Spannendes, historisches Drama über Fälscher, die im Auftrag der Nazis im KZ Sachsenhausen Blüten herstellten.

Kinostart: 27.11.2015

Karl Markovics

Karl Markovics
als Salomon Sorowitsch

August Diehl

August Diehl
als Adolf Burger

Devid Striesow

Devid Striesow
als Friedrich Herzog

Martin Brambach
als Holst

Veit Stübner
als Atze

August Zirner
als Dr. Klinger

Andreas Schmidt
als Zilinski

Sebastian Urzendowsky
als Kolja

Lenn Kudrjawizki
als Loszek

Tilo Prückner
als Hahn

Marie Bäumer
als Aglaia

Dolores Chaplin
als Rothaarige

Handlung

Im Monte Carlo des Kriegsjahres 1944 hat es sich Salomon Sorowitsch (Karl Markovics) gut eingerichtet: Als König der Geldfälscher wird er von Ganoven, Gigolos und Girls bevorzugt behandelt und macht dank seiner pragmatischen Arbeitsweise einen goldenen Schnitt. Sein Leben ist ein Spiel - doch jedes Spiel hat Gegner. Er wird an die Deutschen verraten und landet im KZ, wo er eine letzte Chance bekommt. Die Nazis brauchen Devisen, um den Feind wirtschaftlich zu schwächen. In Sachsenhausen müssen Häftlinge in einer Fälscherwerkstatt arbeiten.

Die größte Geldfälschungsaktion aller Zeiten ist ein weitgehend unbekanntes Kapitel deutscher Zeitgeschichte. Nach den Erinnerungen des Zeitzeugen Adolf Burger verwandelt Stefan Ruzowitzky ("Anatomie") das "Unternehmen Bernhard" in ein packendes Drama.

Im Konzentrationslager Sachsenhausen ist die größte Geldfälschaktion aller Zeiten in vollem Gange: Mit Millionen gefälschter britischer Pfund soll die Wirtschaft des Gegners geschwächt und in die Knie gezwungen werden. Durchgeführt wird die Aktion von Inhaftierten des KZ unter Leitung des renommierten Fälschers Salomon Sorowitsch, die durch ihre Mitarbeit ungeahnte Privilegien im Angesicht des nackten Horrors erhalten. Je länger sie den Status als bessere Gefangene innehaben, desto mehr kämpfen sie mit ihrem Gewissen.

Kleine Ganoven, Kommunisten und Juden werden zusammen in einen Block des KZ Sachsenhausen untergebracht. Sie sind keine abgemagerten Gerippe wie die Häftlinge vor den Fenstern, weil sie Sonderbehandlung genießen: Sie arbeiten für die deutsche Kriegsindustrie, indem sie perfekte Pfund- und Dollar-Blüten herstellen. Während Burger immer wieder die Ergebnisse der Fälscherwerkstatt manipuliert, ist Salomon bereit, die gewünschte Druckvorlage zu liefern, um sich und sein Team am Leben zu erhalten.

Kritik

Nach den Erinnerungen eines Zeitzeugen verfilmte Stefan Ruzowitzky ein unbekanntes Kapitel in der NS-Geschichte - die größte Geldfälschungsaktion aller Zeiten im KZ Sachsenhausen.

Fast möchte man es für Kintopp halten, aber es war Wirklichkeit: Gegen Ende des Krieges, als die größenwahnsinnigen Träume schon in Scherben lagen, wollten die Nazis mit einer der größten Geldfälschungsaktionen ihre Kasse aufbessern und die feindliche Wirtschaft mit Blüten überschwemmen. Unter dem Decknamen "Unternehmen Bernhard" wurden in vom Rest des Lagers abgeschotteten Baracken die notwendigen Maschinen installiert, Häftlinge mussten den Plan durchführen, darunter Drucker, brave Bankbeamte und Handwerker. Unentbehrlich für das Herstellen der Scheine war Salomon Sorowitsch, eine Koryphäe auf dem Gebiet - ein Pragmatiker ohne Ideale, der nur eines will: überleben in der Hölle auf Erden. Der Ganove laviert sich durch, im KZ Mauthausen genießt er Privilegien, indem er Lagerwächter malt und als er dann in Sachsenhausen auf den Mann trifft, der ihn nach einer zu ausgedehnten Liebesnacht verhaftete, steht er auch auf der richtigen Seite. Denn dieser Kommandant will Karriere machen und braucht dazu seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Den Fälschern wider Willen geht es gut, sie haben genug zu essen, schlafen in sauberen Betten und kriegen "großzügig" sogar eine Tischtennisplatte. Die perfekte Fälschung des britischen Pfunds scheint sie unentbehrlich zu machen. Doch nicht alle wollen sich in den Dienst der Nazis stellen, sondern die Aktion sabotieren. Auch wenn das den sicheren Tod bedeuten könnte.

Eindringlich zeichnet Ruzowitzky die einzelnen widersprüchlichen Charaktere, den Kampf um ein bisschen Würde in einer würdelosen Zeit, die Wahrung von ein bisschen Menschlichkeit unter unmenschlichen Bedingungen. Gut aufgestellt die Hauptwidersacher - der abgebrühte Sorowitsch (Karl Markovics) und der idealistische junge Drucker (August Diehl), zwei Antipoden, die sich dennoch in irgendeiner Form schätzen, und der schleimige Nazi-Opportunist (Devid Striesow), der - als es mit dem "Tausendjährigen Reich" zu Ende geht - wie ein Wurm um Gnade bettelt. "Die Fälscher" fällt aus dem Rahmen der sonst üblichen monströsen KZ-Schilderungen. Die Täter haben hier Kreide gefressen und zeigen nur manchmal ihre faschistische Fratze, aber dann um so brutaler. Auch wenn das versöhnliche Ende irritiert, dieses Drama mit seinem wunderbaren Schauspiel-Ensemble geht unter die Haut und erreicht hoffentlich neue Zuschauerschichten. mk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 27.11.2015

Deutschland/Österreich 2006

Länge: 1 h 38 min

Genre: Drama

Originaltitel: Die Fälscher

Regie: Stefan Ruzowitzky

Drehbuch: Stefan Ruzowitzky

Musik: Marius Ruhland

Produktion: Josef Aichholzer, Nina Bohlmann, Babette Schröder

Kostüme: Nicole Fischnaller

Kamera: Benedict Neuenfels

Schnitt: Britta Nahler

Ausstattung: Isidor Wimmer

Website: http://www.diefaelscher.de/

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