Drama aus dem Marseiller Arbeitermilieu von Robert Guediguian.

Kinostart: 15.03.2012

Ariane Ascaride
als Marie-Claire

Jean-Pierre Darroussin
als Michel

Gérard Meylan
als Raoul

Marilyne Canto
als Denise

Grégoire Leprince-Ringuet
als Christophe

Anaïs Demoustier
als Flo

Adrien Jolivet
als Gilles

Robinson Stévenin
als Kommissar

Karole Rocher
als Christophes Mutter

Julie-Marie Parmentier
als Agn

Pierre Niney
als Kellner

Yann Loubatiere
als Jules

Jean-Baptiste Fonck
als Martin

Emilie Piponnier
als Maryse

Raphaël Hirot
als Jeannot

Anthony Decadi
als Gabriel

Frédérique Bonnal
als Martine

Handlung

Sie sind ein Paar wie aus dem Bilderbuch und seit 30 Jahren verheiratet, der engagierte Gewerkschafter Michel und seine Frau. Gemeinsam mit Kindern, Enkeln und eingebettet in einen großen Freundeskreis führen sie ein beschauliches Leben. Als ihnen bei einem Überfall die Ersparnisse gestohlen werden und sich einer der Täter als früherer Kollege Michels entpuppt, stehen sie erst unter Schock und kümmern sich dann doch liebevoll um die zwei jüngeren Brüder des Inhaftierten.

Kritik

Jean-Pierre Darroussin als herzergreifend guter Gewerkschafter beim sanften Klassenkampf unter südlicher Sonne.

Die Arbeiterklasse hat bei Robert Guédiguian zwar schlechte Karten, aber dafür seine größte Sympathie. Vierzehn Jahre nach "Marius und Jeannette" zeigt er mit melancholischen Untertönen die Welt der kleinen Leute, die den Kampf für ein besseres Morgen scheinbar verloren haben und denen nur noch das Private Halt gibt, lässt erneut Utopie und Realität aufeinander prallen. So führen der engagierte Gewerkschafter Michel, der sich aus Solidarität mit den Kollegen selbst kündigt, und seine Frau eingebettet in der verzweigten Familie und einem großen Freundeskreis ein beschauliches Leben im pittoresken Viertel Estaque in Marseille, fernab vom kaputt gesparten Hafen und den sozialen Konflikten. Da, wo man noch die Nachbarn kennt und die Welt noch halbwegs heil ist, haben sie sich ein kleines Refugium und einen kleinen Wohlstand aufgebaut. Zum 30. Hochzeitstag erhalten sie eine Reise zum Kilimandscharo, dem fernen Sehnsuchtsort. Als ihnen die Ersparnisse gestohlen werden und sich einer der brutalen Täter als früherer Kollege Michels entpuppt, stehen sie erst unter Schock, kümmern sich dann liebevoll um die zwei jüngeren Brüder des Inhaftierten und nehmen sie sogar in ihr Haus auf.

Trotz Harmonie des Bilderbuchpaares vermeidet die Mischung aus Sozialkomödie und Sozialmelodram eine zu starke Weichzeichnung, selbst wenn die Weite des verführerisch glitzernden Meeres lockt, sind die fast drohend wirkenden Kräne des Hafens nicht zu übersehen, Zeichen einer harten Wirklichkeit, in deren Schatten die friedliche Idylle und der liebevolle Alltag nur eine kurze Atempause gewähren können. Manchmal erinnert der optimistisch endende Ausblick im milden Licht des Südens an einen Werbefilm für die Gewerkschaft CGT, der größten Gewerkschaft Frankreichs, und an eine schöne Fabel über das selbstlose Gutmenschentum.

Der herzzerreißend aufspielende Jean-Pierre Darroussin macht die Hauptfigur glaubwürdig. Guédiguian selbst bezeichnet die Geschichte als Märchen, das möglich ist und als einen Wachtraum, macht damit ein bisschen Hoffnung in einer hoffnungslosen Welt, gibt aber auch die Botschaft aus "la lutte continue", der Kampf geht weiter, nur etwas sanfter. mk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 15.03.2012

Frankreich 2011

Länge: 1 h 47 min

Genre: Drama

Originaltitel: Les neiges du Kilimandjaro

Regie: Robert Guédiguian

Drehbuch: Robert Guédiguian, Jean-Louis Milesi

Kostüme: Anne-Marie Giacalone, Juliette Chanaud

Kamera: Pierre Milon

Schnitt: Bernard Sasia

Ausstattung: Michel Vandestien

Website: www.der-schnee-am-kilimandscharo.de