Verfilmung des schwedischen Bestsellers um einen alten Vorstadt-Griesgram mit „Wallander“-Darsteller Rolf Lassgård.

Kinostart: 07.04.2016

Rolf Lassgård

Rolf Lassgård
als Ove

Bahar Pars
als Parvaneh

Filip Berg

Filip Berg
als Ove, jung

Ida Engvoll
als Sonja

Tobias Almborg
als Patrick

Klas Wiljergård
als Jimmy

Chatarina Larsson
als Anita

Börje Lundberg
als Rune

Stefan Gödicke
als Oves Vater

Anna-Lena Bergelin
als Journalistin Lena

Nelly Jamarani
als Sepideh

Zozan Akgün
als Nasanin

Handlung

„Wallander“ Rolf Lassgård tyrannisiert alle und hat als Bad Neighbour immer einen fiesen Spruch auf Lager: „Idiot!“ ist noch eine der netteren Bezeichnungen, die Ove für seine Nachbarn in der kleinen schwedischen Vorortsiedlung übrig hat.

Jeder kennt einen wie ihn, ewig schlecht gelaunt, immer meckernd, ein unverbesserlicher Kontrolletti. Schon vor dem Frühstück absolviert er seinen täglichen Rundgang, piesackt Hundebesitzer und Autofahrer, überprüft den Inhalt der Mülltonnen, schließt Fahrräder weg und verscheucht die streunende Katze.

Dabei will der 59-Jährige eigentlich Schluss machen mit allem. Nachdem er seine geliebte Frau und dann auch noch seinen Job verloren hat, sieht er keinen Sinn mehr im Leben und versucht wiederholt, sich davonzustehlen. Allerdings erfolglos, denn bei seinen Selbstmordversuchen kommt immer etwas dazwischen. Zuletzt neue Nachbarn – Stümper! – die seinen Briefkasten über den Haufen fahren.

Nach dem Einzug von Parvanehs Multi-Kulti-Familie nebenan steht Oves Leben auf dem Kopf. Dem zupackenden Charme der jungen Mutter kann sich auch der alte Griesgram auf Dauer nicht entziehen. Und siehe da: Hinter der grimmigen Fassade kommt langsam, ganz langsam ein großes Herz zum Vorschein...

Freundschaften können alte Wunden heilen, und mit nachbarschaftlichem Zusammenhalt sind sogar kleine Wunder möglich: Die Verfilmung von Fredrik Backmans gleichnamigem Bestseller wurde in Schweden zur erfolgreichsten Eigenproduktion aller Zeiten.

Mit hintergründigem Witz und viel Herz erzählt Regisseur und Drehbuchautor Hannes Holm („Familienchaos – All inclusive“) diese bewegende Komödie, die getragen wird von Schwedens Schauspielstar Rolf Lassgård („Nach der Hochzeit“), dem Kurt Wallander aus den Henning- Mankell-Filmen. Sie trägt zu Recht das Prädikat „Besonders wertvoll“.

Kritik

Zwischen bizarrer Komödie und bitterer Tragödie fein ausbalancierte Bestseller-Adaption aus Schweden, in dem Wallander-Darsteller Rolf Lassgård eine phänomenale One-Man-Show abliefert.

Voll ins Schwarze traf Regisseur und Drehbuchautor Hannes Holm ("Familienchaos") mit seiner Adaption des gleichnamigen Bestsellers von Fredrik Backman. Die ebenso außergewöhnliche wie pechschwarze Komödie um einen verbitterten alten Mann, der seinem nutzlosen Dasein endlich ein Ende bereiten will, dabei aber immer wieder gestört wird, brach in ihrem Heimatland alle Kinostartrekorde. Und es steht außer Zweifel, dass "Ein Mann namens Ove" auch in Deutschland hervorragende Mundpropaganda erhalten und zum Publikumsliebling avancieren wird.

Das liegt zum einen natürlich an dem makabren, im weitesten Sinne an "Harold und Maude" erinnernden Humor, der durch die skurrilen Selbstmordversuche, die die Titelfigur unternimmt, entsteht. Zum anderen am Hauptdarsteller Rolf Lassgård selbst, den man hierzulande als Kurt Wallander aus den Henning Mankell-Verfilmungen kennt. Er gibt diesem pedantischen, übellaunigen und stets auf den Unzulänglichkeiten seiner Nachbarn herumreitenden Ove ein Gesicht. Wenn er zu seinem morgendlichen Rundgang durch die Siedlung aufbricht, die Schlösser der Garagentore kontrolliert, achtlos weggeworfene Zigarettenkippen aufliest und den kleinen Köter von nebenan das Pinkeln auf den Bürgersteig verbietet, dann entsteht ein spröder, trockener und doch ungemein charmanter Witz, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Zudem bricht Regisseur Holm diese komödiantischen Elemente mit Momenten voller Dramatik und Tragik, wenn er in Rückblicken davon erzählt, warum Ove so geworden ist, wie er seine Eltern verlor und seine große Liebe fand - das ist Romantik pur, aus der man nur schwer wieder in die Realität zurückfindet.

Dort fungiert als Gegenpol zu der sturen, eigenbrötlerischen Figur des Vorort-Kapos und ehemaligen Eisenbahners eine chaotische Multi-Kulti-Familie, die gegenüber von Ove einzieht und gleich mal dessen Briefkasten wegrasiert. Besonders der hochschwangeren, persisch-stämmigen und vor Lebenslust förmlich überbordenden Dame des Hauses (lebhaftes Energiebündel: Bahar Pars), gelingt es, den defätistischen Menschenfeind zu überreden, ihr Fahrstunden zu geben, und ihm im Lauf der Handlung immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

Und so gerät der höchst sorgfältig ausgestattete und in sanften Braun- und Grautönen fotografierte "Ein Mann namens Ove" immer mehr zur Ode an das Anderssein, stellt aber auch existenzielle Fragen (Volvo oder Saab?), bricht eine Lanze für Minderheiten und fördert ein einzigartiges Gemeinschaftsgefühl zu Tage, das bewegt und ein ums andere Mal gar zu Tränen rührt. Ein kleines schwedisches Meisterwerk, das so wohltuend anders ist als das, was der Kinoalltag im Normalfall zu bieten hat. lasso.

Wertung Questions?

FilmRanking: 1387 >99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 07.04.2016

Schweden 2015

Länge: 1 h 57 min

Genre: Drama

Originaltitel: En man som heter Ove

Regie: Hannes Holm

Drehbuch: Hannes Holm

Musik: Gaute Storaas

Produktion: Nicklas Wikström, Annica Bellander, Nicklas Wikström

Kostüme: Camilla Lindblom

Kamera: Göran Hallberg

Schnitt: Fredrik Morheden

Ausstattung: Jan Olof Agren

Website: http://www.einmannnamensove-film.de

Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.