Gut beobachtete, bisweilen auch melancholische Komödie über das Aufwachsen in der norddeutschen Provinz in den 80erJahren.

Kinostart: 23.04.2009

Cecil Renner
als Roddy Dangerblood

Ole Fischer
als Fliegevogel

Pit Bukowski

Pit Bukowski
als Sid Schick

Daniel Michel
als Flo

Samuel Auer
als G

Axel Prahl
als Mascher

Friederike Wagner
als Mama

Laszlo Horwitz
als Piekmeier

Peter Jordan
als Papa

Bojan Heyn
als Schwester

Die Handlung von Dorfpunks

Sommer 1984 ist der Punk dann doch noch ans Ostseestädtchen Schmalenstedt gelangt. Schulabbrecher Malte (Cecil von Renner) macht eine Töpferlehre und versucht ein echter Punk zu sein. Saufen und Raufen plus Rebellion gegen sein Spießerdorf mit Kumpels wie Fliegevogel (Ole Fischer) und Sid (Pit Bukowski) reichen ihm bald nicht mehr. Also gründet er die Band "Warhead". Doch die amateurhafte Combo droht postwendend wieder unterzugehen.

Punkszene und Dorfidylle treffen aufeinander und schon fliegen die Fetzen in der kongenialen Verfilmung von Rocko Schamonis gleichnamigen Bestseller. Nostalgische Jugenderinnerungen mit hohem Spaßfaktor nähren eine Tragikomödie, geleitet von Spezialist Lars Jessen.

Im Sommer 1984 in der norddeutschen Provinz von Schmalenstedt kommen Malte, der sich Roddy Dangerblood nennt, und seine Kumpels auf die Schnaps-Idee, eine Punk-Band zu gründen. Mit Roddy, Fliegevogel, Flo, Sid, Piekmeier und Günni nebst Hund trifft er sich regelmäßig in einer Waldlichtung, um am Lagerfeuer Bier zu trinken und ab zu hängen. Sie denken lange über den Band-Namen nach, für Üben bleibt wenig Zeit. Es werden eigentlich auch nur zwei Auftritte absolviert, mehr schlecht, aber mit ganz viel Punk-Attitüde.

Im Sommer 1984 in der norddeutschen Provinz von Schmalenstedt kommen Malte, der sich Roddy Dangerblood nennt, und seine Kumpels auf die Schnapsidee, eine Punkband zu gründen. Mit Roddy, Fliegevogel, Flo, Sid, Piekmeier und Günni nebst Hund trifft er sich regelmäßig in einer Waldlichtung, um am Lagerfeuer Bier zu trinken und abzuhängen. Sie denken lange über den Band-Namen nach, für Üben bleibt wenig Zeit. Es werden eigentlich auch nur zwei Auftritte absolviert, mehr schlecht, aber mit ganz viel Punk-Attitüde.

Kritik zu Dorfpunks

Von einer Jugend ohne Tugend erzählt Regisseur Lars Jessen in seiner einfühlsamen Adaption von Rocko Schamonis Kultroman.

"Die Jugend hat kein Ideal, keinen Sinn für wahre Werte"... so lautet eine Zeile aus Wolfgang Ambros' Hit "Zwickt's mi", der dem Austro-Popper 1975 endgültig zum (internationalen) Durchbruch verhelfen sollte. Punk war gerade am entstehen, in London und New York, "No Future" lautete nach den Sex Pistols das Schlagwort der Stunde und wer als junger Mensch etwas auf sich hielt, gab sich rüpelhaft, rebellisch und nonkonformistisch. Das "Verschwende deine Jugend" wurde zum Lebensprinzip erhoben und kaum zehn Jahre später war es auch schon in der deutschen Provinz angekommen. Beim Musiker Rocko Schamoni beispielsweise, Jahrgang 1968, aufgewachsen in Lütjenburg in der Holsteinischen Schweiz.

Dessen Roman "Dorfpunks" hat Lars Jessen adaptiert und dabei gleichzeitig Motive seines Kinoerstlings "Am Tag als Bobby Ewing starb" variiert. Im Sommer 1984 spielt die Coming-of-Age-Geschichte, in der Malte Ahrens, der sich jetzt Roddy Dangerblood (Cecil von Renner) nennt, mit seinen Kumpels eine Punk-Band gründet. Nur zwei Auftritte werden sie absolvieren, einen mäßig umjubelten ersten - "Merkt ihr was, Leute? Eben waren wir noch Scheiße... und jetzt sind wir 'ne Band!! - und einen zweiten, der endet, bevor er begonnen hat. Gerne treffen sich die Jungs, Roddy, Fliegevogel, Flo, Sid, Piekmeier und Günni nebst Hund, im Waldversteck, trinken Bier aus der Dose und pissen ins Lagerfeuer. Dazwischen träumen sie von Sex, gehen mit dem Schlauchboot auf der Ostsee unter und legen sich mit den braven Bürgern vom Schmalenstedt an, deren Marktplatz sie durch ihre Anwesenheit verunstalten.

Die Suche nach der Musik, dem richtigen Ton und dem Bandnamen, der sich alle paar Minuten ändert, steht hier stellvertretend für die Suche nach dem Platz im Leben. Man will anders sein als die liberalen Eltern, man definiert sich über Freundschaft und "Mode" und stellt fest, dass man doch Opfer bringen muss, um weiter zu kommen. Zum Sehnsuchtsort werden darüber die ländliche Heimat und die 80er Jahre - ironisch gebrochen zwar, aber leider nostalgisch verklärt. In Sprache, Tonalität und Bild hat Jessen den damaligen Zeitgeist recht genau getroffen, seine junge Darstellertruppe macht ihre Sache gut. Nur gerät das Ganze insgesamt zu glatt, zu nett, zu stromlinienförmig. Und Stromlinienförmigkeit und Nettigkeit waren definitiv nicht Sache der Punks - denn: Traue keinem über Zwanzig. geh.

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Info

Plakat des Films: Dorfpunks
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 23.04.2009

Deutschland 2008

Länge: 1 h 33 min

Genre: Drama

Originaltitel: Dorfpunks

Regie: Lars Jessen

Drehbuch: Norbert Eberlein

Musik: Jakob Ilja

Produktion: Michael Weber, Florian Koerner von Gustorf

Kostüme: Ingken Benesch

Kamera: Michael Tötter

Schnitt: Sebastian Schultz

Ausstattung: Dorle Bahlburg