Gelungenes Coming-of-Age-Drama nach Andreas Steinhöfels gleichnamigem Roman.

Kinostart: 06.10.2016

Die Handlung von Die Mitte der Welt

Die Zwillinge Phil und Diane wachsen mit ihrer jungen, exzentrischen Mutter vaterlos in einem überwucherten Haus mit großem Garten auf. Glass behält ihre Freunde nur kurz, verrät den Kindern nicht einmal den Namen ihres Vaters. Als Phil nach längerer Abwesenheit nach Hause zurückkehrt, verhält sich seine Schwester, zu der er immer ein inniges Verhältnis hatte, seltsam distanziert. Er hat aber erst einmal andere Dinge im Kopf, verliebt er sich doch in den neuen Schulkameraden Nicholas.

Kritik zu Die Mitte der Welt

Schönes Coming-of-Age-Drama nach Andreas Steinhöfels Bestseller um Zwillinge in einer unkonventionellen Familie.

Der bekannte Buchautor Andreas Steinhöfel lieferte bereits die Vorlagen für die drei "Rico, Oskar"-Kinderfilme. Sein Die Mitte der Welt ist indes ein Roman für ein etwas älteres, auch erwachsenes Publikum, dem sich der österreichische Filmemacher Jakob M. Erwa angenommen hat. Für die märchenhafte und gleichzeitig zeitgenössische Geschichte eines jungen Mannes, der in einer unkonventionellen Familie aufwächst, die erste, große Liebe mit einem Schulkameraden erlebt und seine "Mitte der Welt" finden will findet er teils wunderschöne, auch witzige Bilder und Szenen. Aus der Perspektive des Jungen wird erzählt, Schauspieler Louis Hofmann ist auch mit seinen Off-Screen-Kommentaren präsent. Er spielt Phil, der als Kind unzertrennlich von seiner Zwillingsschwester Diane (Ada Philine Stappenbeck) war, die sich aber mittlerweile von ihm distanziert hat. Sie wachsen mit ihrer exzentrischen jungen Mutter Glass (Sabine Timoteo) auf, die ihre Männerbeiziehungen nie lange aufrechterhält und ihren Kindern nie den Namen ihres Vaters verraten hat. Ihr Zuhause ist ein fast verwunschenes, überwuchertes Haus, dessen verwilderter Garten in einen Wald übergeht und die Kulisse für Ngo The Chaus atmosphärische Bilder liefert. Neben Momenten voller Leichtigkeit - besonders ausgelassen und witzig sind die Szenen, in denen Phil mit seiner besten Freundin Kat (starker Auftritt: Svenja Jung) herumalbert - gibt es auch düstere, die in Rückblicken Tragödien offenbaren, die bereits zu Beginn mit der Verwüstung der Landschaft durch einen Sturm angedeutet werden. Mit Slowmotion, Musik- und Farbwechseln werden die Momente plötzlicher Verliebtheit verspielt wie ein Clip wiedergegeben. Überhaupt tut die exzellente Musikauswahl das Ihre, perfekt die Stimmung zu transportieren. Auch wenn "Die Mitte der Welt" mit gegen Ende vielleicht zu vielen dramatischen Streits ein wenig lang geraten ist, bleibt der am Anfang gewonnene wunderbare Eindruck erhalten. Man wünscht dem mehrfach für den Förderpreis Neues Deutsches Kino nominierten Film mindestens eine Auszeichnung. hai.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 06.10.2016

Deutschland/Österreich 2016

Länge: 1 h 55 min

Genre: Drama

Originaltitel: Die Mitte der Welt

Regie: Jakob M. Erwa

Drehbuch: Jakob M. Erwa

Musik: Paul Gallister

Produktion: Boris Schönfelder, Jakob M. Erwa

Kostüme: Peri de Bragança

Kamera: Ngo The Chau

Schnitt: Carlotta Kittel

Ausstattung: Veronika Merlin

Website: http://www.die-mitte-der-welt-film.de