Drama um einen Schriftsteller, dessen Leben durch einen Autounfall aus den Fugen gerät.

Kinostart: 02.04.2015

Marie-Josée Croze
als Ann

Robert Naylor
als Christopher, jung

Patrick Bauchau
als Tomas' Vater

Peter Stormare
als Verleger

Lilah Fitzgerald
als Mina, 8-jährig

Philippe Vanasse-Paquet
als Christopher, 12-jährig

Benoit Priest
als Chefkoch

Julia Sarah Stone
als Mina 12-jährig

Jack Fulton
als Christopher, 5-8-j

Jessy Gagnon
als Mina, 2-j

Patrick Watson
als Musiker

Handlung

Ein Winterabend. Eine Landstraße. Es schneit, die Sicht ist schlecht. Aus dem Nichts gleitet ein Schlitten einen Hügel herunter. Das Unglück ist nicht zu vermeiden. Der Autounfall stellt das Leben des Schriftstellers Tomas von heute auf morgen unter vollkommen neue Vorzeichen. Auch wenn er keine direkte Schuld trägt, zerbricht die Beziehung zu seiner Freundin an diesem Ereignis. Der Mann fällt in ein tiefes Loch. Er rettet sich in sein Schreiben und versucht, mit einer neuen Liebe eine eigene Familie aufzubauen.

Kritik

In brillantem 3D und mit prominenter Besetzung erzählt Wim Wenders in einem existenziellen Drama von Schuld und der Suche nach Vergebung.

Schicksal, Zufall, Fügung? Ein einziger Moment an einem Winterabend wirbelt das Leben einiger Menschen durcheinander. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Vor allem nicht für Schriftsteller Tomas, dessen Wagen in Schnee und Dunkel einen Schlitten erfasst. Ein kleiner Junge stirbt. Für die Mutter bricht eine Welt zusammen. Der überlebende Bruder Christopher leidet noch als Heranwachsender an einem Trauma. Über zwölf Jahre und die Jahreszeiten hinweg schaut Wim Wenders wie mit dem Brennglas auf die Entwicklung der Personen, ihre Auseinandersetzung mit Schuld und der verzweifelten Suche nach Vergebung und Erlösung. Niemand ist wirklich schuldig, aber irgendwie glauben sich alle schuldig, stellen sich die Frage "Was wäre wenn...". In einem langen und schwierigen Prozess versuchen sie, sich selbst zu verzeihen und dem Leben zu stellen.

Nach dem Originaldrehbuch des Norwegers Bjorn Olaf Johannessen begibt sich Wenders auf unerforschtes Terrain, nämlich der Realisierung eines intimen Familiendramas in 3D. Kameramann Benoit Debie entwirft ruhige und intensive Bilder, die trotz oder vielleicht gerade wegen des brillanten 3D (Stereographie: Joséphine Derobe) den tief im Innern verborgenen Schmerz sichtbar machen, sehr große Nähe ermöglichen, aber auch nötige Distanz lassen. Alexandre Desplat, der erst kurz vor der Weltpremiere auf der Berlinale seine Komposition mit den Göteborger Symphonikern einspielte, unterstreicht mit einem perfekten Score den Wechsel der Seelenzustände - Angst, Vorwürfe, Verdrängung. Es geht nicht nur um die mögliche Schuld beim Unfall, sondern um den steinigen Weg zurück in die Normalität und darum, ob ein Schriftsteller dieses tragische Ereignis für seine Kreativität nutzen darf.

James Franco spielt diese in sich verschlossene Figur mit starker Präsenz und großer Nachdenklichkeit, zeigt sich von einer neuen Seite, vor allem, wenn er sich langsam durch die Beziehung zu verschiedenen Frauen (Charlotte Gainsbourg, Rachel McAdams, Marie-Josée Croze) ein Stückweit der Wirklichkeit öffnet und am Ende in der Begegnung mit dem 17jährigen Christopher Frieden findet. In "Every Thing will be fine" gibt es keine lauten Töne, sondern leise Trauer, aber trotz bleibender Narben auch Hoffnung. Und Wenders beweist, dass man sich auch nach mehr als vier Dekaden als Filmemacher immer wieder neu erfinden kann. mk.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 02.04.2015

Deutschland/Kanada/Schweden/Norwegen 2015

Länge: 1 h 59 min

Genre: Drama

Originaltitel: Every Thing Will Be Fine

Regie: Wim Wenders

Drehbuch: Bjørn Olaf Johannessen

Musik: Alexandre Desplat

Produktion: Gian-Piero Ringel

Kostüme: Sophie Lefebvre

Kamera: Benoît Debie

Schnitt: Toni Froschhammer

Ausstattung: Emmanuel Frechette

Website: http://neueroadmovies.com/film/every-thing-will-be-fine