Das perfekte Geheimnis - auf KINO&CO

Visuell bestechender Actionthriller über Domino Harvey, Tochter von Schauspieler Laurence Harvey, die eine Karriere als Topmodel aufgab, um Kopfgeldjägerin zu werden.

Kinostart: 29.12.2005

Keira Knightley

Keira Knightley
als Domino Harvey

Mickey Rourke

Mickey Rourke
als Ed Moseby

Édgar Ramírez

Édgar Ramírez
als Choco

Ian Ziering
als Ian Ziering

Christopher Walken
als Mark Heiss/ TV-Produzent

Rizwan Abessi
als Alf

Mena Suvari
als Assistentin des Produzenten/ Kimmie

Brian Austin Green
als Brian Austin Green

Jacqueline Bisset
als Sophie Wynn

Lucy Liu
als Taryn Miles

Delroy Lindo
als Claremont Williams III


als Lateesha Rodriguez

Macy Gray
als Lashindra Davis

Shondrella Avery
als Lashandra Davis

Joseph Nuñez
als Raul Chavez

Dabney Coleman
als Drake Bishop

Stanley Kamel
als Antony Cigliutti

Die Handlung von Domino - Live Fast, Die Young

Das ebenso attraktive wie sturköpfige Ex-Model Domino Harvey (Keira Knightley), Töchterchen des Schauspieler Laurence Harvey, hat die Schnauze voll vom Luxus-Leben in Beverly Hills. Statt Cocktails zu schlürfen will sie zukünftig als Kopfgeldjägerin ihren Lebensunterhalt verdienen. Zusammen mit dem schrägen Duo Ed (Mickey Rourke) und Choco (Edgar Ramirez) lehrt sie fortan die Unterwelt das Fürchten.

Action- und Thriller-Spezialist Tony Scott ("Der Staatsfeind Nr. 1", "Spy Game") inszeniert mit Flashbacks und Zeitsprüngen ein optisch faszinierendes Porträt einer schillernden Frau - die gerade Ende Juni 2005 unter mysteriösen Umständen tot in ihrer Badewanne aufgefunden wurde. Allein das ungleiche Paar Keira Knightley und Mickey Rourke ist den Kinobesuch wert.

Als Tochter von "Botschafter der Angst"-Star Laurence Harvey lebt die kleine Domino von Kindesbeinen an ein privilegiertes Leben in Beverly Hills. Von Anfang lehnt sie sich gegen jede Form von Konvention auf, weshalb ihre Zeit als Model der Ford-Agentur kurzlebig ist. Eine Art Familie findet Domino erst, als sie sich dem Kopfgeldjäger-Team des einstmaligen schweren Jungen Mosbey anschließt. Mit der Reality-TV-Show "The Bounty Squad" kommt neuer Ruhm, aber auch Ärger, als Domino und Co. bei einer Mission ins Kreuzfeuer von Mafia und FBI geraten.

Jung, reich, sexy und wahnsinnig gefährlich. Von ihrer Karriere als Modell und Covergirl hat die hübsche Schauspielertochter Domino Harvey genug. Ein neuer Job muss her und so schließt sich die attraktive Draufgängerin einem Kopfgeldjäger-Team an. Zusammen mit ihren schlagkräftigen Kollegen macht Domino Jagd auf die gefährlichsten Verbrecher des Landes, wird zur Heldin einer TV-Reality-Show namens "The Bounty-Squad" und selbst zur Gejagten, als sie ins Visier von Mafia und Bundespolizei gerät.

Kritik zu Domino - Live Fast, Die Young

Das ungewöhnliche Leben der taffen Kopfgeldjägerin Domino Harvey diente Regisseur Tony Scott als Grundlage für ein Action geladenes Biopic, wobei er den visuellen Overkill seiner Racheorgie "Mann unter Feuer" noch toppt.

