Werner Schroeters Verfilmung eines Romans von Juan Carlos Onetti über einen einstigen Widerstandskämpfer, der in seine umkämpfte Heimatstadt zurückkehrt.

Kinostart: 02.04.2009

Pascal Greggory

Pascal Greggory
als Ossorio

Bruno Todeschini
als Morasan

Marc Barbé
als Vargas

Amira Casar
als Irene

Eric Caravaca
als Vilar

Elsa Zylberstein
als Maria de Souza

Sami Frey
als Barcala

Nathalie Delon
als Risso

Bulle Ogier
als Donna In

Lena Schwarz
als Rosaria

Pascale Schiller
als Agnes

Mostefa Djadjam
als Granowsky

Die Handlung von Diese Nacht

Widerstandskämpfer Ossorio (Pascal Greggory) kehrt nach gescheitertem Kampf zurück in seine Heimatstadt Santa Maria. Am Vorabend des feindlichen Einmarsches will er alte Verbündete und seine Geliebte wieder sehen. Weil er sie nicht finden kann, versucht er mit Victoria (Laura Martin) zu fliehen, der Tochter von Barcala (Sami Frey), der ihm die letzten Schiffstickets verkauft hat. Doch er läuft geradewegs dem Geheimpolizeichef Morasan (Eric Caravaca) in die Hände.

Kunstfilmprovokateur Werner Schroeter orientiert sich bei der Verfilmung eines Romans von Juan Carlos Onetti zur Abwechslung mal an einer klassischen Dramaturgie: Er verortet sein poetisch-gewaltvolles Drama zwischen tragischem Film Noir und Celines "Reise ans Ende der Nacht".

Der Bahnhof Santa Maria bei Nacht. Der 40-jährige Ossorio erscheint erschöpft mit einer Gruppe von Flüchtlingen und besiegten Soldaten. Der Held einer gescheiterten Widerstandsbewegung kehrt in die Stadt zurück, in der er alte Verbündete und die Geliebte zu treffen hofft. Aber alles hat sich verändert. Die Stadt ist im Griff einer zu jeder Gewalttat bereiten Miliz. Verfeindete Fraktionen prallen aufeinander. Verzweifelt versuchen die Menschen, sich in Sicherheit zu bringen.

Der Bahnhof Santa Maria bei Nacht. Der 40-jährige Ossorio erscheint erschöpft mit einer Gruppe von Flüchtlingen und besiegten Soldaten. Der Held einer gescheiterten Widerstandsbewegung kehrt in die Stadt zurück, in der er alte Verbündete und die Geliebte zu treffen hofft. Aber alles hat sich verändert. Die Stadt ist im Griff einer zu jeder Gewalttat bereiten Miliz. Verfeindete Fraktionen prallen aufeinander. Verzweifelt versuchen die Menschen, sich in Sicherheit zu bringen.

Ehemaliger Kämpfer einer gescheiterten Widerstandsbewegung kehrt in seine alte Heimatstadt zurück, die sich im Griff einer zu jeder Gewalttat bereiten Miliz befindet. Starke Romanverfilmung des Filmemachers Werner Schroeter.

Kritik zu Diese Nacht

Werner Schroeters gewaltvolle Vision einer Menschheit ohne Moral, verortet in einer fiktiven Stadt zwischen Leben und Tod, entführt ins Herz der Finsternis und der Gefühle.

Wenn ein Regisseur mit Bildern die Seele zum Frieren bringen kann, ist es Werner Schroeter. Gewalt und Obsession, Scheitern und Zerstörung prägen sein neues Werk basierend auf dem Menschenbild des Philosophen Thomas Hobbes. Der Mensch ist des Menschen Wolf lautet auch die Prämisse dieses Abgesangs auf die Zivilisation. Die Hafenstadt Santa Maria versinkt in Chaos, eine Cholera-Epidemie dezimiert die Bevölkerung, nach der Auflösung der Regierung kämpfen rivalisierende Gruppen um die Macht, eine brutale Geheimpolizei wütet durch ein Terrorregime. Vor der Stadt bereitet sich ein feindliches Heer auf die Übernahme vor. Nur ein Schiff im Hafen bietet den Verzweifelten die Möglichkeit zur Flucht. In diesem Wahnsinn nach Juan Carlos Onettis Roman "Para esta noche" sucht der Arzt und Bürgerrechtskämpfer Luis Ossorio Vignale (Pascal Greggory als im Innersten gebrochene Figur) seine einstige Geliebte. Um sie zu finden, begibt er sich auf eine Odyssee durch ein Labyrinth des Schreckens. Sie bleibt verschwunden und ein rätselhaftes Teil eines großen Puzzles, in dem Orpheus in die Unterwelt steigt, um seine Eurydike zu befreien. Frühere Weggefährten haben Ideale weggeworfen, würden alles tun, um die eigene Haut zu retten. Es herrschen nackte Willkür und perfider Verrat. Nur ein berüchtigter Nachtclub serviert weiter Champagner und laszive Träume, die in einer Orgie von Blut und Folter zerplatzen. Frauen sind Opfer, Huren, Heilige oder ein Phantom, werden gefoltert und vergewaltigt von Männern ohne Moral. Von einem Freund (Sami Frey in theatralischer Eleganz), der sich mit den begehrten Schiffstickets in die Luft sprengen will, erhält Ossorio zwei Billets für den Ozeandampfer. Doch in dieser Hölle gibt es keine Hoffnung auf ein Morgen. Das riesige Schiff nimmt unter den ersten Sonnenstrahlen Kurs in die Freiheit - ohne einen einzigen Passagier an Bord. Es ist ein Abschied von der Utopie des Humanismus und des Homo Sapiens.

In der Stimmung orientiert sich Schroeter eigenen Worten nach an Orson Welles' "Touch of Evil" und Robert Aldrichs "Kiss Me Deadly". Im Gegensatz zur fragmentarischen Struktur von "Deux" folgt Schroeter hier einer klassischen Dramaturgie. Wie in den meisten seiner Filme verbindet er eine spezielle Form der Lyrik mit einer Kombination von Hässlich und Schön, Horror und Liebreiz, Grausamkeit und Zärtlichkeit. Um die Desillusionierung optisch zu unterstreichen, wurde nur nachts und in Dunkelheit gedreht. Unter der Musik von Mozart, Rossini oder Liszt öffnet sich ein visueller Sog, ein alptraumhaftes Universum in opernhafter Opulenz und bombastischen Bildern wie aus einer anderen Welt. mk.

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Info

Plakat des Films: Diese Nacht
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 02.04.2009

Deutschland/Frankreich/Portugal 2008

Länge: 2 h 1 min

Genre: Drama

Originaltitel: Nuit de chien

Regie: Werner Schroeter

Drehbuch: Gilles Taurand, Werner Schroeter

Musik: Eberhard Kloke

Produktion: Paulo Branco, Frieder Schlaich

Kamera: Thomas Plenert

Schnitt: Julia Gregory, Bilbo Calvez

Ausstattung: Isabel Branco