Spannender Politthriller über die Verhinderung eines Attentats in der UN.

Kinostart: 21.04.2005

Nicole Kidman

Nicole Kidman
als Silvia Broome

Sean Penn

Sean Penn
als Tobin Keller

Catherine Keener

Catherine Keener
als Dot Woods

Jesper Christensen
als Nils Lud

Yvan Attal
als Philippe

Sydney Pollack
als Pettigrew

Earl Cameron
als Edmund Zuwanie

Clyde Kusatsu
als Polizeichef Lee Wu

Hugo Speer
als Simon Broome

George Harris
als Kuman-Muman

Michael Wright
als Marcus

Eric Kennleyside
als Rory Robb

Maz Jobrani
als Mo

Yusuf Gatewood
als Doug

Curtiss Cook
als Ajene Xola

Die Handlung von Die Dolmetscherin

Voller Entsetzen belauscht die UNO-Übersetzerin Sylvia Broome (Nicole Kidman) Putschpläne sowie ein Mordkomplott sinistrer Anzugträger, die einen in Ungnade gefallenen, schwarzafrikanischen Würdenträger beseitigen wollen. Obwohl sie zur totalen Geheimhaltung verpflichtet ist, vertraut sich die junge Frau dem FBI-Agenten Tobi Keller (Sean Penn) an. Während der ihrer Geschichte zunächst nicht recht glauben mag, nehmen die bösen Buben die ungebetene Mitwisserin aufs Korn.

Verschwörungsfilmexperte Sydney Pollack ("Die drei Tage des Condor", "Die Firma") schickt in diesem Politthriller prominentes Hollywoodpersonal aufs glatte Diplomatenparkett.

Seit Silvia Broome ein Gespräch belauscht hat, dass ein afrikanischer Diktator bei seiner Rede vor der UN ermordet werden soll, sind ihr Leben und ihre Glaubwürdigkeit gefährdet. Während Agent Keller ihre Geschichte und Vergangenheit in Frage stellt, wird die Dolmetscherin verfolgt und bedroht. Unaufhaltsam nähert sich der Tag, an dem ein Attentat über Lüge und Wahrheit entscheidet.

Zufällig bekommt Silvia Broome im UN-Gebäude die Planung eines Attentats auf Edmund Zuwanie, den Präsidenten des afrikanischen Staates Matobo, mit. Zuwanies Ermordung auf amerikanischem Terrain wäre eine Katastrophe. Also wird der Secret Service unter Leitung von Tobin Keller eingeschaltet. Der glaubt der in Matobo aufgewachsenen Broome kein Wort, und findet heraus, dass sie einst ein Verhältnis mit einem Rebellenführer unterhielt. Was für ein Spiel treibt die attraktive Übersetzerin, zu der er sich immer mehr hingezogen fühlt?

Kritik zu Die Dolmetscherin

Mit zwei Romanzen, die eine vorwiegend süß ("Sabrina"), die andere auch bitter ("Begegnung des Schicksals"), hatte Sydney Pollack zuletzt Pech. Mit einem Thriller aber meldet sich der Altmeister, der mit "Die drei Tage des Condor" eine Säule des Genres inszenierte, wieder zurück. In der Konzentration auf Charaktere und Worte, dem langsamen Rhythmus und Spannungsaufbau sowie in der Reduktion typischer Actionelemente mag dieser erwachsene Film am Jugend-Markt vorbeiproduziert sein. Die Kids wird das kaum schmerzen, allen anderen Kinofans aber wird es Hoffnung geben.

Aus einem anderen Blickwinkel wie etwa "Black Hawk Down" oder "Hotel Ruanda" wirft das Drehbuch, an dem drei renommierte Autoren arbeiteten, einen Blick auf den Krisenherd Afrika. Ein Prolog im fiktiven Matobo, in dem manches an Zimbabwe und seinen Diktator Robert Mugabe erinnert, weist ein in eine politische Situation, die für das postkoloniale Afrika nicht untypisch ist. Ein Tyrann regiert eisern das Land, mit Folter und Völkermord, während seine Gegner durch Rivalitäten untereinander geschwächt bleiben. In der schockierenden Ouvertüre wird einer der beiden Kontrahenten von Präsident Zuwanie in eine Falle gelockt und von einem Kind erschossen.

Hier formuliert der Film erstmals sein zentrales Thema, die Wahlmöglichkeit von Vergeltung und Vergebung, als ein zweites Opfer, der Bruder der Titelfigur, im Sterben dem Täter die Schuld nimmt. Der zweite politische Gegner lebt im New Yorker Exil, wohin sich der Plot nach dem Prolog verlagert. Dominanter, reizvoller Schauplatz des Films ist das Gebäude der Vereinten Nationen, das erstmals für ein Filmprojekt seine Tore öffnete. Hier arbeitet Sylvia Broome (Nicole Kidman) als Dolmetscherin, hier hört sie zufällig mit, wie Unbekannte ein Attentat an Zuwanie planen, der eine Rede vor der UN angekündigt hat. Als der Secret Service eingeschaltet wird, hegt Agent Keller (Sean Penn), spezialisiert auf den Schutz von Politprominenz, Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Dolmetscherin, macht sie doch ihre Vergangenheit selbst verdächtig, in das Attentat involviert zu sein.

Die reibungsintensive Beziehung zwischen diesen Figuren, die beide geliebte Menschen verloren und unterschiedliche Ansichten über den Wert von Vergeltung haben, ist das Herzstück des Films, der auch differente Strategien der Trauerarbeit thematisiert. Auf dieser Ebene ist "Die Dolmetscherin" auch dank der Stars ein Erfolg, während sich die Enthüllung von Kidmans Background inklusive einer Affäre mit dem Rebellenführer als Groschenheftexkurs darstellt. Auch das Finale überzeugt nicht wirklich, lässt eine dramatisch befriedigendere Auflösung vermissen.

Formal ist der von Darius Khondji naturalistisch fotografierte Film dagegen makellos, wie auch Pollacks Fähigkeit, durch Musik und Parallelmontage Spannung aufzubauen. Absolutes Highlight ist die Zusammenführung verschiedener Personen an einem Ort, an dem sie schließlich im Sekundenschock begreifen, was sie hier erwartet. Eine jetzt schon klassische Sequenz in einem Thriller, der zwar nicht Perfektion, mitunter aber alte Klasse demonstriert. kob.

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Info

Plakat des Films: Die Dolmetscherin
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 21.04.2005

Frankreich/Großbritannien/USA 2005

Länge: 2 h 8 min

Genre: Thriller

Originaltitel: The Interpreter

Regie: Sydney Pollack

Drehbuch: Steven Zaillian, Scott Frank, Charles Randolph

Musik: James Newton Howard

Produktion: Sydney Pollack, Tim Bevan, Eric Fellner, Kevin Misher

Kostüme: Sarah Edwards

Kamera: Darius Khondji

Schnitt: William Steinkamp

Ausstattung: Jon Hutman, Steven Graham

Website: http://www.movies.uip.de/diedolmetscherin/