Emotionales Drama über eine Familie, die nicht mehr zusammenwachsen kann und den schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens.

Kinostart: 10.10.2013

Handlung

Die 14jährige Wanda zieht mit ihrer Familie von Berlin in die Schweiz. Im großzügig gebauten Haus in kleinstädtischer Idylle soll alles besser werden, vor allem die verkorkste Beziehung zwischen den Eltern. Doch die Konflikte bleiben, der Vertrauensbruch ausgelöst durch eine Affäre des Ehemannes ist nicht zu kitten. Wanda flüchtet sich in erste sexuelle Erfahrungen, ihre Schwester wird unausstehlich und der kleine Bruder verweigert sich der Sprache. Dennoch kämpft das Mädchen für eine intakte Familie.

Kritik

Emotionales Familiendrama über den schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens.

Der deutsche Film hat ein Pfund, mit dem er wuchern kann: junge und brillante Schauspieler. Als bestes Beispiel gilt die 18jährige Maria-Victoria Dragus, die schon in Michael Hanekes "Das weiße Band" oder Emily Atefs "Töte mich" und in der ZDF-Produktion "Der Fall Jakob von Metzler" großes Talent bewies. In Friederike Jehns Coming-of-Age-Drama spielt sie die 14jährige Wanda, die mit ihrer Familie zum Neuanfang von Berlin in die Schweiz zieht. Im großen Haus mit verwildertem Garten in kleinstädtischer Idylle soll alles besser werden, vor allem die verkorkste Beziehung zwischen den Eltern (Nicolette Krebitz, Wolfram Koch), aber die Gattin kann den Seitensprung ihres Ehemannes nicht vergessen und verzeihen. Es bleibt, wie es ist. Vorwürfe, Geschimpfe, Misstrauen. Auf den Konflikt reagieren die Kinder ganz unterschiedlich. Wanda flüchtet sich in erste sexuelle Erfahrungen, ihre Schwester vergrault durch unerträgliche Dominanz Freunde und der kleine Bruder verweigert sich sprachlicher Kommunikation und zieht sich in seine eigene Welt zurück.

Friederike Jehn ("Weitertanzen") erzählt leise und konsequent vom schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens und dem fast aussichtslosen Kampf um eine intakte Familie und festen Halt in einer haltlosen Zeit. Dabei konzentriert sie sich auf die inneren Widersprüche und Unsicherheiten der Protagonistin, die retten will, was nicht mehr zu retten ist, ihrer Neugier auf das Leben und gleichzeitig die Angst vor dem Unbekannten. Sie spielt gekonnt mit Symbolen und optischen Kontrasten, setzt die Schönheit eines bunten und hellen Sommers draußen gegen familiäre Eiszeit drinnen, schmucke und schicke Räume gegen emotionale Verwahrlosung, seelische Traurigkeit und tiefe Verletzungen. Es gibt in dieser Alltagsgeschichte keine Schuldzuweisungen an die Erwachsenen, auch die würden gerne dem Idealbild von sich liebenden und für die Kids sorgenden Eltern entsprechen, scheitern aber an nicht zu kittenden Brüchen. Die gefrorenen Gefühle sind auch durch den heißesten Sommer nicht mehr aufzutauen. Dieser Abgesang auf die Kindheit geht zu Herzen. mk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 10.10.2013

Deutschland/Schweiz 2012

Länge: 1 h 36 min

Genre: Drama

Originaltitel: Draußen ist Sommer

Regie: Friederike Jehn

Drehbuch: Lara Schützsack, Friederike Jehn

Produktion: Ingo Schuenemann, Stefan Sporbert, Rüdiger Heinze, Anne Walser, Katharina Rinderle

Kamera: Sten Mende

Schnitt: Isabel Meier

Ausstattung: Marion Schramm

Website: https://www.facebook.com/DraussenIstSommer