Terrorismus-Thriller um eine Gruppe von Militärs und Politikern, die die Entscheidung treffen müssen, ob man gesuchte Terroristen in Kenia mit einer Drohne ausschaltet.

Kinostart: nicht bekannt

Helen Mirren

Helen Mirren
als Colonel Katherine Powell

Aaron Paul

Aaron Paul
als Steve Watts

Alan Rickman

Alan Rickman
als Lieutenant General Frank Benson

Barkhad Abdi
als Jama Farah

Iain Glen
als Au

Phoebe Fox
als Carrie Gershon

Carl Beukes
als Sergeant Mike Gleeson

Monica Dolan
als Angela North

Kim Engelbrecht
als Lucy Galvez

Richard McCabe
als Kronanwalt George Matherson

John Heffernan
als Major Harold Webb

Tyrone Keogh
als Sammy

Babou Ceesay
als Sergeant Mushtaq Saddiq

Luke Tyler
als Robert Powell

Handlung

In Kenia machen Geheimdienste eine Gruppe gesuchter Al-Kaida-Terroristen mit britischen Wurzeln ausfindig. Während Colonel Katherine Powell eine Entscheidung aus dem Ministerium abwartet, stellen Agenten vor Ort unter dem Einsatz ihres Lebens fest, dass ein Selbstmordanschlag unmittelbar bevor steht. Damit ändern sich die Direktiven auf einen Schlag: Nun geht es darum, ob man die Terroristen mittels Drohnenangriff ausschalten kann. Allerdings ergibt sich daraus eine Situation, die das Leben Unschuldiger kosten könnte.

Drei islamistische Terroristen von der Most-Wanted-Liste sind zu einem Treffen in Kenias Hauptstadt Nairobi aufgetaucht und von einer mit Raketen bewaffneten Drohne ins Visier genommen worden. Die Zeit drängt, offenbar ist Selbstmordanschlag geplant. Doch so einfach ist die Sache nicht: Es drohen massive Kollateralschäden, auch kleine Kinder sind in Gefahr. In den militärischen Hauptquartieren in England und den USA bricht eine hektische Beratung aus, wie in der Situation vorgegangen werden soll.

In Afrika treffen sich drei Islamterroristen, ohne zu ahnen, welch Damoklesschwert bereits über ihnen hängt. Helen Mirren, Alan Rickman und Aaron Paul in diesem Politthriller über die Pros und Contras des Drohneneinsatzes.

Kritik

Ein Kriegsfilm. Keine Panzer, keine Bodentruppen, keine bärbeißigen Offiziere, keine im Schlamm robbenden Soldaten - nur ein "Eye in the Sky", ein "Auge am Himmel". Mit der Hilfe von Drohnen wird heute gekämpft. "Minimalinvasiv" wie es im Armeejargon heißt. Der französische Philosoph Paul Virilio, der in "Krieg und Kino - Logistik der Wahrnehmung" den Ursprung moderner Kriegsführung mit der Erfindung der Montgolfière gleichsetzt, schreibt: "Die Fusion ist vollzogen, de Konfusion vollkommen. Nichts unterscheidet mehr die Funktion der Waffe von der des Auges; das Bild des Projektils und das Projektil des Bildes werden eins: Aufspüren und Treffen..."

Als Ausgangsidee für sein Drama könnte Gavin Hood ("Tsotsi") diese These gedient haben, das Sujet indes, man denke an Andrew Niccols "Good Kill - Tod aus der Luft", ist nicht neu. In einem Container in Nevada sitzt Steve Watts (Aaron Paul), mit seiner hochauflösenden Kamera hat er Aisha Al Hady (Lex King) aufgespürt. Seit Jahren ist Colonel Katherine Powell (Helen Mirren), Londoner Chefin der "Operation Cobra", der britischen Staatsbürgerin auf der Spur. Als nun bekannt wird, dass das Mitglied der somalischen Terroristengruppe Al Shabab in Kenia einen Anschlag plant, überschlagen sich die Ereignisse. Es gilt, die Selbstmordattentäterin zu "neutralisieren". Das Problem: In der "Kill Zone" hält sich ein neunjähriges Mädchen auf, das Brot verkauft.

Welche Opfer sind erlaubt, um Menschenleben zu retten? Diese heikle Frage stellt der einschlägig vorbelastete Guy Hibbert ("Omagh - Das Attentat") in seinem differenzierten Drehbuch, das sich durch die genaue Kenntnis militärischer bzw. politischer Befehlsketten auszeichnet und aufzeigt, wie man sich durch den Gebrauch euphemistischer Worthülsen von jedweder Schuld freizumachen versucht. Allen beteiligen Parteien scheint nichts wichtiger, als sich aus der Verantwortung zu stehlen. Der britische Verteidigungsminister laboriert an einer Lebensmittelvergiftung, sein US-Kollege weilt - wie einst Präsident "Tricky Dick" Nixon - auf Ping-Pong-Mission in China und der Premier Ihrer Majestät ist beschäftigt und schwer zu erreichen.

Kubricks "Dr. Strangelove" wirft lange Schatten, im "War Room" hat sich seit dem Kalten Krieg wenig geändert. Ms Mirren macht im Tarnanzug eine ebenso gute Figur wie als "The Queen", Alan Rickman stellt hier letztmalig Mal sein Können als Charakterdarsteller unter Beweis und Paul ("Breaking Bad") ringt als Mann am Abschussknopf mit seinem Gewissen. In dunklen Räumen wird dauertelefoniert, in der gleißenden Sonne steht das Kind und versucht, die Haushaltskasse aufzubessern. Ein Spiel aus Schatten und Licht, bei dem entschieden werden muss, was richtig und was falsch ist - bitterböse, grotesk, manchmal auch zum Lachen, würde das einem nicht im Hals stecken bleiben, angesichts der komplexen Gewissensentscheidung. geh.

Wertung Questions?

FilmRanking: 9259 >99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Eye in the Sky

Kinostart: nicht bekannt

Großbritannien 2015

Genre: Drama

Originaltitel: Eye in the Sky

Regie: Gavin Hood

Drehbuch: Guy Hibbert

Musik: Mark Kilian, Paul Hepker

Produktion: Colin Firth, Guy Hibbert, Ged Doherty, David Lancaster

Kamera: Haris Zambarloukos

Schnitt: Megan Gill

Ausstattung: Johnny Breedt