Hinreißende Weinkomödie von Ridley Scott über einen abgeklärten Finanzexperten, der in Südfrankreich ein geerbtes Weingut abstoßen will.

Kinostart: 09.11.2006

Russell Crowe

Russell Crowe
als Max Skinner

Marion Cotillard

Marion Cotillard
als Fanny

Albert Finney

Albert Finney
als Onkel Henry

Abbie Cornish
als Christie Roberts

Tom Hollander
als Charlie Willis

Freddie Highmore
als Max als Junge

Isabelle Candelier
als Ludivine Duflot

Die Handlung von Ein gutes Jahr

Der Londoner Investmentbanker Max Skinner (Russell Crowe) hat ein Weingut in der französischen Provinz geerbt. Jetzt will er mal schnell nach Frankreich jetten, den ganzen Krempel in klingende Münze verwandeln und wieder heim in den Stressjob. Doch vor dieses verwerfliche Unterfangen hat das Schicksal kauzige Weinbauern, die liebreizende Landschaft Südfrankreichs und die heiße französische Kellnerin Fanny (Marion Cotillard) gestellt.

Wieder einmal wird ein karrieregeiler Yuppie von provinziellen Lebenskünstlern zum verantwortungslosen Faulpelz resozialisiert in einer vor postkartengerechten Landschaftskulissen angesiedelten Romantik-Komödie. Mit dem kleinen Unterschied, dass diesmal der Actionspezialist Ridley Scott ("Alien", "Gladiator") im Regiestuhl sitzt.

Der arrogante Londoner Finanzexperte Max Skinner ist nicht zuletzt wegen seiner bisweilen wenig ethischen Manöver an der Börse höchst erfolgreich. Bei einem kurzen Abstecher in die Provence will er ein von seinem Onkel Harry geerbtes Weingut abstoßen. Doch das lästige Objekt wird er nicht so schnell los, dafür sorgen ein ansässiger Weinbauer, eine lokale Schönheit, ein Mädchen, das sich als Cousine des Onkels ausgibt, und der Zauber von Südfrankreich, dem Max nach und nach verfällt.

Der hochnäsige Geschäftsmann Max Skinner hat sich in London als höchst erfolgreicher Börsenmakler etabliert, was er nicht zuletzt auch seinen unkonventionellen Methoden zu verdanken hat. Eines Tages führt ihn sein Weg in die Provence. Dort will Max möglichst schnell ein Weingut abstoßen, das er von seinem Onkel geerbt hat. Allerdings hat der eigensinnige Banker nicht mit dem Charme Südfrankreichs samt lebenslustigem Winzer und bezaubernder Café-Besitzerin gerechnet. Und so gerät sein Aufenthalt länger und länger.

Kritik zu Ein gutes Jahr

In den pittoresken Weinbergen Frankreichs wandelt sich "Maximus" Russell Crowe vom bösen Börsen-Hai zum sanften Romantiker und zeigt sich von einer neuen Seite.

So hat man den "Master & Commander" lange nicht gesehen, in den Armen einer Schönen dahinschmelzend, französische Delikatessen goutierend und bei einem "petit rouge" bebrillt über die positiven Seiten des Lebens sinnierend. Und das ausgerechnet unter der Regie von Ridley Scott, der sonst bevorzugt härtere Filmkost serviert. Im Prolog schlägt ein aufgeweckter kleiner Junge seinen lebenslustigen Onkel im Schachspiel, das französische Ambiente ist malerisch. Dann die Gegenwart. Das Kind entwickelte sich zum geldgierigen Schweinehund, der seine Kollegen ("Laborratten") schikaniert, Kunden reinlegt und durch dubiose Geschäfte an der Börse Riesen-Gewinne kassiert. Ferien oder Gefühle kennt der smarte Londoner Yuppie nicht und als er nach dem Tod des Onkels (Albert Finney in Rückblenden) dessen Weinberg und altes Gutshaus in der Provence erbt, nimmt er sich ein paar Tage frei, um den neuen Besitz zu verscherbeln. Erst einmal trampelt er wie ein Elefant im Porzellanladen herum, verstört die munteren Franzosen, bis er sich dem "savoir vivre" nicht entziehen kann, unterstützt von den Reizen einer entzückend Kellnerin. Die Wandlung vom taffen Engländer im Maßanzug zum romantischen Engel im Schlabberlook geht flott vonstatten, auch wenn das Auftauchen einer unbekannten Cousine mit möglichem Anspruch auf das Anwesen, den Läuterungsprozess etwas hemmt. Doch die Attraktion von Sonne, Sex und Vino erweist sich stärker als der Reiz von Big Business an der Themse.

Scott, selbst Liebhaber der Gegend, frönt offen seiner frankophilen Ader und auch seiner Bewunderung für Jacques Tati (der Crowe feindlich gesinnte Köter trägt den Nachnamen der Film-Legende). Dabei greift er immer wieder lustvoll in den Klischeetopf - der Weinbauer ein knorrig-gutherziger Knochen, die Französin an sich ein charmant-offenherziges Vollweib, das Essen ein Fest mit einem die Zunge lösenden guten Topfen Wein, die zirpenden Grillen schöner als jedes Sinfonie-Orchester. Auf den Punkt gebracht, lebt auch der unkultivierte Ausländer unter gewitzten Galliern wie Gott in Frankreich, wenn er mal das Prinzip des "laissez-faire" kapiert hat. Crowe auf dem Weg zum Connaisseur, Marion Cotillard als heißblütiges Love-Interest und Abbie Cornish als nettes Girl von Napa auf der Suche nach dem leiblichen Papa bilden ein Triangle mit funktionierender Chemie in diesem Sommerfilm, der den düsteren Herbst etwas heller scheinen lässt und bei dem alle Beteiligten wohl ihren Spaß hatten. "Ein gutes Jahr" beschert zwei knappe gute Kinostunden. mk.

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Info

Kinostart: 09.11.2006

USA 2006

Länge: 1 h 57 min

Genre: Drama

Originaltitel: A Good Year

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Marc Klein

Musik: Marc Streitenfeld

Produktion: Ridley Scott

Kamera: Phillippe Le Sourd

Schnitt: Dody Dorn

Ausstattung: Sonja Klaus

Website: http://www.eingutesjahr-derfilm.de