Familiendrama in der Tradition von "Das Fest" und "Hierankl" über vier Geschwister, die sich nach dem Tod des Vaters in dessen Landhaus treffen und sich an ihre Kindheit erinnern.

Kinostart: 04.08.2011

Andreas Kiendl

Andreas Kiendl
als Vito

Andrea Wenzl
als Kyra

Emily Cox

Emily Cox
als Mizzi

Philipp Hochmair
als Niki

Marion Mitterhammer
als Anna

Sami Loris
als Miguel

Pia Hierzegger
als Sophie

Johannes Krisch
als Hans

Axel Sichrovsky
als Ossi

Seraphine Rastl
als Kyras Mutter

Susanne Weber
als Vitos Mutter

Hille Beseler
als Nikis Mutter

Daniel Doujenis
als Nikis Vater

Kitty Khittl
als Kyra, jung

Nikolaus Wabitsch
als Niki, jung

Alexander Wychodil
als Vito, jung

Rupert M. Lehofer
als Herr Wippel

Sabine Friesz
als Kommunardin

Markus Hamele
als Kommunarde

Tom Hanslmaier
als Kommunarde

Sandy Lopicic
als Kommunardin

Doris Schretzmayer
als Kommunardin

Dominik Warta
als Kommunarde

Handlung

Als ihr Vater Hans stirbt, versammeln sich im halbverfallenen Landhaus in einem österreichischen Tal die vier (Halb-)Geschwister. Zusammen übernachten sie samt Anhang bei Hans' jüngerer Lebensgefährtin in der heruntergekommenen Kindheitsstätte - und schnell brechen alte Wunden wieder auf. Die Geschwister, die sich seit Langem aus den Augen verloren haben, erinnern sich an die gemeinsamen Kindertage, die nach außen hin wie ein 68er-Paradies wirkten, in Wirklichkeit aber mehr einer Hippie-Hölle glichen.

Kritik

Marie Kreutzer begutachtet das Erbe der 68er, indem sie vier (Halb)Geschwister nach dem Tod des Erzeugers über ihre Kindheit in einer Kommune nachsinnen und damit abrechnen lässt.

Hans liegt im Sterben, doch freundliche Worte für seinen Sohn Niki hat er keine übrig. In den Stunden nach seinem Ableben finden sich die anderen drei erwachsenen Geschwister in dem halbverfallenen Landhaus in einem idyllischen Tal irgendwo in Österreich ein. Sie sind nun offiziell vaterlos, aber vielleicht waren sie das auch schon lange zuvor: Vito und die neurophysisch beeinträchtigte jüngste Tochter Mizzi staunen über das Erscheinen der vor 20 Jahren aus der WG verstoßenen Kyra, haben sich aber selbst längst aus den Augen verloren. Während der Vorbereitungen zur Beerdigung nächtigen sie samt Anhang bei Hans' jüngerer Lebensgefährtin in der heruntergekommenen Kindheitsstätte; jeder bockt gehörig und trägt seine Vorwürfe mit sich herum - eine gefährliche Gemengelage, die Züge von Vinterbergs "Das Fest" und erst recht Steinbichlers "Hierankl" trägt. Die Abrechnung kann beginnen.

Es obliegt - der als einzigen wirklich sympathisch gezeichneten - Mizzi, die das Herz auf der Zunge trägt, die schwierige Familienhistorie zu ergründen. Denn die schwierigen Blutsverwandten geben sich maulfaul. Fragen sind unerwünscht, es wird verdrängt und vertuscht. Ein alternatives 68er-Paradies, wie die goldgelben Rückblenden zunächst suggerieren, war die Vergangenheit nicht. Schon mehr eine Art Hippie-Hölle, in der sich ein Kollektiv um den rücksichtslosen Selbstverwirklicher Hans gruppierte. Die emotional verheerenden Folgen dieses regellosen Miteinanders trägt die Nachfolgegeneration, die das verantwortungslose Verhalten ihrer Eltern ausbaden muss.

Die verkorkste Familienbande scheitert nun selbst, diese Kommunen-Utopie wieder aufleben zu lassen, derweil Spielfilmdebütantin Kreutzer viele aufwühlende Geheimnisse aus lauter kleinen Puzzlestücken zusammensetzt. Dass sie kein Traktat im Sinn hat, sondern ein sehr menschlich nachvollziehbares Drama, das von den Charakteren angetrieben wird, ermöglicht ein Psychogramm um Schuld und Niedertracht, was andernfalls zur Kommunen-Seifenoper verkommen wäre. Wie sich die Erbengemeinschaft gegenseitig piesackt und so manche böse Überraschung erlebt, daran arbeitet sich Kreutzer mitunter etwas zu verbissen ab, im Schlussakt droht die Groteske. Aber ihre genau beobachtete Geschwisterstudie kennt jede Tücke des Miteinanders und das spielwütige Ensemble entlarvt alle Unverfänglichkeiten als pure Illusion. tk.

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Info

Plakat des Films: Die Vaterlosen
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 04.08.2011

Österreich 2011

Länge: 1 h 47 min

Genre: Drama

Originaltitel: Die Vaterlosen

Regie: Marie Kreutzer

Drehbuch: Marie Kreutzer

Musik: David Hebenstreit

Produktion: Franz Novotny, Alexander Glehr, Ursula Wolschlager, Robert Buchschwenter

Kostüme: Veronika Albert

Kamera: Leena Koppe

Schnitt: Ulrike Kofler

Ausstattung: Martin Reiter

Website: www.dievaterlosen.at/