Nach einem wahren Fall präzise inszenierter Agenten-Thriller um ein hochspannendes Katz-und-Maus-Spiel eines Jung- und Alt-Agenten.

Kinostart: 18.10.2007

Chris Cooper

Chris Cooper
als Robert Hanssen

Ryan Phillippe

Ryan Phillippe
als Eric O'Neill

Laura Linney

Laura Linney
als Kate Burroughs

Caroline Dhavernas
als Juliana O'Neill

Dennis Haysbert
als Dan Plesac

Kathleen Quinlan
als Bonnie Hanssen

Gary Cole
als Rich Garces

Handlung

Anfang 2001 geht für FBI-Anwärter Eric O'Neill (Ryan Phillippe) ein Traum in Erfüllung, als ihn seine Vorgesetzte Kate Burroughs (Laura Linney) für einen heiklen Auftrag auswählt, der seine Karriere als Agent starten könnte: Er soll als Sekretär für den erfahrenen Kollegen und Computerexperten Robert Hanssen (Chris Cooper) arbeiten und ihn dabei ausspionieren. Hanssen wird verdächtigt, als Doppelagent für die Russen geheime Informationen zu verkaufen. Als O'Neill den verschrobenen Hanssen näher kennen lernt, zweifelt er an den Vorwürfen.

Nach dem wohl größten Spionagefall beim FBI entstandenes Suspensedrama, das auf laute Action verzichtet und einen famos gespielten, subtilen Thriller aus dem Inneren von Amerikas größter Polizeibehörde bietet - und zugleich als eindringliche Charakterstudie funktioniert.

FBI-Mann Robert Hanssen wird schon länger der Spionage für die Gegenseite verdächtigt. Doch er hinterlässt keinerlei Spuren. Nun soll der ehrgeizige Nachwuchsagent Eric O'Neill als Hannssens Sekretät den Veteran enttarnen. Eric ist fasziniert von seinem neuen Boss, der sich als Familienmensch und religiöser Konservativer präsentiert.

Robert Hanssen ist ein erfahrener und geschätzter Mitarbeiter des FBI. Dennoch wird er schon länger der Spionage für die Gegenseite verdächtigt. Man kann ihm allerdings nichts nachweisen, er hinterlässt keinerlei Spuren. Nun wird der ehrgeizige Nachwuchsagent Eric O'Neill darauf angesetzt, Hanssen zu enttarnen, und wird dafür als sein Sekretär angestellt. Eric ist fasziniert von seinem neuen Boss, der sich als Familienmensch und religiöser Konservativer präsentiert. Bald schon droht er seinen Fall aus den Augen zu verlieren.

Kritik

Unprätentiös, aber präzise inszeniert Billy Ray den Fall "Hanssen", einen der größten Agentenskandale der Geschichte des FBI, der die Sicherheit der USA aufs höchste gefährdete.

Keine Mata Hari in verführerischen Dessous, die einem Agenten in der Horizontalen Geheimnisse entlockt, sondern ein akkurater Doppelagent, der jahrzehntelang für die USA und die Sowjetunion tätig war, steht im Mittelpunkt dieses 1000 Volt Spionagethrillers. Um die fast unerträgliche Spannung zu halten, muss kein James Bond mit technischen Sperenzchen den Gegner schrecken, hier geht es nicht um Eskapismus oder Kampf im Reich des Bösen. Statt sich spektakuläre Wettrennen zu liefern, stecken die Kontrahenten ganz konventionell im Stau. Es reichen zwei Super-Schauspieler, um atemlos das Geschehen bei dieser "Mission impossible" zu verfolgen. Wie der talentierte Anfänger den ausgebufften Verräter zur Strecke bringt, entwickelt sich zum intelligenten und psychologisch austarierten Katz- und Mausspiel der besonderen Art. Oscar-Preisträger Chris Cooper als Alt-Spion Robert Hanssen und Jungstar Ryan Philippe als erfolgshungriger Spion-Azubi Eric O'Neill liefern sich ein gefährliches und intrigantes Spiel, das jeden Moment umkippen kann.

Der Film beruht auf dem wahren Fall "Hanssen" und beweist mal wieder, nichts ist erschreckender als die Wirklichkeit. Der FBI-Agent verkaufte sein Wissen an die Sowjetunion und war Schuld am Tod amerikanischen Undercover-Agenten, bis er 2001 zur Rechenschaft gezogen und zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Die Behörden observierten ihn schon lange, konnten ihm aber nichts nachweisen. Gezielt setzen sie den ehrgeizigen Newcomer auf den Top-Agenten an. Als Assistent soll er in dessen Büro arbeiten und trifft auf einen mit allen Wassern gewaschenen Knochen, der überall Unrat wittert und den jungen Spund mit Argusaugen betrachtet. Der eiskalte Perfektionist ist Mitglied des Opus-Dei, lädt sich Pornos runter und mimt den Frommen, versucht nicht nur mit seiner bigotten Gattin Eric und seine Frau "zu bekehren", sondern mischt sich auch heftig in das Privatleben des Paares ein, in dessen Beziehung es bald kriselt. Maulwurf gegen Maulwurf. Wer behält die Nerven? Beide belauern und belügen sich, ziehen ein Täuschungsmanöver nach dem anderen ab, bis der Ältere nach dem finalen Zug des smarten Boys"enttarnt" und schachmatt ist. Die dunklen Seiten der Figuren, ihre innere Zerrissenheit und ihre Abgründe machen den Reiz des Dramas aus. Die Akteure sind keine coolen Draufgänger, sondern Bürokraten, die in den langen Fluren der "Firma" wie verloren herumirren, sich um Banalitäten wie funktionierende Computer oder fehlendes Papier kümmern müssen. Unspektakulärer Agentenalltag ohne Action, persönliche Katastrophen mit Folgen. Ohne traditionelle Versatzstücke, Effekte oder Exotik erweist sich Regisseur Billy Ray als Meister des Genres. mk.

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Info

Plakat des Films: Enttarnt - Verrat auf höchster Ebene
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 18.10.2007

USA 2007

Länge: 1 h 50 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Breach

Regie: Billy Ray

Drehbuch: Billy Ray, Adam Mazer, William Rotko

Produktion: Scott Kroopf, Robert Newmyer, Scott Strauss

Kostüme: Luis M. Sequeira

Kamera: Tak Fujimoto

Schnitt: Jeffrey Ford

Ausstattung: Wynn Thomas

Website: http://www.enttarnt-film.de