den Irak gebracht worden. Wilson kann trotz intensiver Suche nichts finden und meldet es entsprechend. Als Präsident Bush den US-Einmarsch in den Irak allerdings öffentlich damit rechtfertigt, Saddam Hussein habe Uran aus Afrika bezogen, wird Wilson hellhörig. Mit seinem eingangs genannten Artikel gibt er seinen Zweifeln Ausdruck und löst ein mittelschweres politisches Erdbeben aus. Wie er und seine Frau in der Folge unter Druck gesetzt, ihre Namen in den Dreck gezogen werden und dadurch fast ihre Existenz bedroht wird, das behandelt Doug Liman in seinem Politthriller, das einerseits ein flammendes Plädoyer für Zivilcourage, andererseits eine eindringliche Studie eines Ehepaars unter Beschuss ist: Es ist Freiwild in einem nach 9/11 angst- und hasserfüllten Land, das von seiner Regierung nach Belieben manipuliert wird.

Mit Filmen wie "Die Bourne Identität" oder "Mr. & Mrs. Smith" hat sich Liman einen Namen gemacht. Nun spielt er mit seinem couragierten neuen Film erstmals bei den großen Jungs mit. Zwar finden sich Elemente vorgenannter Arbeiten auch in "Fair Game", das auf den gleichnamigen Memoiren von Valerie Plame aus dem Jahr 2007 basiert, aber vor allem lassen sich Elemente der engagierten Filme eines Alan J. Pakula oder Costa-Gavras in der Geschichte entdecken, die als "Plamegate" weltweit für Schlagzeilen sorgte und zuvor bereits von Rod Lurie in seinem in Deutschland nur als Videopremiere erschienenen Film "Nichts als die Wahrheit" wenngleich leicht verklausuliert, aufgegriffen worden war (Kate Beckinsale spielte die Hauptrolle, als Plame-Figur war Vera Farmiga zu sehen). Hohes Tempo ist eines der Merkmale von allen Filmen von Doug Liman. Auch hier gönnt er sich und seinem Publikum kaum eine Sekunde zum Verschnaufen, und doch zählt es zu seinen herausragenden Leistungen, dass man bei der höchst komplexen Geschichte nie den Überblick verliert. Tatsächlich stellt er zwar Wilson und Plame, gespielt von Sean Penn (in seiner ersten Rolle seit dem Oscar-Gewinn mit "Milk") und Naomi Watts, in den Mittelpunkt, aber er fixiert sich nicht auf die beiden Figuren: Um die höchst tragischen unmittelbaren Auswirkungen der sofortigen Suspendierung Plames nach ihrer illegalen Enttarnung als CIA-Agentin durch den konservativen Journalisten Robert Novak zu verdeutlichen, zeigt "Fair Game" in einer Nebenhandlung eine Gruppe von ehemaligen Atomwissenschaftlern im Irak, die den CIA mit Informationen füttert und im Gegenzug von Plame sicher außer Landes geschafft werden sollen - nur dass die Hilfe nie kommt.

Der niederträchtige Racheakt der Bush-Administration, unliebsame Kritiker mundtot zu machen und zu diskreditieren, ist eben nicht nur moralisch verwerflich und illegal, sondern er hat auch unmittelbar Auswirkungen auf das Leben von Menschen. Überhaupt balanciert "Fair Game" das Politische und Private brillant aus und macht deutlich, wie die zunehmende Isolation der in der Öffentlichkeit in Verruf gebrachten Eheleute zu einem Prüfstein wird, der zwar letztlich etwas bequem in einem Showdown überwunden wird, in dem sich der Film arg in die Pose wirft und seine Message mit dem Dampfhammer anbringt. Diesen etwas aufgesetzten Frank-Capra-Moment verzeiht man ihm dennoch von ganzem Herzen. Er hat ihn sich verdient, mit intelligenter und engagierter Unterhaltung. Doug Liman steigt damit in die allererste Riege von Hollywood-Regisseuren auf. ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 25.11.2010

USA 2010

Länge: 1 h 48 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Fair Game

Regie: Doug Liman

Drehbuch: Jez Butterworth, John-Henry Butterworth

Musik: John Powell

Produktion: Jerry Zucker, Akiva Goldsman, Doug Liman, Jez Butterworth, William Pohlad, Janet Zucker

Kostüme: Cindy Evans

Kamera: Doug Liman

Schnitt: Christopher Tellefsen

Ausstattung: Jess Gonchor

Website: http://www.fairgame-derfilm.de/