Auf zwei Zeitebenen erzähltes Drama, das geschickt die persönliche und gesellschaftliche Geschichte eines jungen Mannes aus der DDR verbindet.

Kinostart: 22.03.2012

Florian Panzner

Florian Panzner
als Alexander Beck

Anne Kanis

Anne Kanis
als Nicole

Sven Gielnik
als Alexander, jung

Vincent Krüger
als Michael

Vanessa Krüger
als Nicole, jung

Guntbert Warns
als Manfred Lange

Wiebke Bachmann
als Jeanette

Robert Gallinowski
als Gerd

Hans-Martin Stier
als Heinrich

Christian Näthe
als Udo

Die Handlung von Der Preis

Eigentlich könnte sich der Frankfurter Jungarchitekt Alexander glücklich schätzen. Seine Firma hat den Zuschlag für eine Plattenbaurenovierung bekommen, und er darf sie vor Ort umsetzen. Doch das bedeutet für ihn die Rückkehr in die thüringische Kleinstadt, aus der er als junger Mann in die westdeutsche Großstadt geflüchtet ist, nachdem 1988 durch seine Schuld eine gute Freundschaft zerbrochen ist und seine große Liebe sich von ihm abgewendet hat.

Eigentlich könnte sich der Frankfurter Jungarchitekt Alexander glücklich schätzen. Seine Firma hat den Zuschlag für eine Plattenbaurenovierung bekommen, und er darf sie vor Ort umsetzen. Doch das bedeutet für ihn die Rückkehr in die thüringische Kleinstadt, aus der er als junger Mann in die westdeutsche Großstadt geflüchtet ist, nachdem 1988 durch seine Schuld eine gute Freundschaft zerbrochen ist und seine große Liebe sich von ihm abgewendet hat.

Ein junger Mann kehrt in seine thüringische Heimat zurück, um im Auftrag seines Chef eine Baumaßnahme zu überwachen. Auf zwei Zeitebenen erzähltes Drama, das geschickt persönliche und gesellschaftliche Geschichte eines jungen Mannes aus der DDR verbindet.

Kritik zu Der Preis

Dramaturgisch geschickt konfrontieren Regisseurin Elke Hauck und Drehbuchautorin Peggy Lehmann einen Jungarchitekten mit der Schuld seiner Vergangenheit, als er in seine thüringische Provinzheimat zurückkehrt.

Zunächst wirkt Architekt Alex (Florian Panzner) fremd, ein glatter BWL-Typ, der im Auftrag eines Frankfurter Büros ein thüringisches Plattenbauwohnsilo von Grund auf modernisieren soll. Aber bald wird klar: er ist in der perspektivlosen Kleinstadt aufgewachsen und hat ihr den Rücken gekehrt. Nahezu zwangsläufig trifft er allenthalben auf Jugendfreunde und so holt ihn seine Vergangenheit ein. Seinen Bruch mit Damals enthüllt Elke Hauck, eine der präzisesten Beobachterinnen der Lebensumstände in den neuen Bundesländern, nur nach und nach, was ein rundum gelungenes Drama voller Zwischentöne und Unausgesprochenem in Gang setzt, zum anderen dramaturgisch geschickt eine gehörige Tragödie offenbart, die private mit gesellschaftlicher Geschichte verbindet.

In immer längeren Rückblenden lernen wir Alex als Jugendlichen kennen, der 1988 im sozialistischen System als braver FDJler seinem besten Freund, den rebellischen Punk Michael, die Zukunft mit einer Denunziation ruinierte, weil der ihm eifersüchtig eine Beziehung zu seiner Schwester Nicole verbot - ein Film im Film über Anpassung und Selbstbestimmung. Wie diese Gewissenslast langsam, quasi im Krebsgang, Schicht um Schicht enthüllt wird, ist trotz aller emotionalen Distanz bravourös. Hauck gelingt es spielend, die Vergangenheit mit der Gegenwart engzuführen.

Wie Alex jetzt, 20 Jahre später, seiner verlorenen Jugendliebe nachhängt und zögerlich die Aussprache sucht, ist eine melancholisch-verhalten, aber sehr trefflich erzählte Reise in die Erinnerung, die sich keiner Illusion hingibt. Wie das Umfeld kurz vor der Wendezeit vergiftet war und wie das autoritäre System die Menschen zerstörte, das wirkt bis heute fort, an einem Ort, wo noch so manches wie vor dem Mauerfall anmutet. Vom widerwärtigen Ex-Stasi-Bonzen bis hin zum alkoholsüchtigen Bauherrn (Guntbert Warns erschreckend gut als Wrack) hängt die Schuld von einst wie trübe Wolken über dem Himmel. Hauck wirft diesen Blick zurück und schafft damit ein leise eindringliches Drama ohne jeden hochtrabenden Polit-Gestus. Daran haben auch die Darsteller großen Anteil: Wie sich die vielen verqueren Charaktere, die das Leben geformt, oft auch verformt hat, trotz ihren brüchigen Biografien der Zukunft zuwenden, wie vorsichtige Neuanfänge gelingen, oder man sich zumindest der Vergangenheit stellt: Das ist sehr nah dran an der Wirklichkeit.

tk.

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Info

Plakat des Films: Der Preis
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 22.03.2012

Deutschland 2011

Länge: 1 h 26 min

Genre: Drama

Originaltitel: Der Preis

Regie: Elke Hauck

Drehbuch: Peggy Lehmann, Elke Hauck

Produktion: Marcos Kantis, Martin Lehwald, Michal Pokorny, Meike Götz

Kostüme: Sonja Hesse

Kamera: Michael Kotschi

Schnitt: Stefan Oliveira-Pita, Oli Weiss

Ausstattung: Angelica Boehm

Website: http://www.filmgalerie451.de/filme/der-preis