Preisgekröntes Drama mit Nicole Kidman und Russell Crowe als Eltern eines schwulen Sohnes, der in einer "Conversion Therapy" "geheilt" werden soll. Wahre Geschichte: einer von 77.000 Fällen.

Kinostart: 21.02.2019

Handlung

Der 19-jährige Jared (Lucas Hedges) wächst in einem Baptistenprediger-Haushalt in den amerikanischen Südstaaten auf. Für seinen streng gläubigen Vater (Russell Crowe) ist die Homosexualität seines Sohnes inakzeptabel und er zwingt ihn zu einer Reparativtherapie, die ihn davon „heilen“ soll.

Gemeinsam mit seiner Mutter (Nicole Kidman) begibt sich Jared in die Einrichtung des höchst fragwürdigen Therapeuten Viktor Sykes (Joel Edgerton).

Kritik

"Gute Menschen tun Gutes, böse Menschen Böses. Damit aber gute Menschen Böses tut, braucht es Religion." Der provokante Spruch von Christopher Hitchens, entschiedener Gegner der evangelikalen Bewegung, könnte als Motto über diesem auf Tatsachen beruhenden Film stehen. Alle Akteure, selbst die drakonischen "Therapeuten" haben beste Absichten und glauben, gegen die Sünde selbst zu kämpfen und den "Sündern" zu helfen. Dieser nuancierte Blick auf die Beteiligten und ihre Motive ist die ganz große Stärke des Filmes. Hauptdarsteller Lucas Hedges ("Manchester by the Sea", "Ben is back") untermauert darin seinen Status als wohl bester Charakter-Darsteller seiner Generation.

Joel Edgerton inszeniert sachlich, fast kühl. Er verzichtet gänzlich auf reißerische Effekte und dramaturgische Kniffe. Der Unglaube zunächst, dann der Widerwille gegen diese "Therapie" stellt sich ganz von selbst ein. Erschütternd: Fast 80.000 Menschen unterzogen sich in den USA Konversionstherapien, in Deutschland werden sie ebenfalls angeboten.

Edgerton sagte, dass er diesen Film nicht machen wollte, er musste. Wir sind froh, dass er es getan hat. Denn bis hin zur grotesken Schlusspointe im Abspann ist dieses hochemotionale, und sicher nicht einfach zu ertragende Drama ein einziges Statement gegen Repression, Dogmatismus und religiösen Wahn. Ein Film für Toleranz und persönliche Freiheit

 

Redaktions-Tipp

Sicher keine leichte Kost, aber Joel Edgertons packendes Drama über die höchst umstrittenen Konversionstherapien ist Kino mit Haltung und Herzblut. Die exzellenten Darsteller, allen voran Lucas Hedges, sind eine Wucht.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 21.02.2019

USA/Australien 2018

Länge: 1 h 55 min

Genre: Drama

Originaltitel: Boy Erased

Website: http://upig.de/micro/der-verlorene-sohn

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