Packendes, intensives Drama über den Untergang des Nazi-Regimes und die letzten Tage in Hitlers Führerbunker.

Kinostart: 16.09.2004

Bruno Ganz

Bruno Ganz
als Adolf Hitler

Alexandra Maria Lara

Alexandra Maria Lara
als Traudl Junge

Corinna Harfouch

Corinna Harfouch
als Magda Goebbels

Ulrich Matthes
als Joseph Goebbels

Juliane Köhler
als Eva Braun

Heino Ferch
als Albert Speer

Christian Berkel
als Prof. Schenck

Matthias Habich
als Prof. Dr. Werner Haase

Thomas Kretschmann
als Hermann Fegelein

Ulrich Noethen
als Heinrich Himmler

Michael Mendl
als Helmuth Weidling

André M. Hennicke
als Wilhelm Mohnke

Birgit Minichmayr
als Gerda Christian

Justus von Dohnányi
als General Wilhelm Burgdorf

Julia Jentsch
als Hanna Potrowski

Alexander Held
als Walter Hewel

Rolf Kanies
als General Hans Krebs

Dieter Mann
als Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel

Christian Redl
als Generaloberst Alfred Jodl

Götz Otto
als Otto G

Thomas Limpinsel
als Heinz Linge

Thomas Thieme
als Martin Bormann

Bettina Redlich
als Constanze Manziarly

Heinrich Schmieder
als Rochus Misch

Anna Thalbach
als Hanna Reitsch

Dietrich Hollinderbäumer
als Robert Ritter von Greim

Ulrike Krumbiegel
als Dorothee Kranz

Karl Kranzkowski
als Wilhelm Kranz

Donevan Gunia
als Peter Kranz

Thorsten Krohn
als Leibarzt Dr. Ludwig Stumpfegger

Jürgen Tonkel
als Erich Kempka

Devid Striesow
als Feldwebel Tornow

Fabian Busch
als Obersturmbannf

Christian Hoening
als Dr. Ernst-Robert Grawitz

Alina Sokar
als Helga Goebbels

Amelie Menges
als Heide Goebbels

Charlotte Stoiber
als Hilde Goebbels

Gregory Borlein
als Helmut Goebbels

Julia Bauer
als Hedda Goebbels

Laura Borlein
als Holde Goebbels

Dirk Borchardt
als Panzerkommandant

Michael Brandner
als Hans Fritzsche

Martin Butzke
als SS-Soldat

Mathias Gnädinger
als Hermann G

Bohdan Graczyk
als Oberst Clausen

Norbert Heckner
als Standesbeamter Wagner

Enno Hesse
als Oberleutnant

Michael Kind
als SA-Mann

Elisabeth Koch
als Margarete Lorenz

Michael Lippold
als junger Offizier

Stefan Mehren
als verwundeter Soldat

Tanja Schleiff
als russische

Christian Schmidt
als SS-Mann Greifkommando

August Schmölzer
als Hans Baur

Jurij Schrader
als Dolmetscher

Oliver Stritzel
als Maschinist Hentschel

Veit Stübner
als SS-Obergruppenf

Klaus-Jürgen Steinmann
als Offizier

Klaus B. Wolf
als junger Marinesoldat

Handlung

April 1945 im Führerbunker in Berlin: Während draußen die russischen Streitkräfte im mühsamen Straßenkampf die Reichshauptstadt von Ost nach West einnehmen, versuchen die einstigen Granden hinter meterdickem Beton die letzten Angelegenheiten zu ordnen. Hitler (Bruno Ganz) diktiert seiner Sekretärin den letzten Willen und heiratet seine Eva (Juliane Köhler). Das Ehepaar Goebbels vergiftet seine Kinder, bevor es Hitler in den Freitod folgt. Unterdessen sinnieren die Generäle vergeblich, wie man sich der russischen Gefangennahme entziehen könnte.

Oliver Hirschbiegel

2 1/2 Jahre nachdem Hitler sie als Sekretärin engagierte, wird Traudl Junge Zeuge, wie vom 20. April bis zum 2. Mai 1945 das Dritte Reich untergeht. Im Berliner Bunker duellieren sich Kapitulationsgedanken und Durchhalteparolen, Restvernunft und Realitätsflucht, bis die Rote Armee unaufhaltsam vorrückt und Hitler, Goebbels und engste Vertraute ihren Selbstmord planen und durchführen.

Berlin, April 1945. Während um ihn herum sein Hirngespinst Großdeutschland in Schutt und Asche liegt, deutsche Truppen quasi nur noch auf dem Papier existieren und die Alliierten die Macht übernehmen, hält Adolf Hitler in seinem Bunker Hof. Spielt sich und seinen Vasallen eine Mär vom unaufhörlichen Triumph der arischen Rasse vor, stachelt seine Untergebenen zu weiteren irrwitzigen Feldzügen an und präsentiert einen galoppierenden Realitätsverlust ungeahnten Ausmaßes. Bis auch im Bunker das große Sterben beginnt.

Kritik

"Kein schöner Land in dieser Zeit" singen die Goebbels-Kinder im Führerbunker und bringen das Grauen einer unvorstellbaren Inszenierung des Todes auf den schauerlichen Punkt. Nicht nur in dieser Sequenz wird deutlich, dass der gruseligste Horrorfilm des Jahres aus Deutschland kommt. Das von Autor-Produzent Bernd Eichinger, Regisseur Oliver Hirschbiegel und einem Who's Who exzellenter deutscher Charakterdarsteller gestemmte Projekt über die letzten Tage eines Terrorregimes bewältigt die schwierige Gratwanderung, mit der sich jede dramatisierte Annäherung an das Unbegreifliche konfrontiert sieht, und bietet sich gerade der jungen Generation als packende Einführung in eine Diktatur an, die die Welt über zwölf Jahre in Atem hielt und dabei über 50 Millionen Menschen für immer den Atem nahm.

