Bissige Science-Fiction-Satire mit Matt Damon und Christoph Waltz über eine Welt, in der sich Menschen schrumpfen lassen, um den Planeten vor der Zerstörung zu retten.

Kinostart: 18.01.2018

Handlung

Wir wissen, es ist fünf vor 12. Die Erde ist überbevölkert, die Natur zerstört, die Ressourcen so gut wie aufgebraucht. Norwegische Wissenschaftler liefern einen unglaublichen Vorschlag zur Lösung der Weltprobleme: Um den Verbrauch auf ein Minimum zu reduzieren, haben sie ein Verfahren entwickelt, mit dem Menschen geschrumpft werden können. Denn wer nur 12 Zentimeter groß ist, braucht weniger Luft, Nahrung und Wasser!

Paul Safranek (Matt Damon) und seine Frau Audrey (Kristen Wiig) sind Otto Normalverbraucher aus Omaha, denen die ständig steigenden Kosten über den Kopf wachsen. Also wagen sie den großen Schritt des „Downsizen”. In ihrem neuen Leben in einer geschrumpften Gemeinschaft läuft allerdings alles anders als erwartet. Als kleiner Held muss Paul Großes leisten, um sich in seiner neuen platzsparenden und planetschonenden Existenz einzurichten ...

Auch in seinem siebten Spielfilm erweist sich Alexander Payne („Sideways”, „Nebraska”) als Meister der menschlichen Tragikomödie. Nach eigenem Drehbuch zeigt er Hollywoodgrößen im Miniaturformat(neben Damon u.a. Oscar-Gewinner Christoph Waltz), die mit allzu menschlichen Problemen kämpfen müssen. Mit viel Effekte-Zauber werden nicht nur die Größenverhältnisse, sondern auch unsere Sicht auf die Welt auf den Kopf gestellt!

Kritik

Verblüffende Sozialsatire über einen Jedermann, der sich auf zwölf Zentimeter Größe schrumpfen lässt.

"Wenn die Menschen nur schrumpfen würden, dann wäre unsere Welt nicht so überbevölkert", sangen die Dead Kennedys bereits vor 31 Jahren. In seinem siebten abendfüllenden Film greift Alexander Payne genau dieses Thema auf, auf seine Weise, in einer Komödie, wie Payne sie in seiner 20-jährigen Komödie noch nicht gemacht und wie man sie in dieser Form noch nie gesehen hat. Einmal mehr erweist sich der Filmemacher als Spezialist für die Sorgen und Nöte einfacher Menschen. Aber hier streckt er sich wie noch nie in seiner Karriere. Natürlich schlugen schon seine früheren Meisterwerke wie "Sideways" und "Descendants" erstaunliche Haken, und doch waren sie stets geerdet durch eine eher konventionelle, klassische Erzählweise und ihre sehr geradlinige Bebilderung, die nie von der Handlung und den Figuren ablenkte. Dass Payne seinen "Nebraska" in Schwarzweiß gedreht hat, darf man schon als Extravaganz abhaken. Alle Sicherungsnetze werden jetzt über Bord geworfen.

"Downsizing" geht ungeahnte Wege, andere Wege, neue Wege, die immer wieder verblüffen. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Auch weil man erst einmal in Sicherheit gewogen wird, weil man gleich zu kapieren glaubt, worauf Payne in diesem ersten Film seit "Sideways", den er mit seinem einstmals gesetzten Schreibpartner Jim Taylor geschrieben hat, hinaus will. Überbevölkerung, Zerstörung der Natur und Verelendung der Mittelschicht lassen nur einen Ausweg zu, wenn die Menschheit überleben will: Sie soll sich schrumpfen lassen, auf etwa zwölf Zentimeter große Wesen, um eine platzsparende und planetschonende Existenz zu führen. Hier kommt der Held des Films ins Spiel, ein Jedermann, gespielt von Matt Damon, der auf den schönen Namen Paul Safranek hört, den niemand richtig aussprechen kann und auch sonst wenig Beachtung findet. Gemeinsam mit seiner von Kristen Wiig in perfekter Normalität gespielten Ehefrau trifft er die folgenschwere Entscheidung, sich schrumpfen zu lassen und ein neues Leben zu beginnen - eine von norwegischen Wissenschaftlern entwickelte Methode, wie der Film erklärt. Aber wenn Paul dann nach der liebevoll und ungemein witzig umgesetzten Schrumpfkur erstmals erwacht, ist alles anders, als man es sich gedacht haben mag.

Ein bisschen fühlt man sich wie im Märchen, weil der gebeutelte Held nicht nur aufgrund seiner minimierten Körpergröße urplötzlich einen ganz anderen Blick auf seine Existenz werfen muss. "Downsizing" nimmt soziale Ungerechtigkeit und die klaffende Schere zwischen Arm und Reich als Ausgangspunkt für eine technisch perfekt umgesetzte und mit scharfem Blick für allzu Menschliches erzählte Sozialsatire, die einem Otto Normalverbraucher lehrt, lieber ungewöhnlich zu leben und sich in ein Abenteuer zu stürzen, in dem er Bekanntschaft mit schrägen Typen macht - irre: Christoph Waltz als serbischer Lebemann Dusan - und schließlich in Norwegen tatsächlich aufbricht in die Zukunft der Menschheit, so sie denn noch eine hat. Dahinter steckt eine weit reichende Ambition, ein neu gewonnener Respekt für seine Figuren, die Alexander Payne in Filmen wie "About Schmidt" oder "Sideways" zwar liebevoll gezeichnet, aber doch nicht nur mit ihnen, sondern auch ein wenig über sie gelacht hat. Die wilde und aufrichtige Ambition Paynes kann einen leicht auf dem falschen Fuß erwischen. Wenn man "Downsizing" in vollen Zügen genießen will, muss man es machen wie Paul Safranek: Man muss sich darauf einlassen. ts.

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Info

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Kinostart: 18.01.2018

USA 2017

Länge: 2 h 16 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Downsizing

Regie: Alexander Payne

Drehbuch: Jim Taylor, Alexander Payne

Musik: Rolfe Kent

Produktion: Mark Johnson, Megan Ellison, Jim Burke, Jim Taylor, Alexander Payne

Kostüme: Wendy Chuck

Kamera: Phedon Papamichael

Schnitt: Kevin Tent

Ausstattung: Stefania Cella

Website: https://paramount.de/downsizing

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