Prequel zu William Friedkins Horror-Klassiker, in dem Pfarrer Merrin kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs erstmals dem Teufel begegnet.

Kinostart: 18.11.2004

Stellan Skarsgård

Stellan Skarsgård
als Pater Lankester Merrin

James D'Arcy

James D'Arcy
als Pater Francis

Izabella Scorupco
als Dr. Sarah Novack

Julian Wadham
als Major Granville

Andrew French
als Chuma

Ralph Brown
als Sergeant Major

Remy Sweeney
als Joseph

Ben Cross
als Semelier

David Bradley
als Pater Gionetti

Alan Ford
als Jefferies

Antonie Kamerling
als Leutnant Kessler

Eddie Osei
als Emekwi

Israel Aduramo
als Jomo

Patrick O'Kane
als Bession

James Bellamy
als James

Cecilia Amati
als Holl

Die Handlung von Exorzist: Der Anfang

Vom Zweiten Weltkrieg traumatisiert und zutiefst in seinem Glauben erschüttert, reist der junge Pater Lankester Merrin (Stellan Skarsgård) nach Ostafrika, um dort die archäologische Leitung einer Ausgrabungsstätte zu übernehmen. Unter dem Fundament der Kirche, die man ausgräbt, liegen Räume, die älter sein müssen als die Kirche selbst. Als sich dann auch noch der archäische Dämon Pazuzu in einem erkrankten Knaben manifestiert, ist Merrins ganzer Einsatz gefragt.

Die Regiearbeit am langerwarteten "Exorzist"-Prequel stand unter keinem guten Stern, nachdem erst John Frankenheimer verstarb und dann dessen Nachfolger Paul Schrader sein Ränzlein schnüren musste. Nun zeichnet Action-Destruktivist Renny Harlin ("Stirb langsam 2") verantwortlich für die erste Begegnung Pater Merrins mit dem Leibhaftigen.

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitet der junge, an seinem Glauben zweifelnde Pfarrer Merrin als Archäologe in Kairo. Als sich bei der Freilegung einer byzantinischen Kirche unerklärliche Ereignisse häufen und ein Junge in einem Missionskrankenhaus Linda-Blair-Symptome dämonischer Besessenheit zeigt, steht Merrin vor einem Gewissenskonflikt. Durch ein traumatisches Erlebnis im Zweiten Weltkrieg hat er seinen Glauben an Gott verloren, doch durch die neue Konfrontation mit dem Bösen muss er sich eines Besseren besinnen.

Einst diente er als Pfarrer seinem Gott, jetzt arbeitet der junge Holländer Merrin als Archäologe. Als in Kenia auf der Ausgrabungsstätte einer byzantinischen Kirche ein Experte den Verstand verliert, engagiert man Merrin als Ersatz. Doch rätselhafte Ereignisse häufen sich, die Einheimischen glauben an einen Fluch. Als der Archäologe auch noch eine ziemlich düstere Seite an der eigentlich recht attraktiven Ärztin Dr. Sarah Novack entdeckt, muss er seine Beziehung zum Allmächtigen doch noch einmal kritisch überdenken.

Kritik zu Exorzist: Der Anfang

Die Wiederaufführung von William Friedkins Oscar-nominiertem Horrorklassiker "Der Exorzist" (1973) spielte in den USA vor vier Jahren bemerkenswerte 40 Mio. Dollar ein und ebnete den Weg für Fortsetzung Nummer drei. Dabei handelt es sich um ein Prequel zum Original, in dem Pater Merrins erste Begegnung mit dem Teufel zum Thema gemacht wird. Eine komplette Version wurde zunächst von Paul Schrader ("Katzenmenschen", "Auto Focus") abgedreht. Doch dieser laut Schrader "vorrangig psychologische Thriller" war Produzent James S. Robinson nicht actionreich und gewalttätig genug. Somit wurden Actionregisseur Renny Harlin ("Cliffhanger", "Deep Blue Sea") weitere 50 Mio. Dollar zur Verfügung gestellt, um noch mal fast von ganz vorne anzufangen.

