Fesselnde Coming-of-Age-Story um die Skater-Legenden Tony Alva, Stacy Peralta und Jay Adams, die in den Siebzigern in Südkalifornien das Skateboarden erfanden.

Kinostart: 08.09.2005

Handlung

In den frühen 70er Jahren übertragen die kalifornischen Surfer-Kumpel Stacy Peralta (John Robinson), Jay Adams (Emile Hirsch) und Tony Alva (Victor Rasuk) unter Ägide des Surfer-Gurus Skip Engblom (Heath Ledger) die Prinzipien des Wellenreitens auf das Skateboard und wecken unter dem Firmenlogo Zephyr-Team bald das Interesse zahlungskräftiger Sponsoren und Impressarios wie dem Skateshow-Veranstalter Topper Burke (Johnny Knoxville). Während die Jungs dabei so langsam Ideale gegen Zaster, Drogen und Damen tauschen, rast der neue Trendsport wie ein Flächenbrand durchs Land.

Regisseurin Catherine Hardwicke ("Dreizehn") knöpft sich die bereits in Peraltas Doku "Dogtown and Z-Boys" besungene Legende der Z-Boys vor und strickt daraus ein lebensnahes Teenagerdrama mit Starbesetzung.

1975 in Dogtown, dem Strandghetto von Venice. Unter den Fittichen von Surfshop-Besitzer Skip Engblom werden Tony Alva, Stacy Peralta und Jay Adams mit dem "Zephyr-Skate-Team" über Nacht zur örtlichen Sensation, ihr unangepasster Stil zum weltweiten Phänomen. Als Sponsoren und das große Geld die Jungs locken, droht der plötzliche Ruhm, ihre Freundschaft zu zerstören.

Wir schreiben die 70er Jahre und befinden uns im unglamourösen Stadtteil Dogtown des kalifornischen Surferparadieses Venice. Wegen der herrschenden Trockenheit dürfen Pools nicht gefüllt werden - und so tun sich für die Bewegungsfreaks Tony Alva, Jay Adams und Stacy Peralta völlig neue Ride-Möglichkeiten auf. Die unerschrockenen Teens verbinden Elemente des Wellenreitens mit dem Skaten und revolutionieren unter Leitung ihres Mentors schon bald als Team "Zephyr" den Sport. Doch der Ruhm hat seinen Preis.

Kritik

2001 drehte Skate-Legende Stacy Peralta den Dokumentarfilm "Dogtown and Z-Boys" über das Zephyr-Skateboard-Team aus Venice, Kalifornien, das den Sport in den siebziger Jahren revolutionierte. Für "Dogtown Boys" verschlug es Peralta, einen der Original-Z-Boys, nach Hollywood: Sein umgearbeitetes Skript wurde unter der Regie von Catherine Hardwicke - die sich seit ihrem hervorragenden Regiedebüt "Dreizehn" in der Gefühlswelt Jugendlicher bestens auskennt - mit einem großartigen Cast in Szene gesetzt.

Die Story - mit einer Dreierbeziehung, Drogenproblemen und diversen Identitätskrisen dramatisiert - folgt wie "Dogtown and Z-Boys" dem legendären Trio Peralta (John Robinson), Jay Adams (Emile Hirsch) und Tony Alva (Victor Rasuk), die die Prinzipien des Wellenreitens aufs Skateboard übertrugen und unter den Fittichen von Surfer-Guru Skip Engblom (Heath Ledger) 1975 als Anführer des Zephyr-Skateboard-Teams über Nacht zur örtlichen Sensation wurden. Von Sponsoren und Skater-Impresarios wie Topper Burke (ein blondierter Johnny Knoxville) angelockt, gehen die Z-Boys schnell ihre eigenen Wege - Alva als Skateboard-Superstar und Womanizer, Peralta als straighter Sportler, Adams als idealistischer Punk im eigenen Ghetto und Engblom als trinkender und kiffender Dude und Angestellter seines ehemals eigenen Surfershops.

"Dogtown Boys" setzt der aufregendsten Sub- und Jugendkultur der späten Siebziger und den rebellischen, freiheitsliebenden Scheidungskindern der Hippie-Ära ein Denkmal, die spät bemerken, dass sie trotz ihrer sportlichen Weigerung, gesellschaftlichen Regeln zu folgen, genauso leicht wie der Rest der Gesellschaft vom Traum des materiellen Erfolgs verführt wurden.

"Dogtown Boys" ist ein Dokudrama, das seiner Realität und seinen Protagonisten mindestens so nahe kommt wie Curtis Hanson der Hip-Hop-Kultur in "8 Mile". Der staubige, sepiagetönte Look dagegen ist den jungen Wilden des New Hollywood geschuldet, der Unmittelbarkeit eines Jerry Schatzberg oder Monte Hellman, deren Figuren aus dem gleichen Milieu stammten.

Hardwicke ist der Straße in jeder Hinsicht nahe. Wenn sie ihren "Boy Kings" auf den Brettern folgt, streift die Kamera fast den Asphalt und rast zwischen Autoreihen und durch heruntergekommene White-Trash-Viertel, lässt den Beton unter den Füßen förmlich spüren. Hardwicke trifft das Wesen des Sports, der nie ein anderes Motiv hatte als den Impuls, die nächste Kurve zu nehmen.

Die atemberaubenden Skate-Stunts, von Tony Alva einer Jerry-Bruckheimer-Produktion würdig choreographiert, werden oft genug von den vor Rebellion sprühenden Akteuren selbst ausgeführt, während Heath Ledger das Motto "We will be on summer vacation for the next 20 years" durch und durch verkörpert. Mal abgesehen von seiner eigenen Figur, bei deren Charakterisierung Peralta auffallend zurückhaltend geblieben ist, sind Alva und vor allem Adams überzeugend. Besonders Emile Hirsch füllt seine Rolle des Punks Adams, der sich von Geld nicht beeindrucken lässt, Dogtown treu bleibt und stets nach dem nächsten Kick und der nächsten Revolution auf dem Board strebt, mit einer Körperlichkeit und Ausdrucksstärke, die ihresgleichen sucht.

Daneben zelebriert Hardwicke in zwei Wettbewerbssequenzen des Zephyr-Teams, wie Sport-Asse lässig Herzen gewinnen und Euphorie verbreiten; ihr piece de résistance ist allerdings die Montage-Sequenz, in der die Skater die leeren Pools südkalifornischer Villen stürmen und die nierenförmigen, steilen Poolbecken zur perfekten Skaterampe umfunktionieren. Kameramann Elliot Davis gelingt dabei die exakte Wiedergabe von Fotografien des Szene-Dokumentaristen Craig Stecyk (im Film von Pablo Schreiber gespielt), Musik-Supervisorin Liza Richardson sorgt mit Klassik-Rock von Black Sabbath über T.Rex bis Ted Nugent für den vielleicht nicht immer originellen aber geschmeidigen Sound, der den Tonfall des Films so frech und trotzig macht wie die Haltung der Z-Boys auf dem Skateboard. deg.

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Info

Plakat des Films: Dogtown Boys
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 08.09.2005

USA 2005

Länge: 1 h 47 min

Genre: Drama

Originaltitel: Lords of Dogtown

Regie: Catherine Hardwicke

Drehbuch: Stacy Peralta, Lyn Norton

Musik: Mark Mothersbaugh

Produktion: Cean Chaffin, John Linson

Kostüme: Cindy Evans

Kamera: Elliot Davis

Schnitt: Nancy Richardson

Ausstattung: Chris Gorak, Seth Reed

Website: http://www.dogtown-boys.de/

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