Die im Sommer 2005 kurz vor Fertigstellung des Film an einer Überdosis verstorbene Titelheldin (von "Piraten der Karibik"-Schönheit Keira Knightly teils ein wenig leichtgewichtig mit "Showgirls"-Flair porträtiert) war eine schillernde Figur: Als Tochter des britischen Filmstars Laurence Harvey (tritt per "Botschafter der Angst"-Ausschnitt auf) und eines Vogue-Models war sie zwar privilegiert in England aufgewachsen, doch wurde sie aufgrund ihrer rebellischen Ader von vier Schulen verwiesen. Eine zeitlang jobbte sie als Model. Die spätere Ehe ihrer Mutter mit Hard-Rock-Café-Gründer Peter Morton führte sie schließlich nach Los Angeles. Dort begann die zart gebaute Messer- und Martial-Arts-Expertin ihre Karriere als Kopfgeldjägerin und war daran beteiligt, einen der gefürchtetsten Gangleader zu verhaften. An sich schon der sensationelle Stoff, aus dem Hollywoodgeschichten geschrieben sind. Doch "Donnie Darko"-Drehbuchautor Richard Kelly steuerte zu dem in Wahrheit bereits unglaublichen Szenario noch diverse fiktionalisierte Elemente hinzu. So werden Domino und ihre beiden Partner Ed (ein fabelhafter Mickey Rourke in einer leider viel zu mickrigen Rolle) und Choco (Edgar Ramirez) zwecks Mediensatire und beißendem Kulturkommentar zu Stars der Realityshow "The Bounty Squad" gemacht, die von Ian Ziering und Brian Austin Green aus der TV-Serie "Beverly Hills 90210"(als sie selbst) inkompetent moderiert wird. In typischer Tarantino-Tradition wird zudem eine Plotschlaufe um korrupte Verkehrsamtbürokraten, ein Millionenraubzug, einen rachsüchtigen Mafiaboss, einen skrupellosen Casinobesitzer und einen afghanischen Explosionsexperten gewoben. Dazu passend gibt es Cameoauftritte von Tom Waits als predigenden Unterweltsboten und Christopher Walken als verschrobenen TV-Produzenten.

Dabei ist nicht nur die mit roher Gewalt versehene Story schon over-the-top. Scotts Ziel ist es offenbar, dies mit optischer Holzhammer-Methode im Look des Films nachhaltig zu reflektieren. Verwackelte grobkörnige Bilder, rastloses Zooming, ruckartige Kameraschwenks und schwindelerregende Umkreisungen, Doppelbelichtungen, eine tiefsaturierte Farbpalette in giftig grün-gelb, all dies mit einem desorientierenden Speedfreak-Schnitt zusammengestückelt, vermitteln den Eindruck, einen Sicherheitsgurt im Kinosessel zu benötigen - das visuelle Äquivalent eines Mescalin-Trips. Trotz dieser Stilsalti bleibt die mangelnde erzählerische Substanz offenbar. Woher beispielsweise Dominos aufgestaute Aggressionen kommen, die sie durch die gefährlichen Adrenalinkicks ihres Jobs auslebt, wird nur angedeutet. Das potentielle Liebesdreieck zwischen Domino und ihren beiden Partnern wird ebenfalls nur inkonsequent angeschnitten. Auch die Szenen mit religiöser Symbolik, die Scott schon ausgiebig in "Mann unter Feuer" benutzte, wirken letztlich nur als Posen. Doch nichts anderes will dieser hyperventilierende Film sein: eine Übung in Exzess, in filmischem Nihilismus. Und als solche hat er seinen Platz in der Filmgeschichte sicher. ara.

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Info

Plakat des Films: Domino - Live Fast, Die Young
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 29.12.2005

USA 2005

Länge: 2 h 8 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Domino

Regie: Tony Scott

Drehbuch: Richard Kelly, Steve Barancik

Musik: Harry Gregson-Williams

Produktion: Ridley Scott, Samuel Hadida, Tony Scott

Kostüme: Robert Morgan

Kamera: Dan Mindel, Drew Boughton

Schnitt: William C. Goldenberg, Tony Ciccone, Christian Wagner

Ausstattung: Chris Seagers, Drew Boughton

Website: http://www.domino.film.de