Tom Hanks versucht als angeschlagener US-Geschäftsmann, in Saudi-Arabien Fuß zu fassen.

Kinostart: 28.04.2016

Tom Hanks

Tom Hanks
als Alan Clay

Alexander Black
als Yousef

Sarita Choudhury

Sarita Choudhury
als Dr. Zahra Hakem

Sidse Babett Knudsen
als Hanne

Tom Skerritt
als Ron Clay

David Menkin
als Brad

Megan Maczko
als Rachel

Christy Meyer
als Cayley

Ben Whishaw
als Dave

Handlung

Alan Clay hat es böse erwischt. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat er alles erreicht, dann alles verloren – Job, Haus, Auto, Ehe – futsch.

Jetzt bekommt der 54-Jährige, eines der vielen Opfer der Bankenkrise, eine letzte Chance. Er soll dem König von Saudi-Arabien ein revolutionäres holografisches Telekonferenz-System verkaufen. Voller Elan fliegt er ein – doch schon die Hitze und der Jetlag knocken ihn aus: Er verschläft und kommt zu spät zum ersten Termin mit dem Monarchen. Nicht weiter schlimm, denn der taucht gar nicht auf ...

Das Treffen mit dem Herrscher bleibt ein Versprechen, eine Fata Morgana wie die Wirtschaftsmetropole, die der König aus dem Wüstensand stampfen will. In den Tagen des Wartens erkundet Clay mit seinem Fahrer Yousef das Land zwischen Aufbruch und Stillstand und lernt durch die Begegnung mit der schönen Ärztin Zahra (Sarita Choudhury aus „Homeland“), wie sich Tradition und Moderne clever verbinden lassen.

Die Impulse durch den Clash der Kulturen lassen den zielstrebigen Verkäufer schließlich neue Perspektiven für seinen Platz im Leben erkennen. Kommt der König nun oder kommt er nicht? Auf diese Frage gibt der Film eine eindeutige Antwort: Who cares!

Nach „Cloud Atlas“ arbeitet Tom Tykwer wieder mit seinem Star Tom Hanks zusammen, der den sympathischen Protagonisten aus dem Roman von Dave Eggers witzig und mit großem Einfühlungsvermögen auf die Leinwand bringt. Ihm folgt man mit Vergnügen überallhin – auch in die Wüste.

Kritik

Tom Tykwers Romanverfilmung über einen verlorenen Amerikaner in der Fremde hat Charme und mit Tom Hanks einen überzeugenden Sympathieträger.

Tykwer selbst schrieb auch das Drehbuch, bleibt nah dran an Dave Eggers' Roman über die Folgen eines globalisierten Wirtschaftssystems, den Kampf eines Mannes gegen seinen haltlosen Absturz und die Begegnung mit einer anderen Kultur, die sich ihm verschließt. Dass diese ihm in Tykwers Adaption am Ende auch eine neue Chance eröffnet, ist einer romantischen Entwicklung geschuldet, die, mit Zärtlichkeit und Zurückhaltung beobachtet, auch dem Zuschauer Hoffnung und ein gutes Gefühl vermittelt.

"Same as it ever was" kommentieren die Talking Heads zu Beginn einen PR-Spot, der Geschäftsmann Alan Clay in dynamisch marktschreierischer Überzeugungsattitüde zeigt. Dabei ist die Routine längst dem Stillstand gewichen, denn Clay ist am Ende, ohne berufliche und private Perspektive, weil ihn die Entwicklungen der Zeit überrollen und er seiner Tochter nicht einmal mehr das versprochene College zahlen kann. Seine Geschäftsreise nach Saudi-Arabien, wo er mit seinem Team dem König ein neues holografisches Telekonferenzsystem vorstellen soll, ist somit seine letzte Chance, wieder Fuß in seinem alten Leben zu fassen. Dabei geht es letztlich um ein neues in Tykwers Antwort auf "Lost in Translation", die die Balance hält zwischen komisch, melancholisch, absurd, politisch und romantisch.

Für kritische Bemerkungen über amerikanische Außen- und saudi-arabische Innenpolitik hisst Tykwer nie die große Flagge, integriert sie eher dezent in diese Geschichte, in der das Schöne, wie eine einheimische Ärztin oder eine prachtvolle Moschee, und das Hässliche, wie ein oppressiv-restriktives Klima oder ein Ort des Friedens als Hinrichtungszentrum, koexistieren. Zu sehen ist kein Eindringen in eine fremde Kultur, vielmehr sind es Berührungen, ermöglicht durch einen Taxifahrer und Sarita Choudhurys Ärztin. Zwischen dieser und Hanks' traurig-komischem Protagonisten entwickelt sich eine sanfte und sinnliche Beziehung, die das schönste Bauwerk ist in dieser nicht allzu tiefgründigen, aber durchgehend liebenswerten Dramödie. Diese Verbindung ist auch stabilisierende Realität, die geplante Metropole, die der König aus dem Wüstensand stampfen will, aber nur ein Traumbild mit Luxus als Fundament. kob.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 28.04.2016

USA/Deutschland 2016

Länge: 1 h 38 min

Genre: Drama

Originaltitel: A Hologram for the King

Regie: Tom Tykwer

Drehbuch: Tom Tykwer

Musik: Tom Tykwer, Johnny Klimek

Produktion: Stefan Arndt, Uwe Schott, Gary Goetzman, Arcadiy Golubovich, Tim O'Hair

Kostüme: Pierre-Yves Gayraud

Kamera: Frank Griebe

Schnitt: Alexander Berner

Ausstattung: Uli Hanisch

Website: http://www.einhologrammfuerdenkoenig.x-verleih.de

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