Elegante Variante von "Ein Offizier und Gentleman", in dem Demi Moore ihren Mann stehen muß.

Kinostart: nicht bekannt

Demi Moore

Demi Moore
als Lt. Jordan O'Neil

Viggo Mortensen

Viggo Mortensen
als Master Chief John Urgayle

Anne Bancroft

Anne Bancroft
als Sen. Lillian DeHaven

Jason Beghe
als Royce

Scott Wilson
als C.O. Salem

Lucinda Jenney
als Blondell

Morris Chestnut
als McCool

James Caviezel
als Slovnik

Angel David
als Newberry

Josh Hopkins
als Flea

David Vadim
als Cortez

Gregg Bello
als Miller

John Michael Higgins
als Stabs-Chef

Boyd Kestner
als Wickwire

Daniel Bargen
als Theodore Hayes

Kevin Cage
als Ausbilder Pyro

David Warshofsky
als Ausbilder Johns

Stephen Ramsey
als Stamm

Handlung

Eine auf ihre Wiederwahl erpichte Senatorin wählt die Marine-Offizierin Jordan O'Neil aus, am höllischen Rekrutentraining der Eliteeinheit der Navy Seals teilzunehmen. Bei ihren Kameraden stößt sie auf eisige Ablehnung, ihr sadistischer Ausbilder läßt keine Möglichkeit aus, Jordan verbal und körperlich zu traktieren. Doch die junge Frau hält durch und kann bei einem Einsatz in Libyen ihren Mann stehen.

Die Marine-Offizierin Jordan O'Neil wird als erste Frau dazu auserkoren, am ultra-harten Ausbildungsprogramm der berühmt-berüchtigten Navy Seals teilzunehmen. Neben dem unmenschlichen Training macht ihr besonders der sadistische Master Chief zu schaffen, der alles daran setzt, seine Untergebene auf psychischer Ebene zu brechen. Doch dank ihres eisernen Willens und stählerner Muskeln übersteht O'Neil sämtliche Torturen. Bei einem Kampfeinsatz in Libyen muß Jordan ihre neu erworbenen Fähigkeiten dann erproben...

Eine auf ihre Wiederwahl erpichte Senatorin wählt die Marine-Offizierin Jordan O'Neil aus, am höllischen Rekrutentraining der Eliteeinheit der Navy Seals teilzunehmen, doch bei ihren Kameraden stößt sie auf Ablehnung. Elegante Variante von "Ein Offizier und Gentleman", in dem Demi Moore ihren Mann stehen muß.

Kritik

Nachdem sie als Stripperin, Ehebrecherin und Jurorin beim Publikum nur bedingt Anklang fand, ist es für 12-Mio.-Dollar-Frau Demi Moore in Ridley Scotts patriotischem Hochglanz-Drama um Gleichberechtigung im Militär eine Frage der Ehre, als erste weibliche Navy-Seals-Rekrutin möglichst machohaft ihren Mann zu stehen. Ihr Zelluloid-Testosteron-Trip wird so nachhaltig ausgereizt, daß sie sogar den selben berüchtigten, sich auf einen Teil der männlichen Anatomie beziehenden Oneliner wie Geena Davis in "Tödliche Weihnachten" zwischen blutig geprügelten Lippen hervorpreßt.

Nach dem nicht sehr gehaltvollen Drehbuch von Danielle Alexander (wird in den Produktionsnotizen bezeichnenderweise als "die weibliche Version von Tom Clancy" beschrieben) und David Twohy wird die Marine-Offizierin Jordan O'Neil von einer auf ihre Wiederwahl erpichten US-Senatorin (formidabel: Anne Bancroft) als Testkandidatin auserkoren, beim höllenhaften Rekrutentraining der Elite-Einheit der Navy Seals teilzunehmen. Die nächsten, knapp 90 Minuten verbringt die bei ihren "Kameraden" (die vorwiegend mit Triathleten und Militärangehörigen besetzt wurden) auf eisige Ablehnung stoßende O'Neil unter dem sadistischen Master Chief (der charismatische Viggo Mortensen), um körperliche und emotionale Torturen über sich ergehen zu lassen. Dazu zählen, neben verbalem Mißbrauch, endlos im Regen joggen, durch Schlamm robben, in der eiskalten Brandung Liegestütze machen, aus Mülltonnen speisen etc. Eine Übung im Vietnam-inspirierten Gefangenenlager führt zur knallharten Konfrontation (wohl selten wurde eine Frau auf der Leinwand brutaler vermöbelt) zwischen O'Neil und ihrem Master Chief. Dazwischen wird ihr eine lesbische Affäre angedichtet, doch nach ihrer Rehabilitation kann O'Neil beim Einsatz in Libyen (der große Bruder "Top Gun" läßt grüßen) anonyme Araber abknallen, ihren Vorgesetzen das Leben retten und von einem Kameraden das ultimative Kompliment "Mit dir würde ich jederzeit in den Krieg ziehen" bekommen.

Der visuelle Ästhet Scott zeigte in der Vergangenheit mit "Thelma & Louise" und "Alien" (man denke an Sigourney Weavers Kick-Butt-Pionierin Ripley) eine ausgeprägte Affinität für starke Frauencharaktere. Deswegen muß von "G.I. Jane" kein flammendes Feminismus-Statement erwartet werden. Es wird darauf gepocht, daß die ihrer femininen Qualitäten entblößte Protagonistin (die mit einem schmalzigen Pretenders-Song unterlegte Haarscherungs-Szene spricht Bände) das Recht hat, wie ihre männlichen Gegenstücke im Kriegsfall aktiv am Geschehen mitzumischen. Auch wird die Senatorin genauso wenig vertrauenswürdig wie ihre männlichen Kollegen dargestellt. Sexuelle Untertöne wurden weitgehend vermieden. Moores leichtgeschürzten und inspirierenden Fitnessübungen (wieder Pretenders beschallt) sollen lediglich dazu dienen, ihre wohlgeformten Formen und Muskeln ins rechte Licht zu rücken. Die Titelheldin projiziert perfekt eisernen Willen, der an sture Verbohrtheit grenzt, so daß man ihr das Martyrium ohne weiteres abkauft. Ihre Motivationen (sie kann angeblich nur mit Kriegserfahrung Karriere machen) und ihr Privatleben bleiben eher dünn gestrickt, ebenso wie die anderen Charakterzeichnungen extrem eindimensional ausgefallen sind. Bei so viel verbissener Entschlossenheit und einem Schuß unverhohlener politischer Propaganda blieb der Humor weitgehend auf der Strecke - lediglich Moores todernst vorgetragenen Tough-Girl-Sprüche sollen für Auflockerung sorgen. Auf Platz 1 gestartet, bleibt abzuwarten, ob das Militärdrama so viel aggressives Stehvermögen wie "G.I. Jane" selbst zeigen wird. ara.

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Info

Plakat des Films: Die Akte Jane
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: nicht bekannt

USA 1997

Länge: 2 h 5 min

Genre: Action

Originaltitel: G.I. Jane

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Danielle Alexandra, David Twohy

Musik: Trevor Jones

Produktion: Ridley Scott, Roger Birnbaum, Demi Moore, Suzanne Todd

Kostüme: Marilyn Vance

Kamera: Hugh Johnson

Schnitt: Pietro Scalia

Ausstattung: Arthur Max, Bill Hiney, Richard L. Johnson

Zitat

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