Natürlich muss "Der Untergang" Widerstand und Zweifel bei manchem Zuschauer überwinden, der sich fragt, warum kreative Energie, Ressourcen und ein großartiges Ensemble in ein Projekt gesteckt werden, das man aus hochklassigen Dokumentationen, aus dem Kinofilm "Hitler - Die letzten zehn Tage" (mit Alec Guinness) und dem TV-Drama "Der Bunker" (mit Anthony Hopkins) schon zu kennen glaubt. Tatsächlich aber ist es der erste große Spielfilm zum Thema, der von deutschen Sensibilitäten bestimmt wird und in dem die Verkörperung Hitlers einmal keinen englischen Adelstitel trägt. Dieser Aspekt war für Bernd Eichinger der dominante Impuls, aus Joachim Fests "Der Untergang" sowie Traudl Junges und Melissa Müllers "Bis zur letzten Stunde" ein Drehbuch zu komprimieren, das Historisches und Persönliches verbindet und im gefängnisgleichen Schauplatz eines Bunkers die unerschütterlichen Denkweisen und Machtmechanismen eines Regimes freilegt. Hier erkennt man den Untergangsgehorsam, die verblendeten Ideologien, die Ausgrenzung des Emotionalen, die größenwahnsinnige Sehnsucht und die "Massenverrücktheit" (wie Eichinger sie nennt), die in Koalition mit dem Terror diese Diktatur erst ermöglichte.

"Der Untergang" ist auch strukturell ein gewagtes Unternehmen: er konzentriert sich auf einen beengten Schauplatz und auf Figuren, die man in die Hölle wünscht. Es gibt keinen Helden, aber viele reale Horrorfiguren. Es gibt Charaktere wie den von Christian Berkel dargestellten Arzt Prof. Schenck, die Blicke auf das Leid des Volkes ermöglichen, das in diesem Film nur Nebendarsteller ist. Es gibt Charaktere, die eine intime Perspektive auf das Geschehen, aber auch Einblicke auf ein Gemütsmodell ermöglichen. Wie eben Traudl Junge (Alexandra Maria Lara), die mit großer Naivität Hitlers Sekretärin wurde, die hinter die Fassade schauen kann, mit der Fassung ringt, aber loyal bleibt und für die Verehrungsbegeisterung vieler Deutschen steht. Und es gibt einen (Ver-) Führer, der zu Beginn seine charmante, schnell aber seine despotische, menschenverachtende Seite zeigt, der vom Verrat des Volkes faselt und die undankbaren Deutschen mit sich untergehen sehen will. Sympathisch ist nichts an ihm, auch wenn englische Blätter das vorauseilend bereits kolportieren. Wer seinen Hund streichelt oder sich bei der Köchin für die tollen Ravioli bedankt, weist sich nicht zwangsläufig als Mensch aus, der Mitleid verdient.

Auch bei Bruno Ganz braucht man eine Eingewöhnungsphase, um das Theatralische dieser Figur, das Chaplin so unheimlich herausarbeitete, auszublenden und sich auf das Diabolische und Erbärmliche zu konzentrieren. Die Person Hitler ist unfassbar, aber Ganz schafft eine angenehm nüchterne Annäherung, ohne den Menschen hinter dem Monster aufzuspüren, (bei Hopkins und Guinness viel stärker und unangenehmer ausgeprägt). Diese Strategie verfolgt auch der Film insgesamt, der Hitler und seine Gefolgsleute als das entlarvt, was sie ausschließlich waren, der die Traumzeit von Neonazis beendet, wenn sie denn je aufwachen wollten.

Bevor sich der Film in den letzten zehn Minuten öffnet und die Sonne erstmals auf zwei Gesichter fällt, die für Hoffnung stehen, beherrschen klaustrophobische Bildausschnitte, Handkamera und realistische Lichtsetzung die Inszenierung, durchbrechen Polaroids vom Straßenkampf in Berlin, vom lynchenden Mob und mordender SS die Ereignisse im Bunker, in dem sich einige Nazis systematisch auf ihren Selbstmord vorbereiten und der Rest nur wartet, bis endlich die russische Armee zugreift. Es sind gespenstische Szenen, in denen gefeiert, gedroht und immer noch Tod befohlen wird, der dann draußen vollstreckt wird. Die Vernichtungsmaschine läuft weiter, obwohl sie längst vom Netz genommen ist ... und macht in der entsetzlichsten Szene des Films auch vor den Goebbelskindern nicht Halt. Sie sind es, für die man neben den anonymen Opfern im Straßengraben Mitgefühl empfindet. Der große Verdienst des Films liegt auch darin, dass er keinen Zweifel lässt, dass es außer ihnen im Bunker auch niemand verdient hat. kob.

Wertung Questions?

FilmRanking: 3841 -534

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Der Untergang
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 16.09.2004

Deutschland 2004

Länge: 2 h 35 min

Genre: Drama

Originaltitel: Der Untergang

Regie: Oliver Hirschbiegel

Drehbuch: Bernd Eichinger

Musik: Stefan Zacharias

Produktion: Bernd Eichinger

Kostüme: Claudia Bobsin

Kamera: Rainer Klausmann

Schnitt: Hans Funck

Ausstattung: Bernd Lepel

Website: http://www.deruntergang-special.film.de/

Ticker

Kino&Co Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.