In der Zukunft angesiedeltes Drama, über einen Berliner Arzt, der im Untergrund arbeiten muss.

Kinostart: 22.08.2013

Ketel Weber
als Dr. Ketel

Amanda Plummer

Amanda Plummer
als Louise

Burak Yigit

Burak Yigit
als Ercan

Pit Bukowski
als Pit

Franziska Rummel
als Karo

Lou Castel
als Wissmann

Waléra Kanischtscheff
als Punk Otto

Hermann Beyer
als Breuer

Michael Pink
als Security

Patrick Schorn
als Security

Die Handlung von Dr. Ketel

In Berlin-Neukölln der kommenden Tage hat sich die soziale Not verschärft und eine Einbruchserie in Apotheken hält die privaten Sicherheitsdienste in Atem. Unerkannter Urheber ist Straßenarzt Dr. Ketel, der mit den gestohlenen Medikamenten Obdachlose, Junkies und Migrantenkinder wie den kleinen Hakan notfallmedizinisch versorgt. Sein Doppelleben bringt der Hausmeister nur mit Mühen unter einen Hut, was nicht nur seine Liebschaft zu Apothekerin Karo sabotiert, sondern auch Jungermittler Ercan und die amerikanische Sicherheitsexpertin Louise auf seine Spur bringt.

Kritik zu Dr. Ketel

Bizarrer Film Noir, in dem Neukölln der düsteren Schwarzweißzukunft als Pflaster für einen verzweifelnden Wohltäter dient.

An Linus de Paolis dffb-Abschlussfilm ist alles unabhängig und eigenwillig. Dennoch wartet das Arthauswerk, das den Berliner Stadtteil als sozialen Brennpunkt beschreibt, der kaum anders aussieht als heute, mit Indie-Ikone Amanda Plummer ("Pulp Fiction") als Besetzungscoup auf - und diversen Preisen, darunter dem German Independence Award. In zwei Kapiteln porträtiert Paoli - Künstlername von Linus Hahn - den unlizensierten Armenarzt Dr. Ketel (Ketel Weber, "Lange Nacht") und die US-Sicherheitsexpertin Louise (Plummer), die den an sich selbst Verzweifelnden wieder zu seiner humanitären Mission zurückbringt. Die besteht daraus, dass Ketel Medikamente aus Apotheken und Kliniken klaut, um damit Obdachlose, Junkies und Migranten wie den kleinen Hakan notfallmedizinisch zu versorgen. Damit steht der anonyme Straßendoktor im Visier der Sicherheitsfirmen und auch seine vielversprechende Beziehung zur Apothekerin Karo (Franziska Rummel) zerbricht, was den abgerissenen Gutmenschen psychisch ans Ende bringt.

Das Portrait eines heimlichen Wohltäters, der als verkrachte Existenz nicht für sich selbst sorgen kann und obdachlos abtaucht, entwickelt fiebrigen Drive, der dem brüchigen Gemütszustand Ketels bis ins Delirium folgt, wo er einen tennisballgroßen Tumor ausspuckt. Gleichzeitig hat dieser Film Noir zwischen Wim Wenders und der Berliner Schule aber auch etwas Laienhaftes wie von einer Kleinkunstbühne an sich, künstlich und spannungsarm. Das betrifft vor allem den zweiten Teil, der die Ereignisse aus der Perspektive von Louise erneut aufrollt. Hier rückt die Kamera dicht an die Figuren, aber man kommt ihnen nicht nahe, was auch den hülsenartigen Dialogen geschuldet ist. Oft gleicht Paolis Social Fiction mit den Mitteln des Autorenfilms mehr einer improvisierten Etüde, denn einem ausgewachsenen Film - aber gerade diese experimentelle Filmsprache stellt eine faszinierende Herausforderung für Kenner vom Fach dar. tk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 22.08.2013

Deutschland 2011

Länge: 1 h 23 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Dr. Ketel

Regie: Linus de Paoli

Drehbuch: Anna de Paoli, Linus de Paoli

Musik: Felix Raffel

Produktion: Anna de Paoli

Kostüme: Malena Modéer

Kamera: Nikos Welter

Schnitt: Linus de Paoli

Ausstattung: Tomoko Okada, Mara Diener, Daniela Petrozzi

Website: http://www.dffb.de/html/de/films/film/266