Das perfekte Geheimnis - auf KINO&CO

Drama um einen Mann, der sich auf die Suche nach seiner vermissten 14-jährigen Tochter macht und dabei feststellt, dass sie keine Ausnahme ist.

Kinostart: 10.05.2012

Jenny Schily
als Sylvia

Sandra Borgmann
als Hella

Christoph Bantzer
als Lothars Vater

Irene Rindje
als Lehrerin

Nicole Mercedes Müller
als Julia

Eckehard Hoffmann
als Polizist

Susanne Maierhöfer
als Mutter Lou

Rainer Reiners
als Vater Lou

Damian Boogaard
als kleiner Junge

Martina Struppek
als Kassiererin

Arthur Romanowski
als erster Junge

Oskar Böckelmann
als zweiter Junge

Paula Kroh
als M

Jürgen Sander
als Busfahrer

Ali Dursun
als D

Oliver Jaksch
als Hausmeister

Hendrik Massute
als Streifenpolizist

Nina El Karsheh
als Streifenpolizistin

David Hüller
als Wachschutz

Zdenko Radakovic
als Wirt

Walter Hötte
als Rezeptionist

Wolfgang Schlösser
als B

Die Handlung von Die Vermissten

Die 14-jährige Martha ist spurlos verschwunden. Von seiner Ex-Frau verständigt, macht sich Vater Lothar auf die Suche nach der Tochter, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. In der Schule ist über ihren Verbleib nichts zu erfahren, weder von den Lehrern, noch von Marthas Klassenkameraden. Im Zuge seiner Nachforschungen stellt der Ingenieur für Reaktorsicherheit fest, dass auch andere Jugendliche abgängig sind. Erst als er der zwölfjährigen Lou begegnet, findet er eine erste Spur. Mit ihr setzt Lothar seine Reise fort, beobachtet Bürgerwehren und verstärkte Polizeipräsenz.

Die 14-jährige Martha ist spurlos verschwunden. Von seiner Ex-Frau verständigt, macht sich Vater Lothar auf die Suche nach der Tochter, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. In der Schule ist über ihren Verbleib nichts zu erfahren. Im Zuge seiner Nachforschungen stellt der Ingenieur für Reaktorsicherheit fest, dass auch andere Jugendliche abgängig sind. Erst als er der zwölfjährigen Lou begegnet, findet er eine erste Spur. Mit ihr setzt Lothar seine Reise fort, beobachtet Bürgerwehren und verstärkte Polizeipräsenz.

Ein Mann sucht nach seiner vermissten 14-jährigen Tochter und stellt fest, dass noch weitere Teenies verschwunden sind. Der atmosphärisch dichte, aber etwas sperrige Mysterykrimi erzählt von einem entseelten Deutschland.

Kritik zu Die Vermissten

In seiner stilisierten, minimalistischen und eindringlichen Gesellschaftsparabel schickt Jan Speckenbach einen Mann auf die Suche nach der vermissten 14-jährigen Tochter.

Dem Mann scheint irgendwann einfach die Luft ausgegangen zu sein. Tiefe Furchen haben sich ihm ins Gesicht gegraben. Grau sieht er aus, alt, müde. Lothar heißt er, als Ingenieur für Reaktorsicherheit verdient er sein Geld. Jeden Tag dieselbe Routine, dieselben Handgriffe und dann der abschließende Gang durch die Sicherheitsschleuse. Dann geht's nach Hause. Auch hier wieder kalte Moderne. Kaum Individualität, viel Funktionalität.

Ein paar Szenen nur braucht Jan Speckenbach um die Alltagstristesse des von André M. Hennicke ("Jerichow") eindringlich verkörperten (Anti-)Helden zu schildern. Wie ein Roboter bewegt er sich durch "Die Vermissten", Menschen scheint er zu meiden - mit Ausnahme der Freundin vielleicht. Und dann holt ihn das Leben doch noch ein. Die Ex-Frau ruft an, fragt ob er etwas über den Verbleib der gemeinsamen Tochter Martha weiß. Seit ein paar Tagen ist die 14-Jährige nicht mehr nach Hause gekommen.

Ein klassischer Krimi-Plot. Eine Entführung vielleicht? Dagegen spricht die merkwürdige Science-Fiction-Stimmung. Fahle Farben. Gespenstische Ruhe, wenig Menschen. Müll in den Straßen. Immer wieder schwenkt die Kamera zum Himmel. Fängt (Zug-)Vögel ein. Langsam, widerwillig, beginnt Lothar nach Martha zu suchen. Er ist wütend auf die Mutter seiner Tochter, die er Jahre nicht mehr gesehen hat. Er fragt in der Schule nach. Bei Lehrern, bei Mitschülern. Er bekommt keine Antworten. Seine Neugier ist geweckt.

Auf der Berlinale 2012 stach in der Sektion Perspektive Deutsches Kino diese Arbeit hervor. Durch ihre Langsamkeit, ihre Unergründlichkeit, die traurige, fast behäbige (Cello-)Musik. Durch den ungewöhnlichen Blick auf Realitäten. Nichts scheint gestellt, alles sieht ganz "normal" aus. Lothar verliert zusehends den Boden unter den Füßen. Zuerst ist das Auto weg, dann Geld und Handy. Zuletzt fehlen ihm auch die Worte. Er greift eine Herumtreiberin auf. Vielleicht kann sie ihn zu seiner Tochter führen. Doch die Kommunikation ist gestört. Die Generationen vertrauen einander nicht mehr. Die Kinder haben sich zusammen getan, stehlen, sind auf der Flucht. Bürgerwehren jagen sie. Man sollte alle Menschen über 60 töten sagt ein Junge, das würde vielleicht Sicherheit schaffen. Ein apokalyptische Gesellschaftsvision, atmosphärisch dicht, stilisiert - und höchst furchteinflößend. geh.

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Info

Plakat des Films: Die Vermissten
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 10.05.2012

Deutschland 2012

Länge: 1 h 26 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Die Vermissten

Regie: Jan Speckenbach

Drehbuch: Jan Speckenbach, Melanie Rohde

Musik: Matthias Petsche

Produktion: Sol Bondy, Anke Hartwig

Kostüme: Charlotte Sawatzki

Kamera: Jenny Lou Ziegel

Website: http://www.dievermissten.de