Urkomisches Stop-Motion-Abenteuer der Macher der von "Wallace & Gromit" und "Shaun das Schaf": Steinzeit trifft auf Bronzezeit – in einem rasanten Knetmasseabenteuer.

Kinostart: 26.04.2018

Handlung

Eigentlich ist das Leben für den Höhlenmenschen Dug (gesprochen von Friedrich Mücke) ganz in Ordnung. Mit seinem Steinzeitstamm und seinem besten Kumpel, dem Urzeit-Wildschwein Hognob, lebt er in einem beschaulichen Tal. Man geht zusammen auf die Jagd – mal mehr, mal weniger erfolgreich – es herrscht Friede.

Doch dann dringen Fremde in ihr Tal ein. Der fiese Lord Nooth (Kaya Yanar) und seine Schergen auf mächtigen, metallbewehrten Mammuts machen sich ihre Überlegenheit zunutze. Um die Bodenschätze rauben zu können, vertreiben die Invasoren aus der Bronzestadt die Gruppe gutmütiger Steinzeitmenschen aus ihrer Heimat. So leicht gibt der tapfere – aber leider auch etwas naive – Dug jedoch nicht klein bei.

Um seine Heimat zu retten, begibt er sich in die äußerst befremdliche, hochmoderne Bronzestadt. Ein Kulturschock für den Höhlenmenschen. Zum Glück erhält er unerwartete Hilfe von dem Bronzezeitmädchen Goona (Palina Rojinski). Und so spricht Dug Lord Nooth eine Herausforderung aus. Er will um sein geliebtes Tal spielen, bei einer vollkommen neuartigen Art von Wettkampf: Fußball!

Unverkennbar Aardman: Der Charme von Stop-Motion-Filmen wie "Wallace & Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen", "Shaun das Schaf – Der Film" und jetzt eben auch "Early Man – Steinzeit bereit" ist einzigartig. Und die aufwendigen Produktionen mit den Plastilinfiguren, die von den Knet-Koryphäen von Aardman Animations zum Leben erweckt werden, gibt es nur alle paar Jahre im Kino zu bestaunen.

Wie schon die Vorgänger, ist "Early Man" aber nicht nur schön anzusehen. Die rasante, witzige Abenteuergeschichte ist auch hundertprozentig familientauglich.

Kritik

Die prähistorische Entstehungsgeschichte des Fußballs erzählt "Wallace & Gromit" und "Shaun das Schaf"-Macher Nick Park in einer ulkigen Mischung aus "Asterix & Obelix" und "Die Croods" in der unnachahmlichen Art der Aardman Studios.

Wie der Fußball zu den Menschen bzw. nach Manchester kam, erzählt Aardman-Veteran und Oscar-Gewinner Nick Park in einer sehr lustigen, losen Variante von "2001" im Vorspann der britischen Stop-Motion-Animation, die in Zusammenarbeit mit Studiocanal und Amazon Prime entstand. Die eigentliche Handlung setzt einige Jahrhunderte später ein, in der Fußball fast vergessen, nur in der Höhlenmalerei präsent ist. Nach dem Drehbuch der Aardman-Mitarbeiter Mark Burton und James Higginson wird der Stamm von Hauptfigur Dug vorgestellt, ein "Haufen merkwürdiger Typen", die nicht besonders helle sind, aber eine eingespielte und irgendwie liebenswerte Familie bilden. Die wird ihres Lebensraums von Lord Nooth beraubt, der ihn als Bronzemine zur persönlichen Bereicherung ausbeuten will -mit den Steinzeitmenschen als Arbeitern darin. Um diesem tristen Schicksal zu entrinnen, fordert Dug in einem spontanen Anfall von Mut Nooth' Fußballchampions von Real Bronzio heraus. Dazu muss die Chaostruppe allerdings erst einmal die einfachsten Regeln und Technik lernen. Dabei hilft Dugs Freundin Goona aus der Bronzestadt. Das wohl ungewöhnlichste Fußballtraining der Sportfilmgeschichte beginnt. Das Aardman-Team unterlegt sein nicht nur im Sportfilm klassisches Vom-Underdog-zum-Aufsteiger-Thema mit von der deutschen Nationalspielern als Mannschaft vs. Egos bewährten Fußballphilosophie und spart nicht mit Seitenhieben auf den Spielbetrieb mit seinen eitlen Spielern etwa in Form des gegnerischen Spielführers Jürgen mit wehenden Blondschopf. In ihrem auch mit Referenzen auf das eigene Werk gespickten, herrlichen Mix aus "Asterix & Obelix" und "Die Croods" bzw. aus "Gladiator" und "Voll auf die Nüsse", wie es Park pitchte, nutzen Aardmans Kreative den Humor aus dem Culture Clash zwischen Zivilisation und Naturvolk, teils auch zwischen Angelsachsen und Normannen, im Wortspiel, vor allem aber im brachialen Einsatz von Slapstick. Man kann sich schallendes Gelächter nicht verkneifen, auch wenn der Humor nicht unbedingt der feinen englischen Art entspricht. Ein paar gut platzierte Hits garnieren "Early Man", der vielleicht nicht ganz so charmant wie die "Wallace & Gromit"-Filme oder "Shaun, das Schaf" ist, der aber großen Spaß macht und mit "(Early) Man United" nicht nur ein gelungenes Wortspiel sondern auch eine sympathische Botschaft hat - und in dem tatsächlich die weiblichen Figuren das Sagen haben. hai.

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Info

Plakat des Films: Early Man - Steinzeit Bereit
  • FSK ab 0 freigegeben/Freigegeben ohne Altersbeschränkung

FSK: ab 0

Kinostart: 26.04.2018

Großbritannien/Frankreich 2018

Länge: 1 h 29 min

Genre: Animation

Originaltitel: Early Man

Regie: Nick Park

Drehbuch: Mark Burton

Musik: Harry Gregson-Williams, Tom Howe

Produktion: Nick Park, Peter Lord, Richard Beek, Carla Shelley, David Sproxton

Kamera: Dave Alex Riddett, Charles Copping, Paul Smith, Peter Sorg

Schnitt: Sim Evan-Jones

Ausstattung: Matt Perry

Website: http://www.studiocanal.de/kino/early_man

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