Drama über die letzten Tage der berühmtesten tschechischen Schriftstellerin, Bozena Nemcova.

Kinostart: 17.11.2005

Corinna Harfouch

Corinna Harfouch
als Bozena Nemcova

Boleslav Polívka

Boleslav Polívka
als Josef Nemec

Petr Forman
als Braumeister Danek

Ondrej Vetchy
als Dr. Lambl

Anna Políková
als Dora Nemcov

Tana Fischerova
als Gr

Adrian Jastraban
als Jurenka

Handlung

Mitte des 19. Jahrhunderts steht Bozena Nemcová (Corinna Harfouch) als Autorin gefeierter Romane im Mittelpunkt des kulturellen Lebens ihrer böhmischen Heimat. Sie führt ein für damalige Verhältnisse provozierend selbständiges und freizügiges Leben. Dafür macht ihr der beruflich erfolglose und nun extrem eifersüchtige Trinkergatte auch mit aller Kraft das Leben schwer. Selbst nach vollzogener Trennung lässt er ihr keine Ruhe.

Künstlerbiografie und Frauenschicksal entfalten sich in diesem Drama der deutschen Regisseurin Dagmar Knöpfel durch Rückblenden und Abschiedsbriefe an einen Freund der Autorin.

Die tschechische Schriftstellerin Bozena Nemcova (1816 bis 1862) u. a. für das Märchen "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" weltbekannt, wird in einer Reihe mit Virginia Woolfe, Sylvia Plath, Frieda Kahlo gesehen, Frauen, die es früh gewagt haben, ihr Leben nach ihren persönlichen Bedürfnissen einzurichten. Nemcova war im 19. Jahrhundert ihrer Zeit weit voraus und bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen.

Kritik

Nach ihren im 19. Jahrhundert angesiedelten filmischen Essays über die Dichtkunst - "Brigitta" und "Requiem für eine romantische Frau" - bleibt sich Dagmar Knöpfel erneut treu. Mit "Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern" legt die HFF-Absolventin nun eine Studie über die tschechische Schriftstellerin Bozena Nemcova vor und räsoniert dabei über Macht und Ohnmacht des Schreibens.

Wer Knöpfels Kino-Oeuvre kennt, der weiß, dass sie sich ihren Stoffen nicht auf konventionelle Weise annähert. So auch hier. Ihr Drama ist kein Biopic im herkömmlichen Sinne. Vielmehr setzt sie Ebenen von Zeit, Ort und Wahrnehmung außer Kraft. Beschreibt anhand von drei Briefen, die die Protagonistin kurz vor ihrem frühen Tod verfasst, aber nie abgeschickt hat, das Innenleben einer starken Persönlichkeit. Einer Frau, die es Mitte des 19. Jahrhunderts gewagt hatte, die freie Liebe zu propagieren, die sich gegen ihren herrischen, gewalttätigen Mann aufgelehnt und statt des Kochlöffels den Federkiel zu ihrem Arbeitsgerät erkoren hatte. Verkörpert wird Bozena Nemcova, deren Roman "Großmutter" angeblich Kafka seinen Schwestern als Lektüre empfahl, auf unnachahmliche Art und Weise von Corinna Harfouch, die zuletzt als Magda Goebbels in "Der Untergang" ein Ausrufezeichen setzte. Durch ihre Darstellung der von einer schweren Krankheit und dem Tod ihres geliebten Sohnes schwer gezeichneten Literatin und Mutter wird das Leiden auf der Leinwand physisch förmlich spürbar. So entsteht zum einen mosaiksteinartig das Porträt einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus war, zum anderen macht Knöpfel in eindringlichen, beinahe hypnotischen Bildern deutlich, wie das Schreiben zum (kreativen) Ventil für körperliche wie seelische Gebrechen werden kann. Fazit: Die Regisseurin präsentiert mit fast ausschließlich aus Tschechen bestehender Cast und Crew höchste Filmkunst, die vor allem ein literarisch interessiertes, weibliches Publikum ansprechen sollte. lasso.

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Info

Plakat des Films: Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 17.11.2005

Deutschland 2005

Länge: 1 h 52 min

Genre: Drama

Originaltitel: Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern

Regie: Dagmar Knöpfel

Drehbuch: Dagmar Knöpfel

Musik: Ales Bezina

Produktion: Alena Rimbach, Herbert Rimbach

Kostüme: Jaroslava Veselá

Kamera: Jan Malir

Schnitt: Christian Lonk

Ausstattung: Zdenek Lstiburek