Zweiter Teil von Theo Angelopoulos' epischer Trilogie, in dem ein amerikanischer Regisseur seine Familiengeschichte in einem Film verarbeiten will.

Kinostart: 29.10.2009

Willem Dafoe

Willem Dafoe
als A

Bruno Ganz

Bruno Ganz
als Jacob

Michel Piccoli

Michel Piccoli
als Spyros

Irène Jacob
als Eleni

Christiane Paul
als Helga

Valentina Carnelutti
als Empfangschefin

Tiziana Pfiffner
als M

Reni Pittaki
als Komponist

Kostas Apostolidis
als Parteisekret

Herbert Meurer
als Doktor

Alexandros Milonas
als Mann im Zug

Norman Mozzato
als Hotel Manager

Alessia Franchin
als A's Sekret

Chantel Brathwaite
als Elenis Freundin

Sviatoslav Yshakov
als Gro

Vladimir Bogenko
als Direktor des Konservatoriums

Ivan Nemtsev
als Deutscher Orgel Spezialist

Handlung

A. (Willem Dafoe) ist ein Regisseur griechischer Abstammung und kehrt nach Rom zurück, um sein Werk fortzusetzen: Die Verfilmung der eigenen Familiengeschichte, besonders der seiner Eltern Spyros (Michel Piccoli) und Eleni (Irène Jacob). Der Zweite Weltkrieg trennte die Liebenden, Spyros emigrierte in die USA, Eleni floh vor dem griechischen Bürgerkrieg in die Sowjetunion. Jahrzehnte lang versuchte Spyros, Kontakt zu seiner innig Geliebten herzustellen.

Sechs Jahre nach "Die Erde weint" setzt der griechische Meisterregisseur Theodoros Angelopoulos seine episch angelegte Trilogie über das Schicksal seiner Heimat im 20. Jahrhundert fort. Seine komplexe Handlung umfasst Jahrzehnte und Kontinente, überwindet mühelos Zeit und Raum.

A., ein amerikanischer Filmregisseur griechischer Abstammung, kehrt nach Rom zurück, um eine abgebrochene Filmarbeit fortzusetzen. Darin will er seine eigene Familiengeschichte verarbeiten. Der Fokus liegt auf seiner Mutter Eleni, die von ihrem Geliebten Spyros getrennt wurde und in den Vierzigerjahren in die Sowjetunion fliehen musste. Spyros versucht von den USA aus, Kontakt aufzunehmen und die Frau seines Lebens zu retten. Es wird ein Unterfangen, das Jahrzehnte und Kontinente umspannt.

Kritik

Mit seinem zweiten Teil der "Trilogie des Exils" über politische Unterdrückung, Vertreibung aber auch Versöhnung im 20. Jahrhundert wartet Theo Angelopoulos mit einem fantastischen Schauspielensemble auf.

Die Filme des großen Griechen sind Reisen durch die Zeit, auf denen die Menschen rastlos auf der Suche nach Heimat sind, getrieben von der Sehnsucht nach einem Ort, wo sie sich zu Hause fühlen. Ein Ziel, das bei Angelopoulos nur schwer oder gar nicht zu erreichen ist, nur eine Chimäre, eine Utopie, ein Stück Hoffnung. Die innere Unruhe bedeutet für ihn etwas zutiefst Menschliches, schon seit der Irrfahrt des Odysseus in der griechischen Mythologie.

"Dust of Time" erzählt von den letzten Tagen vor der Jahrtausendwende, vom griechisch stämmigen US-Regisseur A. (Willem Dafoe), der an einem Film über seine persönliche Familiengeschichte arbeitet und seine Eltern auf dem Weg nach Griechenland in Berlin erwartet. Irène Jacob und Michel Piccoli spielen das ergraute Paar Spyros und Eleni. Die beiden wurden durch den Zweiten Weltkrieg getrennt, er schaffte es nach New York, sie durchlitt Stalins Lager in Sibirien. In Berlin treffen sie auf Elenis Weggefährten Jakob Levy (Bruno Ganz) aus der Zeit des Grauens.

Der 73jährige Regisseur jongliert mit verschiedenen Zeitebenen, wechselt sie abrupt, um sie ebenso plötzlich wieder in einen kurzen ruhigen Fluss münden zu lassen. Schon der Blick eines Protagonisten aus dem Fenster kann übergangslos in ein anderes Land und eine andere Zeit führen, einzelne Lebensstationen werden durcheinandergewirbelt, wie auch Fantasie und Wirklichkeit. Das Puzzle verlangt Konzentration, und selbst die nützt wenig, wenn bei dieser Verrätselung lose Enden den Zuschauer ratlos machen und ermüden. Aber Angelopoulos hat sich noch nie um Sehgewohnheiten geschert. Seine Kraft liegt in den oft hypnotischen Bildern, die Kameramann Andreas Sinanos erneut zaubert, allerdings nicht durchgehend. Während bei den Rückblenden in die Sowjetunion eine visuelle Wucht die Leinwand erobert, scheint ihm bei den Berliner Aufnahmen in ihrer Alltäglichkeit die Imagination abhanden gekommen zu sein. Der historische Bogen spannt sich über Exil, Trennung und Aufenthalte in der Fremde bis zum Zusammenbruch von Ideologien - von Stalins Tod, dem Watergate-Skandal und dem Vietnamkrieg bis zum Fall der Berliner Mauer und dem noch nicht eingelösten Traum von einer besseren Welt im 21. Jahrhundert. Die Menschen sind ihrer Wurzeln beraubt und immer unterwegs. Abschied nehmen heißt auch, ein wenig zu sterben. Aber ganz kann man die Vergangenheit nicht auslöschen, meint Angelopoulos, diese für ihn "historische und dialektische Beziehung zwischen Gestern und Heute". mk.

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Info

Plakat des Films: Dust of Time
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 29.10.2009

Deutschland/Griechenland/Italien 2009

Länge: 2 h 8 min

Genre: Drama

Originaltitel: Trilogia II: I skoni tou hronou

Regie: Theodoros Angelopoulos

Drehbuch: Theodoros Angelopoulos

Musik: Eleni Karaindrou

Produktion: Phoebe Economopoulos

Kostüme: Regina Khomckaya, Martina Schall, Francesca Sartori

Kamera: Andreas Sinanos

Schnitt: Yannis Tsitsopoulos

Ausstattung: Alexander Scherer, Konstantin Zagorski