Kultregisseur Quentin Tarantino lässt Jamie Foxx und Christoph Waltz in seinem neuen Western Jagd auf Leonardo DiCaprio machen.

Kinostart: 17.01.2013

Jamie Foxx

Jamie Foxx
als Django

Szenenbild aus Django Unchained mit Christoph WaltzChristoph Waltz

Christoph Waltz
als Dr. King Schultz

Leonardo DiCaprio

Leonardo DiCaprio
als Calvin Candie

Samuel L. Jackson
als Stephen

Kerry Washington
als Broomhilda von Shaft

Walton Goggins
als Billy Crash

Dennis Christopher
als Leonide Moguy

Don Johnson
als Spencer Gordon Bennet

Laura Cayouette
als Lara Lee

James Remar
als Ace Speck/Butch Pooch

James Russo
als Dicky Speck

Nichole Galicia
als Sheba

Dana Gourrier
als Cora

Zoë Bell
als Tracker Peg

Misty Upham
als Minnie

Handlung

Um den berüchtigten Brittle-Brüdern auf die Spur zu kommen, befreit der als Zahnarzt getarnte Kopfgeldjäger Dr. King Schultz einen Sklaven, der ihm den Weg weisen kann: Die Brüder hatten ihm einst seine Frau Broomhilda entrissen und verschleppt. Schultz nimmt den Sklaven unter seine Fittiche, gibt ihm den Namen Django und bringt ihm den Umgang mit Waffen bei. Nachdem Django seinem Mentor geholfen hat, machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach Broomhilda. Die Fährte führt in die Südstaaten, auf die Plantage Candyland, wo Calvin Candie mit Hilfe seines väterlichen Adlatus Stephen eine regelrechte Schreckensherrschaft ausübt.

Um den Brittle-Brüdern auf die Spur zu kommen, befreit der humanistisch gesinnte Kopfgeldjäger Dr. King Schultz den Sklaven Django, dessen Frau von den Brüdern verschleppt und verkauft wurde. Schultz nimmt Django unter seine Fittiche, lehrt ihn zu töten und auch sonst ein paar nützliche Dinge. Im Gegenzug führt ihn Django erst zu den Brittles und dann zur Plantage Candyland, wo ein gewisser Calvin Candie mit Hilfe seines Adlatus Stephen eine Schreckensherrschaft ausübt. Django aber will von Candie nur seine Frau zurück.

Mitte des 19. Jahrhunderts mischen ein Kopfgeldjäger und ein Ex-Sklave die reichen Baumwollfarmer im Süden auf. Tarantino wieder auf der Höhe seiner Kunst mit diesem epischen Rachewestern voller Stars und schillernder Momente.

Kritik

Quentin Tarantinos lang erwartetes Western-Epos über einen ehemaligen Sklaven, der sich auf einen blutigen Rachefeldzug begibt.

Schon in "Inglourious Basterds" hatte es sich Quentin Tarantino in einem hinreißenden Parforceritt durch verschiedenste Spielarten des Exploitationkinos erlaubt, die Weltgeschichte um-, ja, neu zu schreiben. Nachdem er nun also Hitler und den Nationalsozialismus kraft des Kinos in Flammen hat aufgehen lassen, wendet er sich im zweiten Teil einer offenbar als Revisionstrilogie geplanten Filmreihe (Teil 3 soll möglicherweise ein Film mit dem Titel "Killer Crow" werden) einem der größten Schrecken der amerikanischen Geschichte zu - der Sklaverei. Und das tut er in seinem mit 165 Minuten bislang längsten Film in unverkennbar großmäuliger Weise abermals durch den Zerrspiegel des Genrekinos.

