Schwarzhumoriges Drama über einen jungen Mann, der nach einem Unfall eine Gesichtstransplantation bekommt.

Kinostart: 14.03.2019

Handlung

Jacek liebt Heavy Metal, die Spritztouren mit seinem Auto und seinen Hund. Er genießt das Dasein als cooler Außenseiter in einem ansonsten eher spießigen Umfeld. In der Nähe seines Heimatortes an der polnisch-deutschen Grenze soll die größte Jesusstatue der Welt entstehen, und auch Jacek arbeitet auf der Großbaustelle.

Doch ein schwerer Arbeitsunfall lässt ihn entstellt zurück. Unter reger Anteilnahme der polnischen Öffentlichkeit wird daraufhin die erste Gesichtstransplantation im Land vollzogen. Jacek wird als Nationalheld und Märtyrer gefeiert, die Jesusstatue wird höher und höher, aber er selbst erkennt sich nicht mehr im Spiegel wieder. Während sein Konterfei zur Maske wird, zeigen die Menschen um ihn herum ihr wahres Gesicht ... (Quelle: Verleih)

Kritik

Satirisches Drama um einen jungen Mann aus der polnischen Provinz, dem ein neues Gesicht transplantiert wird.

Malgorzatas Szumowskas Rückkehr in den Wettbewerb nach dem mit dem Regiebären prämierten "Body" ist gelungen mit einem toll gefilmten und erzählten und sehr unterhaltsamen Drama über einen jungen Mann, dem nach einem schweren Unfall ein neues Gesicht - so die deutsche Übersitzung des Titels - operiert wird. Mit viel Ironie und Bissigkeit erzählt es von einer Gesellschaft, in der die katholische Religion dominiert, aber keine Offenheit für Andere, dafür Materialismus herrscht. Euthanasie-Witze über Roma werden beim Familienessen gerissen und die Eingangsszene zeigt Schnäppchenjäger in Unterwäsche durch die Gänge eines Einkaufszentrum jagen. Schauplatz ist ein idyllisch zwischen Hügeln an einem Fluss gelegener polnischer Provinzort, in dem die größte Jesus-Statue der Welt aufgestellt wird. Hauptfigur Jancek, ein Metallfan, der wegen seiner langen Haare und weil er nach London gehen will, ständig von der Familie angeraunzt wird, arbeitet mit am Bau der Statue und stürzt wegen fehlender Sicherung viele Meter in die Tiefe. Vor seinem Unfall hat er eine süße Freundin, die er sogar auf dem Pferd im Sonnenuntergang abholt, doch die will nichts mehr mit dem Mann zu tun haben, der nach der lebensrettenden Gesichtstransplantation aussieht wie Leatherface und kein verständliches Wort mehr sagen kann. Seine Mutter denkt gar, dass hinter dem fremden Gesicht ein Perverser steckt, den der Priester exorzieren will. Eine hochkomische Szene, "Exorzist"-Parodie als Gesellschaftskritik. Nur die Werbebranche und das Fernsehen hat Interesse an Jancek. Und seine Schwester kümmert sich rührend um ihn, der der gleiche Mensch geblieben ist wie vor dem Unfall und am Ende der Provinz den Rücken kehrt. Szumowska und ihr Koautor und Kameramann Michal Englert verleihen dem Film nicht nur einen ironischen, sondern auch lmärchenhaften Ton - auch durch ihr Kamerakonzept. Das Bild ist nur partiell scharf, die Unschärfe ist auch mit subjektiver Perspektive erklärt, kann Jancek mit einem Auge kaum mehr sehen. Gesellschaftskritik in einer Geschichte in der polnischen Provinz unterhaltsam verpackt hatte Agniezka Holland bei der Berlinale 2017 mit "Die Spur" und war dafür ausgezeichnet worden. Szumowska ist das vielleicht sogar noch ein bisschen besser gelungen. Sie erhielt 2018 den Großen Preis der Jury. hai.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 14.03.2019

Polen 2018

Länge: 1 h 32 min

Genre: Drama

Originaltitel: Twarz

Regie: Malgorzata Szumowska

Drehbuch: Michal Englert, Malgorzata Szumowska

Produktion: Michal Englert, Malgorzata Szumowska, Jacek Drosio

Kamera: Michal Englert

Schnitt: Jacek Drosio

Website: http://grandfilm.de/die-maske

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