Erschütternde Verfilmung des Romans "Adam Hundesohn" von Yoram Kaniuk über einen einstigen Varieté-Clown in einem Sanatorium für Holocaust-Überlebende.

Kinostart: 19.02.2009

Jeff Goldblum

Jeff Goldblum
als Adam Stein

Willem Dafoe

Willem Dafoe
als Kommandant Klein

Ayelet Zurer
als Gina Grey

Derek Jacobi
als Dr. Nathan Gross

Joachim Król
als Wolfowitz

Juliane Köhler
als Ruthchen Edelson

Veronica Ferres
als Frau Vogel

Moritz Bleibtreu
als Joseph Gracci

Hana Laszlo
als Rachel Shwester

Genia Dodina
als Gretchen

Idan Alterman
als Arthur

Tudor Rapiteanu
als Davey

Die Handlung von Ein Leben für ein Leben - Adam Resurrected

Anfang der 60er Jahre grassiert in einer Heilanstalt für Holocaust-Traumatisierte der Wahnsinn. Auch Adam Stein (Jeff Goldblum) ist eine zerstörte Seele. Er wurde von dem sadistischen KZ-Kommandanten Klein (Willem Dafoe) wie ein Hund gehalten und verlor dabei nicht nur seine Familie, sondern auch den Verstand. Durch seine magischen Fähigkeiten kann der einst gefeierte Berliner Varieté-Star einem kleinen Jungen helfen, der sich für einen Hund hält.

Tragisches und Komisches ergänzen sich auf erschütternde Art in Paul Schraders unorthodoxem Holocaust-Drama, das mit bizarrer Theatralik der berühmten Vorlage von Yoram Kaniuk mehr als gerecht wird. Eine deutsche wie internationale Schauspielelite beeindruckt mit starken Auftritten.

Im Berlin der Weimarer Republik war Adam Stein ein gefeierter Varieté-Clown mit scheinbar übermenschlichen Fähigkeiten. Jahre nachdem er bei einem Auftritt den lebensmüden SA-Mann Klein vor dem Selbstmord bewahrt hat, treffen sich die beiden Männer wieder. Klein ist nun Lagerkommandant und lässt Adam am Leben, unter der Bedingung, dass er für Klein wie dessen Schäferhund lebt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs umgibt sich Adam in einem Institut für Überlebende des Holocaust in der Wüste Israels mit Chaos und nacktem Wahnsinn, bis er einen Jungen trifft, der wie ein Hund erzogen wurde.

Im Berlin der Weimarer Republik war Adam Stein ein gefeierter Varieté-Clown mit scheinbar übermenschlichen Fähigkeiten. Jahre nachdem er bei einem Auftritt den lebensmüden SA-Mann Klein vor dem Selbstmord bewahrt hat, treffen sich die beiden Männer wieder. Klein ist nun Lagerkommandant und lässt Adam am Leben, unter der Bedingung, dass er für Klein wie dessen Schäferhund agiert. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs umgibt sich Adam in einem Institut für Überlebende des Holocaust in der Wüste Israels mit Chaos und nacktem Wahnsinn, bis er einen Jungen trifft, der wie ein Hund erzogen wurde.

Kritik zu Ein Leben für ein Leben - Adam Resurrected

Mit internationalen Stars hat Paul Schrader den Roman "Adam Hundesohn" des Israelis Yoram Kaniuk besetzt: Ein erschütterndes Drama vom Versuch, nach dem Holocaust wieder Mensch zu werden.

Viele Filme künden vom Grauen der KZs; nur wenige widmen sich dem Weiterleben nach dem Holocaust, sofern man ihm entrinnen konnte. Manche Erlebnisse sind so schlimm, dass man sie nur mit Humor ertragen kann. Oder dass man den Verstand verliert. Manchmal beides - wie die Insassen eines israelischen Sanatoriums Anfang der 60er Jahre mitten in der Wüste. Die Ärzte haben die Behandlung längst aufgegeben. Auch Adam Stein (Jeff Goldblum) fristet hier als wandelnder Grabstein die Zeit bis zu seiner Wiederauferstehung. Derweil führt er sich auf wie ein Zampano und begeistert die Patienten mit verblüffenden Zaubertricks. Denn Adam war ein umjubelter Varieté-Clown, der seit den 20er Jahren Berlin mit übersinnlichen Shows verzückte. Sein sechster Sinn bewahrte ihn und seine Familie jedoch nicht vor der Deportation, wo er den einst suizidalen SA-Mann Klein (furchteinflößend: Willem Dafoe) wieder trifft. Der ist nun Lagerkommandant und hält Adam wie einen Hund, der ihn unterhalten soll und täglich um das Leben seiner Familie betteln muss - vergeblich. Dieses erschütternde Schicksal wird in Rückblenden Stück für Stück offenbar und konterkariert Adams sexuelle Frivolität und übersensible Märchenwelt. Die komischen Manieren dieses "Jakob der Lügner" übertünchen sein bitteres Schicksal nur ungenügend. Was zum Vorschein kommt, sind zerstörte Seelen wie Wolfowitz (nur einer von vielen starken deutschen Akteuren: Joachim Król), die Gott verfluchen.

Darum geht's: Um Hund und Gott, was im Original ein augenfälliges Anagramm bildet (dog & god). Schrader inszeniert den 1969 erschienenen, internationale gefeierten Roman als großes absurdes Theater, das rasant zwischen groteskem Satyrspiel, hysterischer Komik, frappierender Tragik und übernatürlicher Passionsgeschichte pendelt. Das ist gewollt bizarr und dennoch eine atemberaubende Kombination, zumal sich alles in ein großes Gemälde fügt und obendrein von einer hervorragenden Schauspielergarde eindringlich interpretiert wird. Anleihen bei "Einer flog übers Kuckucknest" finden sich ebenso wie ein Gestus permanenter Provokation - etwa wenn sich Parallelen von Heilanstalt und Nazi-Lager auftun. Die schwarzweiß gehaltenen KZ-Szenen haben nicht so sehr authentischen, denn symbolischen Charakter, doch Dafoes grausame Figur prägt sich so schauerlich ein wie Ralph Fiennes in "Schindlers Liste". Noah Stollmans Drehbuch handelt indes nicht nur vom (Seelen)Tod, sondern exemplarisch von der Verarbeitung des Vernichtungstraumas. Als Adam einen Jungen entdeckt, der sich für einen Hund hält, öffnet sich ihm die Chance zur Heilung. Aber es wird ein steiniger Weg.

tk.

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Info

Plakat des Films: Ein Leben für ein Leben - Adam Resurrected
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 19.02.2009

Deutschland/Israel/USA 2008

Länge: 1 h 42 min

Genre: Drama

Originaltitel: Adam Resurrected

Regie: Paul Schrader

Drehbuch: Noah Stollman

Musik: Gabriel Yared

Produktion: Werner Wirsing, Ehud Bleiberg

Kostüme: Inbal Shuki

Kamera: Sebastian Edschmid

Schnitt: Sandy Saffeels

Ausstattung: Alexander Manasse

Website: http://www.ein-leben-fuer-ein-leben.de