Komödie um eine arbeitslose Schauspielerin, die zuerst widerwillig im Auftrag des Jobcenter mit einer Gruppe Langzeitarbeitsloser "Antigone" einstudiert.

Kinostart: 09.10.2014

Paul Faßnacht
als Franz

Katharina Hauter
als Friederike

Rainer Furch
als Hubert

Canan Kir
als Linda

Maik Solbach
als Alfred

Rick Okon
als Max

Eva Löbau
als Frau Schnallenberger

Luise Heyer
als Emily

Felix Knopp
als Klaus Neumann

Tini Prüfert
als Conny

Bernd Grawert
als Herr B

Handlung

Die 36jährige Schauspielerin Anna verliert ihren Job am Ulmer Stadttheater. Das Arbeitsamt bietet keine echte Alternative für die Künstlerin. Aber eine impertinente Sachbearbeiterin des Jobcenters überredet sie, kurzerhand mit einer Gruppe hoffnungsloser Langzeitarbeitsloser in einer verpflichtenden Weiterbildungsmaßnahme das Bühnenstück "Antigone" einzustudieren. Der Grieche Dimitri soll König Kreon spielen. Trotz Streit, Betrug vom Amt und Neid der Kollegen gelingt es Anna, die Zyniker für Hochkultur zu interessieren.

Kritik

Loser-Komödie über arbeitslose Misfits, die sich bei den Proben zu "Antigone" zum charmanten Ensemble zusammenraufen.

"Hier gibt's bloß oi Theater", nölt der desinteressierte Sachbearbeiter des Arbeitsamts die gutmütige Bühnenschauspielerin Anna an, als sie entgeistert vor ihm sitzt und vergeblich auf Hilfe bei der Suche nach einem Job hofft. Den am Ulmer Stadttheater hat sie soeben eingebüßt. Sie wurde entlassen, weil sie sich in dem niveaulosen Betrieb als Künstlerin offenbarte. Der selbst vom Theater stammende Regisseur Oliver Haffner mokiert sich in seinem tragikomischen zweiten Film - nach "Mein Leben im Off" - treffend über die Platitüden im Betrieb hinter der Bühne sowie im Jobcenter. Mit Süffisanz legt er dort Lügen, Neid und Kungelei bloß. Dem ist Anna ausgeliefert, die mit 36 ohne Mann, Job und Kinder ganz unten angelangt ist.

In dieser tristen Situation konfrontiert sie Haffners etwas gemächlich umgesetztes Drehbuch mit einem Haufen hoffnungsloser Langzeitarbeitsloser. Mit den zynischen, abgestumpften Außenseitern, die in schweren beruflichen oder privaten Krisen stecken, soll die gutherzige Protagonisten auf Drängen einer theaterbegeisterten Beamtin das klassische Bühnendrama "Antigone" einüben. Wie das Mauerblümchen dem Prekariat die Hochkultur näher bringt, obwohl ihr jeder unentwegt Knüppel zwischen die Beine wirft, beginnt in deprimierender Realität und endet nach beschwerlichem Weg in einer charmanten Wohlfühl-Premiere. Aber nicht der Triumph, sondern die Chance auf einen Neuanfang, die Erlangung von Selbstbewusstsein, die neue Sicht auf, mitunter nicht lösbare, Probleme stehen im Mittelpunkt bei Haffner. Er orientiert sich an britischen Vorbildern wie "Ganz oder gar nicht" und vermittelt mit einem Ensemble vorwiegend selbst am Theater tätiger Schauspieler Working-Class-Authentizität. Nicht jeder Konflikt ist tiefgründig und die Figuren decken das erwartbare Spektrum von Sozialproblemfällen ab, aber die Qualität der Darsteller lässt die Figuren dem Publikum ans Herz wachsen und Story und Inszenierung sind feinsinnig und hintergründig genug, dass es beim Filmfest München den Publikumspreis gab. tk.

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Info

Kinostart: 09.10.2014

Deutschland 2014

Länge: 1 h 42 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Ein Geschenk der Götter

Regie: Oliver Haffner

Drehbuch: Oliver Haffner

Produktion: Ingo Fliess

Kostüme: Christian Röhrs, Juliane Maier

Kamera: Kaspar Kaven

Schnitt: Anja Pohl

Ausstattung: Christine Bentele, Hannes Hartmann

Website: http://www.arsenalfilm.de/egdg

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