Überarbeitet wurde auch das Skript von "The Alienist"-Schriftsteller Caleb Carr und William Wisher. Für die Neuadaption wurde Drehbuchnovize Alexi Hawley verpflichtet, der die gewünschten Schockmomente en masse einstreute. Bereits der an sich viel versprechende Prolog auf einem mittelalterlichen Schlachtfeld geizt nicht mit blutigem Horror und lässt finster kommende diabolische Grausamkeiten erahnen. Die Story knüpft anschließend im Jahr 1949 in Kairo an. Lankester Merrin (Stellan Skarsgard verblieb von Schraders Erstversion) hat seine Soutane abgelegt und ist nunmehr als Archäologe tätig. Er lässt sich für die Suche einer geheimnisvollen Reliquie in Kenia engagieren. Vor Ort ist eine vergrabene byzantinische Kirche freigelegt worden, und unerklärliche Ereignisse häufen sich. Die Einheimischen glauben an einen Fluch, der leitende Archäologe der Ausgrabung ist im Irrenhaus gelandet. In diesem Chaos findet sich Merrin mit Hilfe der attraktiven Missionsärztin Sarah Novak (Izabella Scorupco aus "Reign of Fire") zurecht, von der er sich alsbald stark angezogen fühlt. Als einer ihrer jungen Patienten in seinem Krankenbett Linda-Blair-Symptome dämonischer Besessenheit zeigt, steht Merrin vor einem tiefen Gewissenskonflikt. Durch ein traumatisches Erlebnis im Zweiten Weltkrieg hat er seinen Glauben an Gott verloren, doch durch die fatale Konfrontation mit dem Bösen besinnt er sich eines Besseren und exorziert beim Finale in einer unterirdischen Tempelgruft auf Teufel komm raus.

Regisseur Harlin, bekanntlich kein Freund von Subtilität, kann der Versuchung nicht widerstehen, verschiedene Schockerklischees doppelt und dreifach einzusetzen und damit regelrecht zu Tode auszureizen. Ängstliches durch dunkle Flure Tapsen, besessenes Augenrollen, an Kadavern knabbernde Raben oder peinlich kitschig realisierte CGI-Killerhyänen können durch mehrfachen Einsatz allein kaum das gewünschte Grausen erzielen. Was nicht heißen soll, dass gelungene verstörende Momente gänzlich fehlten. So geht es bei Szenen in der opulent-ominös ausgestatteten Kirche inklusive des satanischen Showdowns durchaus ans Grusel-Eingemachte. Problematisch ist allerdings, dass der Schnitt oftmals geradezu wahllos wirkt und ein abgehackter Rhythmus entsteht, der dem Film nie das Gefühl eines Ganzen gibt. Zudem unterstreicht der Ohren betäubende Score jede noch so kleine Begebenheit, womit jede Nuancierung bereits im Keim erstickt wird. Positiv fällt die Kameraarbeit von Vittorio Storaro (gefilmt wurde im Cinecitta Studio in Rom) und das atmosphärische Produktionsdesign ins Auge. Lob verdienen auch Skarsgard und Scorupco, die beide ihr Bestes geben, dem Horrorschocker qualitatives Flair zu verleihen. Dennoch wird dieser Eintrag in die Saga schon allein wegen der Verlagerung der Handlung nach Afrika mehr Vergleiche mit John Boormans berühmt-berüchtigtem "Exorzist II - Der Ketzer" als mit dem superben Original heraufbeschwören. ara.

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Info

Plakat des Films: Exorzist: Der Anfang
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 18.11.2004

USA 2004

Länge: 1 h 53 min

Genre: Horror

Originaltitel: Exorcist: The Beginning

Regie: Renny Harlin

Drehbuch: William Wisher, Alexi Hawley, Caleb Carr

Musik: Trevor Rabin

Produktion: James G. Robinson

Kostüme: Luke Reichle

Kamera: Vittorio Storaro

Schnitt: Mark Goldblatt, Todd E. Miller

Ausstattung: Stefano Maria Ortolani, Eugenio Ulissi, Marco Trentini

Website: http://www.exorzist-deranfang.de/