Tarantinos Vorliebe für den italienischen Western zieht sich durch sein gesamtes Schaffen, angefangen bei seinem Debüt "Reservoir Dogs" vor mehr als 20 Jahren mit dem bei Leone (und den Derivaten des Hongkongkinos) abgeschauten Mexican Standoff am Ende des Films. "Django Unchained", der sich unschwer erkennbar auf Sergio Corbuccis Klassiker "Django" von 1966 wie auch die schier unzähligen im Sogwasser des Kultfilms entstandenen Folgefilme mit "Django" im Titel beruft, ist jetzt der erste vordergründig dem Western zuzurechnende Film des Regisseur. Aber letztlich erwartet den Film ein explosiver Molotow-Cocktail geworden, der Motive des Italowestern zwar durchaus aufgreift, aber eben in typischer Tarantino-Manier mit Elementen der Blaxploitation, der zweifelhaften Slaveploitation eines "Mandingo", der Karl-May-Filme und nicht zuletzt der Nibelungensage versetzt (sowie der grünen Cordjacke von Little Joe aus "Bonanza").

Es ist die Geschichte eines schwarzen Siegfried (gespielt von Jamie Foxx), der mithilfe - ausgerechnet! - eines deutschen Kopfgeldjägers namens - ausgerechnet! - Dr. King Schultz seine Ketten abwirft und eine Odyssee in den amerikanischen Süden antritt, wo seine Frau Broomhilda (!) in Candyland darben muss, dem Anwesen des gelangweilten "Little Nero" Calvin Candie, der sich als Herrscher über Leben und Tod und in merkwürdigen Ansichten über Genealogie gefällt. Es ist eine an Leones "Zwei glorreiche Halunken" (Tarantinos erklärter Lieblingsfilm) angelehnte Reise mit absurder Gewalt, grotesken Slapstickeinlagen, den gewohnten endlosen Dialogsequenzen, Gastauftritten in Vergessenheit geratener Schauspieler und einer jetzt schon klassischen Szene im Hause Candies, in der zu den Klängen von Richie Havens' "Freedom" auf spektakuläre Weise die Hölle losbricht.

Gezielt provoziert Tarantino: Der von Christoph Waltz in Anlehnung an Oberst Hans Landa geckenhaft gespielte Deutsche trägt den Namen des berühmtesten schwarzen Bürgerrechtlers, der Herrenmensch dagegen fühlt sich der französischen Kultur zugetan und wird mit großer Lust und viel Mut gespielt von Leonardo DiCaprio, und als schlimmster Sklaventreiber entpuppt sich ausgerechnet ein greiser Schwarzer: Samuel L. Jackson als pervers-durchtriebene Version eines Onkel Tom. Aber gerade weil dieser sehr linear erzählte Galoppritt durch den Wilden Süden, mit Verweisen auf Sergio Corbucci wie auf Mel Brooks, so gezielt gegen Konventionen und Erwartungen gebürstet ist, ist seine Wirkung so nachhaltig. Da lässt man dem Meister der Pulp Fiction auch durchgehen, dass seine achte Regiearbeit ein bisschen undiszipliniert und zum Ende hin unausgegoren geraten ist - es ist der erste Film, den Tarantino ohne seine 2010 bei einem Unfall ums Leben gekommene Cutterin Sally Menke realisieren musste. Seinen Spaß hat man allemal, vom Anfang bis zum euphorischen Ende. ts.

Extras

Wird es einen zweiten "Django"-Film geben?

Plant Tarantino "Django Unchained 2" mit Zorro?

Bringt Tarantino Jamie Foxx erneut als Ex-Sklaven auf die Leinwand? Offenbar will der Kultregisseur Django auf Zorro treffen lassen.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 17.01.2013

USA 2012

Länge: 2 h 45 min

Genre: Western

Originaltitel: Django Unchained

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

Produktion: Stacey Sher, Reginald Hudlin, Pilar Savone

Kostüme: Sharen Davis

Kamera: Robert Richardson

Schnitt: Fred Raskin

Ausstattung: J. Michael Riva

Website: http://www.djangounchained.de/

Auszeichnungen

2 Oscars: 2 Golden Globes:

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