Grausam-schöner deutscher Horrorfilm über persönliche Befreiung und alptraumhaftes Coming-Out.

Kinostart: 30.10.2014

Michel Diercks
als Jakob Wolski

Pit Bukowski

Pit Bukowski
als der Samurai

Uwe Preuss

Uwe Preuss
als Horvath

Ulrike Hanke-Häntsch
als Großmutter

Kaja Blachnik
als Karo

Christopher Kane
als Schölli

Janin Halisch
als Yvonne

Ulrike Bliefert
als Hundebesitzerin

Michael Fritz Schumacher
als Polizist

Gernot Kunert
als Wachtmeister Giersch

Manfred Möck
als Postbote

Die Handlung von Der Samurai

In einem Dorf an der deutsch-polnischen Grenze treibt ein Wolf sein Unwesen, streift durch die Wälder und Vorgärten, versetzt Anwohner in Schrecken. Nur ein junger Polizist ist ihm auf der Spur. Als er einen blond gelockten mysteriösen Typen in weißem Kleid mit einem Samuraischwert trifft, gerät sein Leben aus den Fugen. Er versucht den Fremden, der nicht nur Hunde und Gartenzwerge köpft und eine Schneise der Verwüstung hinter sich lässt, aufzuhalten und realisiert plötzlich seine eigene lang unterdrückte Sehnsucht nach Unangepasstheit.

Kritik zu Der Samurai

Grausam-schöner deutscher Horrorfilm über persönliche Befreiung und alptraumhaftes Coming-Out.

Es gibt ihn doch, den Horror-Trash aus deutschen Landen, ungewohnten Splatter vom Feinsten. Till Kleinert macht mit seinem Abschlussfilm an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) jedenfalls Hoffnung auf dieses bei uns oft vernachlässigte Genre. Der viel besungene deutsche Wald ist hier keine Oase der Ruhe, sondern Ort des Schreckens und Heimat eines Wolfs, der in einer kleinen Stadt an der deutsch-polnischen Grenze für Aufregung sorgt. Bei seinem schauerlichen Geheul ziehen sich die Einwohner ins traute Heim zurück, sie wollen nicht wissen was draußen vorgeht. Nur der junge Polizist Jakob Wolski (Michel Diercks) wagt sich ins dunkle Gehölz und hängt Fleischreste auf, um das Tier fern zu halten, für seinen Chef eine lächerliche "Strategie". Als der schüchterne Ordnungshüter nächtens in einer Art Hexenhäuschen einen durch geknallten blonden Typen in weißem Kleid mit einem japanischen Schwert, einem Katana, trifft, beginnt ein poetisch-brutaler Tanz mit dem Tod, bei dem nicht nur bellenden Hunden und stummen Gartenzwergen die Köpfe abgehauen werden, im lodernden Feuer alte Anpassungsmuster verbrennen. Im Morgengrauen ist nichts so, wie es einmal war.

Kleinert spielt mit Wolfsmetaphern und Zeichen des Horrorkinos, erzählt mit den Mitteln des Thrillers von Todessehnsucht und einer lustvollen Befreiungs- und Rachefantasie. Die Anwesenheit des Samurais spült verschwiegene Wünsche an die Oberfläche, verdrängte Sexualität. Ihm geht es weniger um das Ergründen von Ursachen als um das "genussvolle Auskosten der Wirkungen". Höhepunkt ist ein Pas de Deux mit homoerotischer Komponente, rau, hart und zärtlich zugleich, allerdings weit entfernt von der verführerischen Sinnlichkeit, Zuneigung und Hörigkeit beim schon legendären Männer-Tango in Xavier Dolans "Sag nicht wer du bist". Vieles bleibt bei der surrealen Bilderflut im Ungewissen und Ungefähren, eine Verwüstungsschneise durch ein Leben, aber keine Erlösung nirgends. Regisseur und Produktionskollektiv "Schattenkante" beweisen Mut bei diesem Low-Budget-Film, der mit den "öffentlich-rechtlichen Geschmacksvorgaben" nicht vereinbar war und ohne Unterstützung des Bezahlfernsehens entstand. Vielleicht ist er gerade deshalb so wunderbar verrückt. mk.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 30.10.2014

Deutschland 2014

Länge: 1 h 19 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Der Samurai

Regie: Till Kleinert

Drehbuch: Till Kleinert

Musik: Conrad Oleak

Produktion: Till Kleinert, Anna de Paoli, Linus de Paoli

Kostüme: Malena Modéer, Vivian Waneck

Kamera: Martin Hanslmayr

Schnitt: Till Kleinert

Ausstattung: Sandra Fleischer, Tomoko Okada

Website: https://www.facebook.com/dersamuraifilm