True-Crime-Thriller über die bis heute ungeklärten Umstände, unter denen "Superman"-Darsteller George Reeves 1959 ums Leben kam.

Kinostart: nicht bekannt

Adrien Brody

Adrien Brody
als Louis Simo

Ben Affleck

Ben Affleck
als George Reeves

Diane Lane

Diane Lane
als Toni Mannix

Bob Hoskins
als Eddie Mannix

Lois Smith
als Helen Bessolo

Kathleen Robertson
als Carol Van Ronkel

Robin Tunney
als Leonore Lemmon

Brad William Henke
als Russell

Steve Adams
als Robert Maxwell

Larry Cedar
als Chester Sinclair

Jordan Barker
als Wag

Handlung

Der erfolglose Mime George Reeves (Ben Affleck) wird von 1952-58 zum sehr beliebten ersten Darsteller des Superman. Am 16. Juni 1959 findet man seine Leiche. Selbstmord. Für die Polizei von L.A. ist der Fall erledigt. Mutter Helen (Lois Smith) will das nicht glauben und engagiert den abgehalfterten Privatdetektiv Louis Simo (Adrien Brody). Es stellt sich heraus, dass George eine Affäre mit Toni (Diane Lane) hatte, der Frau von Studioboss Eddie Mannix (Bob Hoskins). Wurde Reeves Opfer einer Gewalttat, die vertuscht werden sollte?

Nach Emmy-gekrönten Arbeiten für "The Sopranos" und "Six Feet Under" wagt der versierte TV-Regisseur Allen Coulter den Schritt ins Kino. Klasse Darsteller - vor allem Ben Affleck - veredeln die tragisch-stimmige Kombination aus True-Crime und Hollywood-Abgesang.

Von 1952 bis 1958 spielt George Reeves für Warner Bros. im Fernsehen Superman und ist ein Held von Millionen. Am 16. Juni 1959 wird seine Leiche gefunden, ein vermeintlicher Selbstmord. Privatdetektiv Louis Simo will die offizielle Variante nicht glauben. Er ist überzeugt, dass Reeves Opfer einer Gewalttat wurde, die vertuscht werden soll. Denn da gibt es Gerüchte über eine Affäre, die Reeves mit der Frau eines Studiomanagers gehabt haben soll.

Louis Simo, Privatdetektiv in der "Stadt der Engel", übernimmt für die üblichen 50 Dollar pro Tag plus Spesen einen neuen Auftrag. Ein heikler und auch gefährlicher Job, wie sich schnell herausstellt. Denn der Tote ist niemand Geringerer als der Mann aus Stahl, der beliebte TV-"Superman" George Reeves, der im Juni 1959 erschossen aufgefunden wird. Die Polizei legt den Fall als Suizid zu den Akten, aber Simo, wie auch Reeves Mutter, glauben dieser Variante nicht und vermuten vielmehr ein Hollywood-Verschwörung.

Kritik

Ein tiefschwarzer Thriller über den Tod des ersten TV- Superman-Mimen Georges Reeves als spannende Mischung aus Fakten, Fiktion und Spekulation. Aus der Frage nach Mord oder Selbstmord wird bei Allen Coulter ein Blick in die Abgründe vom Tinseltown der 50er Jahre.

"TV Superhero, out of Work, Killed ". Diese Schlagzeile markiert 1959 das tragische Ende eines Schauspielers, der mal eine kleine Rolle in "Vom Winde verweht" spielen durfte und in "Mutige Frauen" auftrat, aber erst als Superman und Clark Kent in der ersten TV-Superman-Serie von 1952 zu zweifelhaftem Ruhm kam. Ausgangspunkt für Allen Coulters Mörder-Mosaik im Wettbewerb von Venedig. Die Polizei schließt schnell die Akten. Selbstmord heißt es. Aber Reeves Mutter will die ganze Wahrheit und heuert Privatdetektiv Louis Simo an, einen Loser, der untreue Ehefrauen und -männer beschattet, in Scheidung lebt, seinem Sohn kein richtiger Daddy ist und mit seiner Assistentin ins Bett geht. Mit Verve stürzt er sich in den Auftrag, wühlt sich durch Fakten und Verdächtigungen mit ihren Spekulationsmöglichkeiten. Woher kommen die drei Schusslöcher im Schlafzimmer? Hat die enttäuschte Verlobte den Schauspieler erschossen, weil er sie nicht heiraten wollte? Oder seine frühere Geliebte Toni Mannix (Diane Lane), weil er sie verließ oder gar ihr Gatte Edgar Mannix (Bob Hoskins), als MGM-Vice-President einer der mächtigsten Männer Hollywood mit besten Beziehungen zur Unterwelt, der es trotz seiner unzähligen Affären nicht mag, wenn seine Frau leidet? Das "Whodunnit" gerät immer mehr in den Hintergrund, während in Rückblenden das Leben eines gescheiterten Mannes vorbeizieht, der durch Typecasting seine berufliche Zukunft zerstörte, sich in Abhängigkeit zur älteren Geliebten begab und wohl irgendwann keinen Ausweg mehr wusste. Hier triumphiert die dunkle Seite Hollywoods und seine Härte gegenüber den Erfolglosen, im Fegefeuer der Eitelkeiten tanzen die Schönen und Reichen im Rausch von Gier, Geld und Geltungssucht, als Gegenpol dazu dient der Underdog Simo, für den am Ende nur noch die Famiie zählt. In seinem respektablen Spielfilmdebut verknüpft TV-Regisseur Coulter ("Sex and the City", "The Sopranos") ein psychologisch spannendes Biopic mit Mystery-Elementen ohne größere Schwierigkeiten mit dem grauen Alltag des Privat Eye. Das funktioniert vor allem wegen der Performance von Ben Affleck als Reeves und Adrian Brody als Simo, zwei schon optisch gegensätzliche Figuren, die sich optimal in ihrer Ambivalenz ergänzen. Der Ausflug ins alte Hollywood wirkt manchmal nostalgisch, wenn Superman an Seilen hängend "fliegt" und die Schwerkraft ihr Recht einfordert oder ihm in einer läppischen Show ein Dreikäsehoch eine Pistole unter die Nase hält. Und bei den Stars die übliche Scheinheiligkeit - zu Hause Lust und Laster, in der Öffentlichkeit keine Zigaretten und kein morgendlicher Bourbon, Wer "Chinatown" und "Die üblichen Verdächtigen" mag, sollte in "Hollywoodland" mit seinem galligen Mix aus Glamour und Gefahr eine neue Heimat finden. mk.

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Info

Plakat des Films: Die Hollywood-Verschwörung
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: nicht bekannt

USA 2006

Länge: 2 h 6 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Hollywoodland

Regie: Allen Coulter

Drehbuch: Paul Bernbaum

Musik: Marcelo Zarvos

Produktion: Glenn Williamson

Kostüme: Julie Weiss

Kamera: Jonathan Freeman

Schnitt: Michael Berenbaum

Ausstattung: Leslie McDonald