13. Fall für das Team um Kommissarin Jenny Berlin, mit Joachim Król in einer Doppelrolle.

Kinostart: nicht bekannt

Aglaia Szyszkowitz

Aglaia Szyszkowitz
als Jenny Berlin

Hannes Hellmann

Hannes Hellmann
als Hans Wolfer

Rainer Strecker

Rainer Strecker
als Volker Brehm

Victoria Trauttmansdorff
als Dr. Helga Dunkel

Joachim Król
als Udo und Gero Camphaus

Murali Perumal
als Herbert Reiser

Nicole Heesters
als Victoria Camphaus

Bjarne Mädel
als Peter S

Cosma Shiva Hagen
als Eva S

Max Landgrebe
als Boris Smolka

Julia Brendler
als Anna Weber

Markus Boysen
als Stephan Martens

Zora Holt
als Marie

Lutz Blochberger
als M

Kritik

Es liegt in der Natur der Sache, dass eineiige Zwillinge gern die Rollen tauschen; Literatur- und Filmgeschichte haben von "Prinz und Bettelknabe" bis zum "Doppelten Lottchen" eine Vielzahl an Beispielen zu bieten, in denen Autoren komisches Kapital aus der Verwechslungsgefahr geschlagen haben.

Im Krimi passiert das eher selten. Vielleicht eine Frage der Glaubwürdigkeit, vielleicht aber auch der Vorhersehbarkeit: Kommt ein Zwilling ums Leben, fragt man sich doch unwillkürlich, ob der andere nicht kurzerhand die Identität gewechselt hat; erst recht, wenn er, wie in diesem Film aus der Reihe "Einsatz in Hamburg", ohnehin um Leib und Leben fürchtet. Es ist daher keine Überraschung, dass es sich bei dem gewaltsam aus dem Leben geschiedenen Geschäftsführer des Kosmetikunternehmens Camphaus in Wirklichkeit um den Bruder handelt, einen lebensfrohen Fotografen; spätestens das Verhalten der vor Trauer überwältigten Mutter (Nicole Heesters als hanseatisch kühle Patriarchin), die den nun toten Zwillingssohn offenkundig bevorzugte, macht erfahrene Krimizuschauer stutzig.

Mit dieser nicht unerwarteten Handlungswendung, deren Offenbarung der Film eine Weile vor sich herschiebt, kann man allerdings recht gut leben: weil Joachim Król, kürzlich im Samstagskrimi zum letzen Mal als Kommissar Lutter zu sehen, die beiden so unterschiedlichen Brüder verkörpert. Der disziplinierte Oskar, der tapfer den Familienbetrieb übernommen hat, obwohl er den Sinn seines Lebens in der Kreation von Parfüm sieht, wäre auch ohne das Gegenstück eine ausgezeichnete Rolle für ihn. So aber darf Król auch noch in die Rolle von Gero schlüpfen; der Fotograf nimmt es mit der Moral nicht so genau. Damit hat er den Zorn eines unbescholtenen Landwirts (Bjarne Mädel) geweckt, denn dessen Frau (Cosma Shiva Hagen) ist das Gesicht einer Kampagne für Oskars neues Parfüm C Rouge. Der eifersüchtige Bauer, vermuten Jenny Berlin (Aglaia Szyszkowitz) und ihre Kollegen (Hannes Hellmannn, Frank Stecker), hat erst den Fotografen ermordet und später auch seine Frau. Oskar hat die Gunst der Stunde genutzt und die eigene Existenz beendet: Er hat Ärger mit einer Drogenbande, deren Hilfe er in seiner Geldnot in Anspruch genommen hat.

Volker Kutscher (Buch) und Josh Broecker (Regie) erzählen die erstklassig besetzte Geschichte angemessen verzwickt, mit viel Liebe zum Detail, trockenem Humor und einigen drastischen Einfällen. Der Film beginnt mit einer Fuhre Jauche, mit der der Landwirt die Fassade der Camphaus-Parfümerie tränkt. Seltsam nur, dass Kutscher ein typisches Versatzstück des Zwillingsfilms auslässt: Obwohl Jenny Berlin nicht ahnen kann, dass der Tote einen Zwilling hat, ist sie kein bisschen überrascht, als sie seinem Bruder das erste Mal begegnet. tpg.

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Info

Plakat des Films: Einsatz in Hamburg: Rot wie der Tod

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2010

Genre: Thriller

Originaltitel: Einsatz in Hamburg: Rot wie der Tod

Regie: Josh Broecker

Drehbuch: Volker Kutscher

Musik: Nikolaus Glowna, Siggi Mueller

Produktion: Jutta Lieck-Klenke, Dietrich Kluge

Kostüme: Petra Kilian

Kamera: Meinolf Schmitz

Ausstattung: Klaus R. Weinrich